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Sonstige · GLOBACHEM NV

Rasput

BVL Zul.-Nr. 00A518-00

Rasput ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung ertragsrelevanter Pilzkrankheiten im Rapsanbau. Als wasserdispergierbares Granulat formuliert, zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Löslichkeit und einfache Handhabung bei der Spritzbrühe-Bereitung aus. Der Fokus liegt auf dem Schutz der Kultur vor wirtschaftlich bedeutenden Schaderregern, die sowohl die Standfestigkeit als auch den Ertrag massiv gefährden können.

Das Anwendungsspektrum umfasst die wichtigsten Raps-Pathogene: Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit), Leptosphaeria maculans (Wurzelhals- und Stängelfäule) sowie Alternaria brassicae (Rapsschwärze). Durch den gezielten Einsatz im registrierten BBCH-Fenster sichert Rasput die Vitalität der Kultur und legt das Fundament für stabile Erträge und hohe Ölqualitäten.

Wirkstoffe

Boscalid
500 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Rasput enthaltene Wirkstoff Boscalid gehört zur chemischen Gruppe der Carboxamide (SDHI) und ist im FRAC-Code unter der Gruppe 7 klassifiziert. Boscalid greift gezielt in den Atmungsprozess der Pilzzellen ein. Es blockiert das Enzym Succinat-Dehydrogenase (Komplex II) in der mitochondrialen Atmungskette. Dadurch wird der Elektronentransport unterbrochen, was die Energieversorgung (ATP-Synthese) des Pilzes stoppt und zum Absterben des Schaderregers führt. Dank seiner systemischen Eigenschaften wird der Wirkstoff nach der Anwendung von den Blättern aufgenommen und translaminar sowie akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in der Kultur verteilt. Dies gewährleistet einen langanhaltenden Schutz vor Neuinfektionen, da auch neu zuwachsende Pflanzenteile geschützt werden.

Resistenzmanagement

Da Boscalid als SDHI-Wirkstoff (FRAC-Gruppe 7) ein spezifisches Ein-Ort-Wirkungsprofil besitzt, besteht ein inhärentes Risiko für Resistenzentwicklungen bei den Schaderregern. Um die Wirksamkeit von Rasput langfristig zu sichern, solltest du das Pflanzenschutzmittel unbedingt im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen einsetzen, beispielsweise mit Triazolen (FRAC-Gruppe 3). Vermeide aufeinanderfolgende Solo-Anwendungen von SDHI-Fungiziden in derselben Saison und halte dich strikt an die empfohlenen Aufwandmengen, um den Selektionsdruck zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Rasput zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit gängigen Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern, die im Rapsanbau etabliert sind. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung der Kultur. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann jedoch unter extrem trockenen Bedingungen die Wirkstoffaufnahme unterstützen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Rasput ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorliegt, solltest du zum Schutz von Bestäubern und nützlichen Insekten Anwendungen grundsätzlich nicht in blühende Bestände oder an Orten mit aktivem Bienenflug während des Tages durchführen; verlege die Behandlung bevorzugt in die späten Abendstunden. Um Einträge in Oberflächengewässer und den Lebensraum von Bodenorganismen zu vermeiden, sind Abdriften auf angrenzende Flächen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik konsequent zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RapsAlternaria brassicae65–750.5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
RapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)14–750.5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
RapsSclerotinia sclerotiorum63–650.5 KILOGRAM_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Sclerotinia im Raps?

Der beste Behandlungszeitraum gegen Sclerotinia sclerotiorum liegt in der Vollblüte (BBCH 65), wenn die ersten Blütenblätter abfallen. Die herabfallenden Blütenblätter dienen dem Pilz als Nährboden in den Blattachseln. Eine rechtzeitige Applikation von Rasput schützt deine Kultur genau in dieser kritischen Phase vor dem Eindringen des Erregers.

Kann ich Rasput auch schon im Herbst anwenden?

Ja, eine Anwendung ist bereits ab dem 4-Blatt-Stadium (BBCH 14) zugelassen. Dies ist besonders dann sinnvoll, wenn du die Kultur frühzeitig vor Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) schützen willst, um eine Infektion der jungen Blätter und das spätere Einwandern des Pilzes in den Stängelgrund zu verhindern.

Welche Rolle spielt die Wasserhärte bei der Ausbringung von Rasput?

Rasput ist als robustes wasserdispergierbares Granulat formuliert und zeigt auch bei unterschiedlichen Wasserqualitäten und Härtegraden eine stabile Löslichkeit. Dennoch solltest du extrem saures oder stark alkalisches Spritzwasser vermeiden; ein pH-Wert im neutralen bis leicht sauren Bereich (pH 5,5 bis 7) ist ideal für die Wirkstoffstabilität.

Wie verhält sich Rasput bei kühlen Temperaturen im Frühjahr?

Der Wirkstoff Boscalid ist weitgehend temperaturunabhängig wirksam. Du kannst Rasput daher auch an kühleren Tagen im zeitigen Frühjahr einsetzen, sobald die Kultur aktiv wächst und die Schaderreger erste Infektionen auslösen. Vermeide jedoch Applikationen bei Frost oder wenn Frost unmittelbar bevorsteht.

Wie kann ich im Farmable-Hub gezielt nach weiteren zugelassenen Produkten für Raps suchen?

Du kannst im Hub die Filterfunktion nutzen, um gezielt nach der Kultur 'Raps' (oder dem entsprechenden EPPO-Code) und dem gewünschten Schaderreger zu filtern. So erhältst du eine Übersicht aller registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Wirkstoffe und kannst deine Fruchtfolge- und Resistenzstrategie optimal planen.

Warum ist die Einhaltung der BBCH-Stadien bei Rasput so wichtig?

Die Zulassung von BBCH 14 bis 75 deckt genau die Phasen ab, in denen die Kultur am anfälligsten für die Zielkrankheiten ist. Behandelst du zu spät (nach BBCH 75), ist der Ertragsschutz nicht mehr wirtschaftlich und es können unerwünschte Rückstände im Erntegut verbleiben. Eine zu frühe Behandlung verpufft, wenn der Infektionsdruck der Schaderreger noch nicht gegeben ist.