Ratron Giftweizen
Ratron Giftweizen von frunol delicia GmbH ist ein bewährtes, schnell wirkendes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Feldmäusen in verschiedenen Kulturen des Ackerbaus, Grünlands, Obst- und Gemüsebaus sowie im Forst. Als gebrauchsfertiger Köder (präpariertes Weizenkorn) ist das Produkt speziell darauf ausgelegt, Nagetiere auch bei starkem natürlichem Nahrungsangebot schnell anzulocken und eine effektive Populationskontrolle zu gewährleisten.
Die Formulierung basiert auf hochwertigem Weizen als Trägerstoff, der durch ein spezielles Imprägnierungsverfahren homogen mit dem Wirkstoff überzogen ist. Dies sorgt für eine hohe Attraktivität und verhindert, dass sich der Wirkstoff vorzeitig ablöst. Das Pflanzenschutzmittel ist ausschließlich für die verdeckte Ausbringung konzipiert, um Nichtzielorganismen bestmöglich zu schützen.
Durch die schnelle, akute Wirkung eignet sich Ratron Giftweizen hervorragend zur Brechung von Populationsspitzen, insbesondere im zeitigen Frühjahr oder im Spätherbst, wenn der natürliche Druck durch Schaderreger wie die Feldmaus die wirtschaftlichen Schadschwellen in deinen Kulturen überschreitet.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Zinkphosphid entfaltet seine Wirkung nach der Aufnahme im Magen des Schaderregers. Durch den Kontakt mit der Magensäure wird der hochtoxische Phosphorwasserstoff (Monophosphan) freigesetzt. Dieses Gas dringt rasch in die Blutbahn ein und blockiert die Zellatmung (Cytochrom-c-Oxidase-Inhibitor), was zu einem schnellen und schmerzlosen Kreislaufkollaps des Nagetiers führt. Da der Abbauprozess im Magen extrem schnell verläuft, tritt die Wirkung meist innerhalb weniger Stunden ein. Ein entscheidender Vorteil dieses Wirkungsmechanismus ist, dass praktisch keine Sekundärvergiftungen bei Beutegreifern (wie Greifvögeln oder Füchsen) zu befürchten sind, da der Wirkstoff im Körper des Schaders bereits vollständig zersetzt ist.
Resistenzmanagement
Um einer potenziellen Köderscheu oder Resistenzbildung vorzubeugen, solltest du Ratron Giftweizen strategisch einsetzen. Da es sich um ein akut wirkendes Rodentizid handelt, ist ein Wechsel mit anderen zugelassenen Wirkstoffgruppen oder mechanischen Maßnahmen ratsam. Achte darauf, den Köder nur bei akutem Befall verdeckt auszubringen, damit die Schaderreger keine Abneigung gegen die Getreidebasis entwickeln. Eine saubere Vorsorge und die Beseitigung alternativer Nahrungsquellen erhöhen den Bekämpfungserfolg nachhaltig.
Mischbarkeit & Tankmischung
Da es sich bei Ratron Giftweizen um einen festen, gebrauchsfertigen Köder handelt, ist eine physikalische Tankmischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln ausgeschlossen. Das Produkt wird trocken und direkt mit geeigneten Applikationsgeräten (wie der Legeflinte) ausgebracht. Achte bei der zeitgleichen Anwendung anderer Pflanzenschutzmittel im Spritzverfahren darauf, dass die Köderstellen nicht mit Spritzbrühe benetzt werden, da dies die Attraktivität und Schmackhaftigkeit des Köders für die Schaderreger stark beeinträchtigen kann.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Ratron Giftweizen steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (insbesondere Schutzhandschuhe und geeignete Arbeitskleidung) und vermeide direkten Hautkontakt. Um Vögel, Wild und Haustiere zu schützen, ist die verdeckte Ausbringung tief in den Nagetiergängen zwingend erforderlich; es dürfen keine Köder an der Oberfläche zurückbleiben. Da keine spezifische Bienen-Klassifizierung vorliegt, solltest du dennoch darauf achten, das Mittel nicht auf Flächen auszubringen, auf denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, und die Anwendung vorzugsweise außerhalb des Bienenflugs durchzuführen. Vermeide jeglichen Eintrag in Oberflächengewässer.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie bringst du Ratron Giftweizen am besten aus, um Nichtzielorganismen zu schützen?
Du musst den Köder zwingend verdeckt ausbringen. Verwende hierzu eine Legeflinte oder ein vergleichbares Applikationsgerät, um die Körner tief in die bewohnten Erdgänge der Feldmäuse einzubringen. Achte penibel darauf, dass keine Körner an der Erdoberfläche liegen bleiben, damit Vögel oder Haustiere sie nicht aufnehmen können.
Welchen Einfluss hat die Witterung auf den Erfolg deiner Behandlung?
Für einen optimalen Bekämpfungserfolg solltest du Ratron Giftweizen bei trockener Witterung ausbringen. Feuchtigkeit im Boden oder starker Regen können dazu führen, dass der Wirkstoff Zinkphosphid vorzeitig ausgast und der Köder an Attraktivität verliert. Planst du die Anwendung vor einer längeren Trockenperiode, steigen die Erfolgschancen deutlich.
Woran erkennst du, ob die Behandlung gegen die Schaderreger erfolgreich war?
Da der Wirkstoff extrem schnell im Magen der Schaderreger reagiert, verenden die Feldmäuse meist tief in ihren Gängen unter der Erde. Ein Erfolg zeigt sich daher nicht durch tote Tiere an der Oberfläche, sondern durch das Ausbleiben neuer Erdhaufen, das Verblasen von Gangöffnungen und eine deutlich reduzierte Aktivität an den zuvor genutzten Löchern.
Kannst du Ratron Giftweizen auch vorbeugend in deinen Kulturen ausbringen?
Nein, eine vorbeugende Anwendung ist weder zulässig noch sinnvoll. Du solltest das Pflanzenschutzmittel erst dann einsetzen, wenn durch gezielte Kontrollen (z. B. die Lochtretmethode) festgestellt wurde, dass die wirtschaftliche Schadschwelle überschritten ist und ein akuter Befall vorliegt.
Was musst du tun, wenn nach der Anwendung Köderreste an der Oberfläche sichtbar sind?
Sollten versehentlich Körner an der Oberfläche gelandet sein, musst du diese sofort aufsammeln oder tief in die Gänge zurückschieben. Offen liegende Köder stellen eine erhebliche Gefahr für Vögel und andere Wildtiere dar und widersprechen den strengen Anwendungsbestimmungen des BVL.
Wie verhältst du dich bei der Lagerung von angebrochenen Packungen?
Lagere Ratron Giftweizen immer in der verschlossenen Originalverpackung an einem kühlen, trockenen und gut belüfteten Ort, der für Kinder und Haustiere absolut unzugänglich ist. Da Zinkphosphid feuchtigkeitsempfindlich ist, schützt eine absolut trockene Lagerung den Wirkstoff vor vorzeitigem Abbau.