READY
READY ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Ausschaltung von einkeimblättrigen Schaderregern in einer Vielzahl zweikeimblättriger Kulturen. Als selektives Graminizid, formuliert als Emulsionskonzentrat (EC) mit dem bewährten Wirkstoff Propaquizafop (100 g/l), bietet es eine flexible und zuverlässige Lösung zur Bereinigung verunkrauteter Bestände. Das Mittel wird schnell über die Blätter der Schadgräser aufgenommen und systemisch in die ober- und unterirdischen Wachstumszonen transportiert.
Das breite Zulassungsspektrum umfasst wichtige landwirtschaftliche und gartenbauliche Kulturen wie Raps, Kartoffeln, Sonnenblumen, Sojabohnen sowie verschiedene Rüben- und Gemüsearten. READY zeichnet sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit aus, da der Wirkstoff in zweikeimblättrigen Kulturen rasch metabolisiert und somit vollständig abgebaut wird, während Schadgräser empfindlich reagieren.
Das Wirkungsspektrum deckt sowohl einjährige einkeimblättrige Unkräuter als auch die hartnäckige Gemeine Quecke ab. Bereits kurz nach der Anwendung stoppt das Wachstum der Schadgräser, gefolgt von einer fortschreitenden Nekrose der jüngsten Blätter, was letztlich zum vollständigen Absterben der Schadpflanzen führt.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in READY enthaltene Wirkstoff Propaquizafop gehört zur chemischen Klasse der Aryloxyphenoxypropionate ("Fops") und wird der HRAC-Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) zugeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase) in den Chloroplasten der Schadgräser. Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese von Fettsäuren, die für den Aufbau von Zellmembranen in den meristematischen Geweben benötigt werden. Da zweikeimblättrige Kulturen über eine unempfindliche, prokaryotische Form der ACCase verfügen, bleibt die Kultur völlig unbeeinträchtigt. In den empfindlichen Schadgräsern führt die Blockade der Fettsäuresynthese zu einem schnellen Wachstumsstopp in den Vegetationskegeln und Knoten. Innerhalb weniger Tage verfärben sich die Herzblätter chlorotisch und sterben ab, während die älteren Pflanzenteile rötlich-braun nekrotisieren und das gesamte Gras schließlich abstirbt.
Resistenzmanagement
Da Wirkstoffe aus der HRAC-Gruppe 1 ein inhärent hohes Risiko für die Resistenzentwicklung aufweisen – insbesondere bei weit verbreiteten Schadgräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz oder dem Weidelgras –, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Du solltest READY daher stets im Rahmen einer weiten Fruchtfolge einsetzen und den Wirkstoff mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen abwechseln oder kombinieren. Vermeide aufeinanderfolgende Anwendungen von ACCase-Hemmern in derselben Kultur und nutze mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung, um den Selektionsdruck zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
READY zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden. Bei geplanten Tankmischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere Wuchsstoffen oder Sulfonylharnstoffen, kann es jedoch zu antagonistischen Effekten kommen, welche die Wirkung gegen Schadgräser mindern; hier empfiehlt sich ein zeitlicher Abstand von einigen Tagen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und appliziere das Pflanzenschutzmittel vorzugsweise bei wüchsigem Wetter und ausreichender Luftfeuchtigkeit, um die Wirkstoffaufnahme über die Wachsschicht der Gräser zu optimieren. Die Zugabe von speziellen Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, da die EC-Formulierung bereits optimierte Netzmitteleigenschaften besitzt.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit READY ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, konsequent zu tragen, um Haut- und Augenkontakt während des Anmischens und der Applikation zu vermeiden. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienen-Einstufung vorliegt, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden und die Behandlung in die späten Abendstunden verlegen. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind Abdriften auf angrenzende Flächen unbedingt zu vermeiden; nutze hierzu abdriftmindernde Düsentechnik und halte die allgemeinen, standortspezifischen Abstandsauflagen ein.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sonnenblume | Gemeine Quecke | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Winterraps | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 21–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Winterraps | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 1 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Zuckerrübe | Gemeine Quecke | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sojabohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Futtererbse | Gemeine Quecke | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Futtererbse | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Erdbeere | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Lein | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Möhre | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–45 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Wurzelpetersilie | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–45 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterraps | Gemeine Quecke | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Kartoffel | Gemeine Quecke | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Zuckerrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 12–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futterrübe | Gemeine Quecke | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sonnenblume | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Speisezwiebel | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–45 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Ackerbohne | Gemeine Quecke | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl) | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–19 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Futterrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 12–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete) | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Ackerbohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Kartoffel | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 13–29 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterraps | Gemeine Quecke | 21–39 | 1 LITER_PER_HECTARE | 90T |
Häufige Fragen
Wie erkennst du, ob READY nach der Anwendung bereits wirkt, auch wenn das Gras noch grün aussieht?
