Redigo M
Redigo M ist ein hochmodernes, flüssiges Pflanzenschutzmittel zur professionellen Saatgutbehandlung (Flüssigbeize), das speziell für den Schutz junger Kulturen in der kritischen Phase des Auflaufens entwickelt wurde. Es etabliert einen lückenlosen Schutzschild direkt um das Korn und sichert den Keimling gegen boden- und samenbürtige Pilzinfektionen ab. Dank seiner hervorragenden Formulierungseigenschaften garantiert es eine gleichmäßige Verteilung auf dem Saatgut und eine minimale Staubentwicklung bei der Handhabung.
Die Formulierung kombiniert die systemischen Wirkstoffe Metalaxyl (20,0 g/l) und Prothioconazol (100,0 g/l). Diese Kombination deckt ein außergewöhnlich breites Spektrum an Schaderregern ab, das von klassischen bodenbürtigen Pilzen bis hin zu hochaggressiven Oomyceten reicht. Dadurch wird verhindert, dass Keimlinge bereits vor dem Durchstoßen der Erdoberfläche geschädigt werden oder kurz danach dem gefürchteten Keimlingssterben zum Opfer fallen.
In der landwirtschaftlichen Praxis sichert der Einsatz von Redigo M einen homogenen Feldaufgang und legt damit das Fundament für vitale Bestände und stabile Erträge. Das Mittel ist optimal auf die Anforderungen moderner Präzisionssaatgut-Anlagen abgestimmt und sorgt für eine hervorragende Fließfähigkeit des Saatguts in der Sämaschine.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirkung von Redigo M basiert auf der komplementären Kombination zweier hochwirksamer systemischer Wirkstoffe. Prothioconazol gehört zur FRAC-Gruppe 3 (DMI-Fungizide) und hemmt die C14-Demethylase in der Sterol-Biosynthese der Pilze. Dies führt zu einer Störung der Membranintegrität und stoppt das Wachstum des Pilzmyzels zuverlässig. Der Wirkstoff wird von der Keimpflanze aufgenommen und systemisch in die jungen Blätter transportiert. Metalaxyl gehört zur FRAC-Gruppe 4 (Phenylamide) und greift gezielt in die RNA-Synthese von Oomyceten ein, indem es die Aktivität der RNA-Polymerase I blockiert. Da Oomyceten wie Pythium-Arten eine völlig andere Zellwand- und Membranstruktur als echte Pilze besitzen, schließt Metalaxyl eine entscheidende Lücke im Spektrum der Auflaufkrankheiten und schützt die empfindlichen Wurzeln direkt in der Keimzone.
Resistenzmanagement
Das integrierte Resistenzmanagement ist durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen (FRAC 3 und FRAC 4) bereits im Produkt verankert. Da beide Wirkstoffe an völlig unterschiedlichen biochemischen Orten im Schaderreger ansetzen, wird die Wahrscheinlichkeit einer Selektion resistenter Stämme drastisch reduziert. Um diese Schutzwirkung langfristig zu erhalten, solltest du im weiteren Kulturverlauf nachfolgende Blattbehandlungen mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen durchführen und pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine weite Fruchtfolge und die Wahl toleranter Sorten nutzen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Da Redigo M als Beizmittel in spezialisierten Saatgutbehandlungsanlagen appliziert wird, erfolgt die Anwendung in der Regel nicht in klassischen Tankmischungen auf dem Feld. Bei der industriellen Aufbereitung ist die physikalische und biologische Verträglichkeit mit gängigen Beizpartnern, wie insektiziden Beizen oder speziellen Haftmitteln (Flow-Agents), gegeben. Dennoch wird empfohlen, vor großflächigen Anwendungen stets spezifische Mischbarkeitstests und Keimfähigkeitsproben der behandelten Partien durchzuführen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel sowie beim Befüllen der Sämaschinen mit behandeltem Saatgut ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (inklusive Schutzhandschuhen und Atemschutz bei Staubentwicklung) unerlässlich. Zum Schutz von Nichtzielorganismen ist darauf zu achten, dass kein Beizstaub auf benachbarte Flächen driftet. Da Bienen und andere Bestäuber geschont werden müssen, sollte die Aussaat nicht bei starkem Wind erfolgen und das Saatgut vollständig mit Erde bedeckt werden, um auch Vögeln und Wildtieren keinen Zugang zu den behandelten Körnern zu bieten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie schützt Redigo M deine Keimlinge vor dem gefürchteten Keimlingssterben?
Redigo M kombiniert zwei komplementäre Wirkstoffe: Prothioconazol wirkt systemisch gegen boden- und samenbürtige Pilze wie Fusarium, während Metalaxyl gezielt Oomyceten wie Pythium bekämpft. Zusammen schützen sie den Keimling von innen heraus und verhindern das Absterben vor oder direkt nach dem Auflaufen.
Worauf musst du beim Aussäen von mit Redigo M behandeltem Saatgut achten?
Achte darauf, dass das behandelte Saatgut vollständig und präzise im Boden abgelegt wird, um Vögel und Kleinsäuger zu schützen. Vermeide die Aussaat bei starkem Wind, um eine Abdrift von eventuell entstehendem Beizstaub auf angrenzende Flächen oder blühende Kulturen zu verhindern.
Kannst du Redigo M selbst auf deinem landwirtschaftlichen Betrieb anwenden?
Nein, Redigo M ist eine professionelle Flüssigbeize, die für den exklusiven Einsatz in industriellen Saatgutaufbereitungsanlagen konzipiert ist. Dies stellt eine gleichmäßige Wirkstoffverteilung auf jedem einzelnen Korn sicher und minimiert die Staubentwicklung bei der späteren Aussaat auf deinem Feld.
Warum ist die Kombination aus Prothioconazol und Metalaxyl so wertvoll für den Auflaufschutz?
Die beiden Wirkstoffe decken unterschiedliche biologische Klassen von Schaderregern ab. Während Prothioconazol die Zellmembranen klassischer Pilze stört, blockiert Metalaxyl die RNA-Synthese von Oomyceten. Diese Kombination schließt kritische Wirkungslücken, die bei Solo-Wirkstoffen im frühen BBCH-Stadium auftreten könnten.
Wie unterstützt Redigo M dein Resistenzmanagement auf dem Feld?
Durch den Einsatz zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen (FRAC-Klassen 3 und 4) wird das Risiko einer Resistenzbildung bei den Zielpathogenen im empfindlichen Keimstadium minimiert. Um diesen Schutz aufrechtzuerhalten, solltest du im späteren Vegetationsverlauf bei eventuellen Folgebehandlungen auf einen konsequenten Wirkstoffwechsel achten.
Was solltest du tun, wenn behandelte Saatgutreste gelagert werden müssen?
Lagere behandelte Saatgutsäcke immer kühl, trocken und gut belüftet. Achte darauf, dass sie für Nagetiere, Vögel und Nutztiere absolut unzugänglich sind, und verwende angebrochene Chargen bevorzugt in der laufenden Saison, um eine optimale Keimfähigkeit zu garantieren.