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Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

ROMBUS

BVL Zul.-Nr. 025625-61

ROMBUS ist ein leistungsstarkes, systemisches Fungizid, das speziell für den professionellen Getreideanbau entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier hochwirksamer Wirkstoffe bietet das Pflanzenschutzmittel einen breiten Schutz gegen ein weites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Schaderreger in Kulturen wie Weichweizen, Gerste und Roggen. Die flüssige Formulierung sorgt für eine hervorragende Benetzung der Blattoberfläche und eine schnelle Wirkstoffaufnahme.

Das Produkt hat sich als verlässlicher Baustein in der integrierten Schädlings- und Krankheitsbekämpfung etabliert. Es schützt die Kulturen effektiv vor ertragsmindernden Pilzkrankheiten wie Septoria-Arten, Rostpilzen, Netzflecken und Echtem Mehltau. Zudem unterstützt es die Minderung nichtparasitärer Blattflecken, was die Vitalität des Getreides in Stressphasen zusätzlich stabilisiert.

Wirkstoffe

Prothioconazol
160 g/L · Wirkstoff
Spiroxamine
300 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirkung von ROMBUS basiert auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen aus der Gruppe der Sterolbiosynthese-Inhibitoren (SBI). Prothioconazol gehört zur Klasse der Triazolinthione (FRAC-Gruppe 3) und hemmt die C14-Demethylase (DMI). Dies führt zu einer Störung der Zellwandstruktur des Pilzes und stoppt das Myzelwachstum effektiv. Spiroxamine, ein Vertreter der Amin-Klasse (Spirokeltal-Amine, FRAC-Gruppe 5), greift an zwei anderen Stellen der Sterolbiosynthese ein (Hemmung der Delta-14-Reduktase und Delta-8-->7-Isomerase). Durch diesen dualen Ansatz wird die Biosynthese von Ergosterol im Schaderreger an mehreren Schlüsselstellen blockiert. Spiroxamine wirkt zudem als Penetrationsbeschleuniger, wodurch Prothioconazol noch schneller in die Kultur transportiert wird und auch bei kühleren Temperaturen eine hervorragende Initialwirkung zeigt.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber den enthaltenen Wirkstoffklassen (FRAC 3 und FRAC 5) zu minimieren, solltest du ROMBUS stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Dies bedeutet, dass du die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison nicht überschreitest und im Spritzfenster konsequent mit Fungiziden wechselst, die andere Wirkmechanismen aufweisen. Achte zudem darauf, das Pflanzenschutzmittel stets präventiv oder bei ersten sichtbaren Symptomen einzusetzen, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger-Populationen so gering wie möglich zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

ROMBUS zeichnet sich durch eine sehr gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe (Kübeltest) durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide Mischungen unter extremen Witterungsbedingungen wie starker Sonneneinstrahlung oder Frostgefahr, um die Kulturverträglichkeit zu sichern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit ROMBUS ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsstufe vorliegt, solltest du zum Schutz von Bestäubern und nützlichen Insekten grundsätzlich auf Anwendungen in blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Um Gewässer und aquatische Organismen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Biotopstrukturen strikt zu vermeiden und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RoggenRhynchosporium secalis30–611.25 LITER_PER_HECTARE—
RoggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE—
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.25 LITER_PER_HECTARE—
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.25 LITER_PER_HECTARE—
GersteRhynchosporium secalis30–611.25 LITER_PER_HECTARE—
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–611.25 LITER_PER_HECTARE—
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–611.25 LITER_PER_HECTARE—
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)30–691.25 LITER_PER_HECTARE—
WeizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE—
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–691.25 LITER_PER_HECTARE—
WeizenFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE—
GersteMinderung nichtparasitärer Blattflecken37–611.25 LITER_PER_HECTARE—
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–611.25 LITER_PER_HECTARE—
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.25 LITER_PER_HECTARE—
GersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE—
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–611.25 LITER_PER_HECTARE—
GersteZwergrost (Puccinia hordei)30–611.25 LITER_PER_HECTARE—
WeizenSeptoria nodorum30–611.25 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen die Halmbruchkrankheit mit ROMBUS?

Um die Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) effektiv zu bekämpfen, solltest du die Behandlung im frühen Frühjahr ansetzen, sobald die Kulturen das BBCH-Stadium 30 bis 32 (Schossen) erreichen. Zu diesem Zeitpunkt dringen die Wirkstoffe optimal in die Basis der Halme ein und verhindern das Einknicken der Pflanzen im späteren Verlauf.

Wie unterstützt Spiroxamine die Wirkung von Prothioconazol bei kühlen Temperaturen?

Spiroxamine besitzt hervorragende Penetrationseigenschaften und wirkt als sogenannter Wirkstoffbeschleuniger. Es sorgt dafür, dass Prothioconazol auch bei kühleren Frühjahrstemperaturen (ab ca. 5 °C) schnell und sicher in das Blattgewebe der Kultur aufgenommen wird, was die Regenfestigkeit und die Kurativwirkung deutlich verbessert.

Kann ich ROMBUS auch zur späten Ährenbehandlung gegen Fusarium-Arten einsetzen?

Ja, ROMBUS ist für Anwendungen bis zum BBCH-Stadium 69 (Ende der Blüte) zugelassen. Eine gezielte Behandlung während der Blüte schützt die Ähre wirksam vor Fusarium-Infektionen und mindert das Risiko einer Mykotoxinbelastung im Erntegut. Achte dabei auf eine gleichmäßige Benetzung der Ähren.

Was bedeutet die Zulassung zur Minderung nichtparasitärer Blattflecken für meine Praxis?

Nichtparasitäre Blattflecken (z. B. physiologische Flecken in Gerste) entstehen oft durch oxidativen Stress, starke UV-Strahlung oder extreme Temperaturschwankungen. ROMBUS stärkt die physiologische Widerstandskraft der Kultur, wodurch das Auftreten dieser Flecken reduziert und die photosynthetisch aktive Blattfläche länger grün erhalten bleibt.

Wie integriere ich ROMBUS am besten in mein bestehendes Spritzprogramm?

ROMBUS eignet sich hervorragend als erste Fungizidmaßnahme (T1) zur Absicherung des Halmbasisbereichs und der unteren Blattetagen oder als Abschlussbehandlung (T3) zum Schutz der Ähre. Durch den integrierten Wirkstoffwechsel (FRAC 3 und 5) entlastest du nachfolgende Behandlungen mit SDHI- oder Strobilurin-Fungiziden und betreibst aktives Resistenzmanagement.