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Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

RUDIS

BVL Zul.-Nr. 025287-66

RUDIS ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von pilzlichen Schaderregern in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide (Weizen, Gerste, Roggen) und Raps. Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften, was dir eine flexible Terminierung der Applikation ermöglicht. Die Formulierung als Emulsionskonzentrat sorgt für eine schnelle Aufnahme in die Kultur und eine hervorragende Regenbeständigkeit.

Im Getreidebau schützt RUDIS die Bestände zuverlässig vor ertragsmindernden Blatt- und Ährenkrankheiten wie Septoria-Arten, Rosten, Mehltau und Fusarium. Im Raps liegt der Schwerpunkt auf der Kontrolle von Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit). Durch die systemische Verteilung im Pflanzengewebe werden auch neu zuwachsende Pflanzenteile optimal geschützt, was die Vitalität der Kultur nachhaltig sichert und das Ertragspotenzial ausschöpft.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in RUDIS enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase im Zuge der Ergosterol-Biosynthese der Pilze. Ergosterol ist ein essenzieller Baustein für den Aufbau und die Funktionsfähigkeit der pilzlichen Zellmembranen. Durch die Blockade dieses Stoffwechselschritts kommt es zu einer Störung der Membranintegrität des Schaderregers, was das Wachstum der Keimschläuche und das Eindringen des Pilzes in das Gewebe der Kultur stoppt. Da Prothioconazol systemisch in der Kultur transportiert wird (akropetale Verteilung), bietet es einen langanhaltenden Schutz von innen heraus und erfasst bereits latent vorhandene Infektionen im frühen Stadium.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen den Wirkstoff Prothioconazol (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, solltest du RUDIS stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen dieses Wirkstoffs auf derselben Fläche. Es wird empfohlen, RUDIS im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Strobilurinen oder Carboxamiden/SDHI) einzusetzen oder in Tankmischungen mit Partnern zu kombinieren, die einen anderen Wirkungsmechanismus aufweisen. Achte zudem auf pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine ausgewogene Fruchtfolge und die Wahl widerstandsfähiger Sorten, um den Infektionsdruck der Schaderreger von vornherein zu senken.

Mischbarkeit & Tankmischung

RUDIS zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du die jeweilige Gebrauchsanleitung der Mischpartner genau beachten und im Zweifel eine kleine Probemischung (Kübeltest) durchführen. Für eine optimale Benetzung und Wirkung empfiehlt sich die Ausbringung mit ausreichend Wasser bei moderaten Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit. Vermeide Mischungen bei extremer Hitze oder wenn die Kultur unter starkem Trocken- oder Froststress steht.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit RUDIS ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen. Um Gewässer und Nichtzielorganismen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Flächen strikt zu vermeiden; nutze hierzu abdriftmindernde Düsentechnik und halte dich an die allgemeinen guten fachlichen Praktiken des Gewässerschutzes.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RoggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–320.8 LITER_PER_HECTARE—
WeizenSeptoria nodorum25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WeizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–320.8 LITER_PER_HECTARE—
GersteRhynchosporium secalis25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
RoggenRhynchosporium secalis25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
RapsSclerotinia sclerotiorum—0.7 LITER_PER_HECTARE—
WeizenFusarium-Arten61–690.8 LITER_PER_HECTARE—
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
GersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)0–320.8 LITER_PER_HECTARE—
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–610.8 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von RUDIS gegen Halmbruchkrankheit im Getreide?

Die Behandlung gegen die Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) sollte idealerweise im frühen Frühjahr zu Beginn des Schossens (BBCH-Stadien 30 bis 32) erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Infektionsgefahr an der Halmbasis am größten, und das systemische Eindringen des Wirkstoffs schützt die jungen Halme effektiv vor dem Einknicken.

Wie verhält sich RUDIS bei unbeständigem Wetter und Regen nach der Anwendung?

Dank der modernen Formulierung wird der Wirkstoff Prothioconazol sehr schnell von den grünen Pflanzenteilen der Kultur aufgenommen. In der Regel ist der Spritzbelag bereits nach etwa ein bis zwei Stunden regenfest. Dennoch solltest du die Anwendung nicht unmittelbar vor absehbaren Starkregenschauern durchführen, um eine optimale Wirkstoffverteilung zu garantieren.

Kann ich RUDIS auch zur späten Ährenbehandlung im Weizen einsetzen?

Ja, RUDIS eignet sich hervorragend für die Abschlussbehandlung (Ährenbehandlung) bis zum Ende der Blüte (BBCH 69). Dies ist besonders wichtig, um die Kultur vor Fusarium-Arten zu schützen, die Mykotoxine im Erntegut bilden können, sowie um späten Befall mit Braunrost oder Septoria-Blattdürre zu verhindern.

Warum ist der Einsatz im Raps während der Blüte so wichtig?

Im Raps zielt die Anwendung vor allem auf die Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) ab. Der Pilz infiziert die Kultur meist über abfallende Blütenblätter, die in den Blattachseln hängen bleiben. Eine gezielte Behandlung in die Vollblüte (BBCH 65) schützt die Pflanze genau in dieser kritischen Phase vor dem Eindringen des Erregers.

Wie kann ich im Farmable-Hub nach weiteren zugelassenen Produkten für meine Kultur suchen?

Du kannst im Hub ganz einfach nach deiner spezifischen Kultur (wie Winterweizen oder Raps) filtern und dir alle für diese Kultur registrierten Pflanzenschutzmittel anzeigen lassen. Nutze zusätzlich die Filter für bestimmte Schaderreger, um gezielt Lösungen für dein aktuelles Problem auf dem Feld zu finden.

Welche Rolle spielt die Wasserqualität bei der Zubereitung der Spritzbrühe mit RUDIS?

RUDIS ist gegenüber unterschiedlichen Wasserqualitäten relativ unempfindlich. Dennoch empfiehlt es sich bei sehr hartem Wasser, einen geeigneten pH-Puffer oder Wasseraufbereiter zuzusetzen, um die physikalische Stabilität der Tankmischung zu unterstützen und eine optimale Wirkstoffaufnahme durch die Kultur zu gewährleisten.