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Sonstige · Cheminova Deutschland GmbH

RELSERA

BVL Zul.-Nr. 025078-63

RELSERA ist ein hochwirksames Bodenherbizid zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Mais, Sojabohne und Winterraps. Als flüssiges Emulsionskonzentrat formuliert, lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren und gleichmäßig auf der Bodenoberfläche verteilen. Es bildet dort einen stabilen Herbizidfilm, der auflaufende Schaderreger direkt beim Keimungsprozess erfasst.

Der Fokus dieses Herbizids liegt auf der frühen Ausschaltung von ertragsmindernder Konkurrenz. Durch die Zulassung in Kulturen wie Mais, Sojabohne und Winterraps bietet RELSERA Landwirten ein flexibles Werkzeug, um Problemunkräuter und Ungräser wie die Hühnerhirse oder den Gemeinen Windhalm bereits vor dem Auflaufen der Kultur effektiv zu unterdrücken. Dies sichert den Jungpflanzen einen optimalen, konkurrenzfreien Start.

Wirkstoffe

Pethoxamid
600 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in RELSERA enthaltene Wirkstoff Pethoxamid gehört zur chemischen Klasse der Chloroacetamide und wird der HRAC-Gruppe 15 (Hemmung der Synthese sehr langkettiger Fettsäuren, VLCFA) zugeordnet. Pethoxamid wird hauptsächlich über die Keimwurzel, das Hypokotyl und die Koleoptile der keimenden Unkräuter und Ungräser aufgenommen. Nach der Aufnahme stört der Wirkstoff die Biosynthese essenzieller Fettsäuren, was die Zellteilung und das Streckungswachstum im Meristemgewebe der Schaderreger blockiert. Dies führt dazu, dass die betroffenen Unkräuter und Ungräser bereits vor dem Durchstoßen der Bodenoberfläche absterben oder stark geschwächt auflaufen und kurz darauf kollabieren. Für eine optimale Wirkung ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit nach der Anwendung entscheidend, da der Wirkstoff über das Bodenwasser zu den Keimlingen transportiert wird.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du RELSERA stets in ein integriertes Unkrautmanagement einbinden. Da Pethoxamid der HRAC-Gruppe 15 angehört, empfiehlt sich der gezielte Wechsel oder die Kombination mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen in der Fruchtfolge. Vermeide die ausschließliche, wiederholte Anwendung von VLCFA-Hemmern auf derselben Fläche und nutze mechanische Maßnahmen sowie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge, um den Selektionsdruck auf einzelne Schaderreger dauerhaft zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

RELSERA zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit vielen gängigen Vorauflaufherbiziden und Bodenpartnern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge achten und die Spritzbrühe kontinuierlich rühren. Die Anwendung sollte auf gut abgesetzte, feinkrümelige Saatbetten ohne grobe Kluten oder organische Rückstände erfolgen, um eine lückenlose Barriere auf dem Boden zu gewährleisten. Bei extremen Trockenperioden kann die Wirkung verzögert eintreffen; eine Anwendung kurz vor angekündigten Niederschlägen optimiert hingegen den Aktivierungsprozess im Boden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit RELSERA ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung bei der Ansetzung der Spritzbrühe und der Ausbringung obligatorisch. Da der Wirkstoff ein Risiko für Gewässerorganismen darstellen kann, sind Abdriften auf angrenzende Oberflächengewässer strikt zu vermeiden; nutze abdriftmindernde Düsentechnik und halte die lokalen Abstandsauflagen ein. Zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern sollte das Pflanzenschutzmittel nicht auf blühende Bestände oder in Bereichen, in denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, ausgebracht werden. Eine Applikation in den späten Abendstunden schont die lokale Insektenfauna zusätzlich.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEchte Kamille, Einjähriges Rispengras, Hühnerhirse0–92 LITER_PER_HECTARE—
SojabohneGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–82 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–92 LITER_PER_HECTARE—
SchnittblumenEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter—2 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von RELSERA?

Der beste Anwendungszeitraum liegt im frühen Vorauflauf (BBCH-Stadium 0 bis 9), direkt nach der Saat der Kultur. Achte darauf, dass der Boden feinkrümelig und gut abgesetzt ist, damit sich ein gleichmäßiger Herbizidfilm aufbauen kann.

Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirkung des Pflanzenschutzmittels?

Da Pethoxamid über die Bodenlösung von den keimenden Schaderregern aufgenommen wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für eine optimale Wirkung entscheidend. Bei anhaltender Trockenheit kann sich der Wirkungseintritt verzögern, weshalb eine Anwendung vor angekündigten Niederschlägen ideal ist.

Kann ich RELSERA auch im Nachauflauf der Kulturen einsetzen?

Nein, die Zulassung und das Wirkprofil von RELSERA sind speziell auf den Vorauflauf (BBCH 0–9) ausgelegt. Eine spätere Anwendung im Nachauflauf kann zu Schäden an den Kulturen führen und mindert die biologische Wirksamkeit gegen bereits etablierte Unkräuter.

Welche Unkräuter werden durch RELSERA besonders gut erfasst?

Das Produkt zeigt eine starke Wirkung gegen wichtige einjährige einkeimblättrige Schadgräser wie die Hühnerhirse und das Einjährige Rispengras sowie gegen zweikeimblättrige Unkräuter wie den Gemeinen Windhalm und die Echte Kamille.

Was muss ich beim Ansetzen einer Tankmischung mit RELSERA beachten?

Befülle den Spritztank zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser und schalte das Rührwerk ein. Gib dann RELSERA hinzu und lass es sich vollständig verteilen, bevor du eventuelle Mischpartner hinzufügst. Spritze die Mischung immer zügig und vollständig aus.

Wie integriere ich RELSERA am besten in meine Antiresistenzstrategie?

Du solltest RELSERA (HRAC-Gruppe 15) im Wechsel mit Herbiziden aus anderen Wirkstoffklassen einsetzen, beispielsweise Wirkstoffen aus den HRAC-Gruppen 5 oder 27. Kombiniere chemische Maßnahmen zudem mit pflanzenbaulichen Methoden wie einer weiten Fruchtfolge und mechanischer Bodenbearbeitung.