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Sonstige · BASF Agricultural Solutions Deutschland

Regalis Plus

BVL Zul.-Nr. 007727-00

Regalis Plus von BASF ist ein hochmodernes Pflanzenschutzmittel, das als Wachstumsregulator (Bioregulator) im Obst- und Weinbau etabliert ist. Formuliert als wasserlösliches Granulat (WG), kombiniert das Produkt die bewährte Wirkung der Triebkraftregulierung mit einer signifikanten Stärkung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte. Es wird vor allem im Kernobst zur Hemmung des Triebwachstums und zur Minderung des Risikos von Feuerbrand-Sekundärinfektionen eingesetzt, findet aber auch im Steinobst und im Weinbau wichtige Anwendungsgebiete.

Durch die gezielte Steuerung des vegetativen Wachstums sorgt das Mittel für eine ausgewogene Balance zwischen Triebwachstum und Ertrag. Im Weinbau unterstützt es zudem die Lockerung des Traubenstielgerüstes, was die Kompaktheit der Trauben reduziert und somit Folgeschäden wie Botrytis vorbeugt. Die optimierte Formulierung von Regalis Plus enthält bereits einen eingebauten Aktivator, der die Aufnahme des Wirkstoffs auch unter schwierigen Witterungsbedingungen und bei hartem Wasser absichert.

Wirkstoffe

Prohexadion
100 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Prohexadion (vorliegend als Prohexadion-Calcium) greift gezielt in den Hormonhaushalt der Kultur ein. Er blockiert die Biosynthese von biologisch aktiven Gibberellinen, indem er als strukturelles Analogon der 2-Oxoglutarsäure wichtige Dioxygenasen (insbesondere die 3-Beta-Hydroxylase) hemmt. Dadurch wird die Zellstreckung in den jungen Trieben unterbunden, was zu kürzeren Internodien und einem kompakteren, kontrollierten Triebwachstum führt. Neben der reinen Wachstumshemmung induziert Prohexadion eine physiologische Abwehrreaktion gegen den gefürchteten Feuerbrand (Erwinia amylovora). Durch die Blockade des Flavonoid-Stoffwechsels bildet die Kultur vermehrt das Phytoalexin-ähnliche Luteoforol. Diese biochemische Veränderung, kombiniert mit der schnelleren Verholzung der Triebspitzen, erschwert es den Bakterien massiv, in das Gewebe einzudringen und sich dort auszubreiten.

Resistenzmanagement

Da es sich bei Prohexadion um einen Bioregulator und nicht um ein klassisches Fungizid oder Herbizid handelt, ist das Risiko einer direkten Resistenzentwicklung der Schaderreger (wie dem Feuerbrand-Bakterium) als äußerst gering einzustufen. Dennoch solltest du das Produkt stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Die Kombination mit kulturtechnischen Maßnahmen, wie einem ausgewogenen Rebschnitt oder einer angepassten Stickstoffdüngung, sichert die langfristige Wirksamkeit und verhindert eine einseitige physiologische Belastung der Kulturen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Regalis Plus zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit gängigen Fungiziden und Insektiziden aus. Da der Wirkstoff Prohexadion-Calcium empfindlich auf freie Calcium-Ionen im Spritzwasser reagieren kann (was die Aufnahme mindern würde), enthält die Formulierung bereits einen pH-Regulator und Ammoniumsulfat zur Wasserenthärtung. Bei extrem hartem Wasser kann die Zugabe eines geeigneten pH-Puffers oder Konditionierers dennoch ratsam sein. Vermeide Tankmischungen mit calciumhaltigen Blattdüngern oder Gibberellin-Präparaten, da sich deren Wirkungen gegenseitig aufheben können.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Produkt ist die standardmäßige persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, zu tragen. Um Nichtzielorganismen und die Umwelt zu schonen, solltest du Abdrift auf angrenzende Flächen und Gewässer konsequent vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, gilt die allgemeine agronomische Empfehlung: Behandle blühende Kulturen oder Bereiche, in denen Bienen aktiv fliegen, vorzugsweise in den späten Abendstunden nach dem täglichen Bienenflug, um jegliches Risiko zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RasenStauchen—1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
RasenEinjähriges Rispengras—1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
RasenStauchen—1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
RasenStauchen—1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
RasenEinjähriges Rispengras—1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
RasenStauchen—1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
RasenEinjähriges Rispengras—1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
ZierpflanzenStauchen—2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
TopfpflanzenStauchen—2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
KernobstFeuerbrand (Erwinia amylovora)60–750.83 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT56T
WeinrebeLockerung des Traubenstielgerüstes61–651.8 KILOGRAM_PER_HECTARE—
KernobstHemmung des Triebwachstums60–750.83 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT55T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung zur Triebhemmung im Kernobst?

Du solltest die erste Behandlung idealerweise zu Beginn der Blüte (BBCH 60 bis 61) durchführen, wenn die ersten Laubblätter voll entfaltet sind und das Triebwachstum einsetzt. Eine frühe Anwendung stellt sicher, dass der Wirkstoff die Gibberellinsynthese genau in der Phase des stärksten Triebschubs blockiert.

Wie beeinflusst die Temperatur die Wirkung von Regalis Plus?

Für eine optimale Aufnahme und Wirkung benötigt die Kultur aktive Stoffwechselprozesse. Temperaturen zwischen 12 °C und 25 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit sind ideal. Vermeide die Anwendung bei extremer Hitze, starker Sonneneinstrahlung oder wenn Nachtfröste angekündigt sind, da die Kultur den Wirkstoff dann nicht effizient transportieren kann.

Kann ich Regalis Plus mit Gibberellinen zur Fruchtansatzförderung kombinieren?

Nein, davon ist dringend abzuraten. Da Prohexadion die Biosynthese von Gibberellinen hemmt, würden sich die Effekte beider Produkte gegenseitig neutralisieren. Halte zwischen einer Gibberellin-Behandlung (z. B. nach Frost) und der Anwendung von Regalis Plus einen Sicherheitsabstand von mindestens 2 bis 3 Tagen ein.

Warum hilft das Mittel gegen Feuerbrand, obwohl es kein Antibiotikum oder direktes Bakterizid ist?

Das Produkt wirkt indirekt über zwei Wege: Zum einen stoppt es das schnelle, weiche Triebwachstum, wodurch den Bakterien die bevorzugte Eintrittspforte (saftige Triebspitzen) entzogen wird. Zum anderen regt es die Pflanze an, eigene Abwehrstoffe (Flavonoide) zu bilden, die die Ausbreitung des Erregers im Holzgewebe aktiv blockieren.

Was muss ich bei der Wassermenge und der Düseneinstellung beachten?

Achte auf eine vollständige und gleichmäßige Benetzung der gesamten Laubwand, da der Wirkstoff lokal von den Blättern aufgenommen werden muss. Verwende eine angepasste Wassermenge (je nach Kronenhöhe und Laubwandfläche) und feine bis mittelfeine Tropfen, um eine optimale Anlagerung ohne Abtropfverluste zu erzielen.

Wie wirkt sich die Anwendung im Weinbau auf die Traubenstruktur aus?

Wenn du das Mittel im Weinbau zur Lockerung des Traubenstielgerüstes einsetzt, streckt sich die Hauptachse der Gescheine leicht, während die Beerenstiele kompakter bleiben. Dadurch entsteht mehr Freiraum zwischen den einzelnen Beeren, was das Risiko von Quetschungen und dem anschließenden Aufplatzen (Hauptursache für Botrytis und Essigfäule) drastisch reduziert.