Ein sicheres Zeichen für den Wirkungseintritt ist der Wachstumsstopp, der meist schon nach 2–4 Tagen eintritt. Wenn du vorsichtig am jüngsten Herzblatt des Schadgrases ziehst, lässt sich dieses leicht und faulig aus der Blattscheide herausziehen. Die typischen Verfärbungen und das vollständige Absterben zeigen sich je nach Witterung nach 10–20 Tagen.
Welchen Einfluss hat die Witterung auf die Wirkung von READY?
Für eine optimale Wirkung ist wüchsiges Wetter mit Temperaturen zwischen 10 °C und 25 °C und ausreichender Bodenfeuchtigkeit ideal, da die Schadgräser dann aktiv assimilieren und den Wirkstoff schnell transportieren. Bei extremer Trockenheit, Hitze oder Frost solltest du die Behandlung verschieben, da die Gräser eine dicke Wachsschicht bilden und den Wirkstofftransport verlangsamen.
Warum ist die Bekämpfung der Gemeinen Quecke anspruchsvoller als die einjähriger Gräser?
Die Gemeine Quecke besitzt ein weit verzweigtes unterirdisches Rhizomsystem, aus dem sie immer wieder austreiben kann. Um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, muss die Quecke zum Anwendungszeitpunkt genügend Blattmasse (ca. 15–20 cm Höhe) gebildet haben, damit ausreichend Wirkstoff aufgenommen und bis in die Wurzelspitzen transportiert werden kann.
Kann ich READY auch bei Taunässe am frühen Morgen spritzen?
Leichter Tau behindert die Wirkung meist nicht, solange die Spritzbrühe nicht von den Blättern abläuft. Bei starker Taunässe solltest du jedoch warten, bis die Blätter abgetrocknet sind, da es sonst zu einer Verdünnung des Wirkstoffs und zum Abschwemmen vom Blatt kommen kann, was die Effizienz mindert.
Wie verhält sich READY bezüglich der Regenfestigkeit nach der Applikation?
Dank der systemischen Eigenschaften und der Formulierung als Emulsionskonzentrat dringt der Wirkstoff Propaquizafop sehr schnell in das Blattgewebe ein. In der Regel ist das Pflanzenschutzmittel bereits eine Stunde nach der Anwendung regenfest, sodass nachfolgende Niederschläge die Wirkung nicht mehr beeinträchtigen.
Was musst du beim Nachbau von Kulturen nach dem Einsatz von READY beachten?
Da Propaquizafop im Boden rasch durch Mikroorganismen abgebaut wird und primär über das Blatt wirkt, gibt es für nachfolgende zweikeimblättrige Kulturen in der Fruchtfolge keine Einschränkungen. Falls eine Kultur vorzeitig umgebrochen werden muss, können zweikeimblättrige Kulturen sofort nachgebaut werden; bei einkeimblättrigen Kulturen (wie Getreide oder Mais) sollte aus Sicherheitsgründen eine Wartezeit von einigen Wochen eingehalten werden.