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Sonstige · W. NEUDORFF GMBH KG

Raptol HP

BVL Zul.-Nr. 00A122-60

Raptol HP von W. Neudorff GmbH KG ist ein leistungsstarkes, breit wirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung einer Vielzahl von saugenden und beißenden Schaderregern in verschiedenen Kulturen. Als flüssiges Formulierungskonzentrat, das auf dem bewährten Naturwirkstoff Pyrethrine basiert, kombiniert dieses Präparat eine schnelle Initialwirkung mit einer hervorragenden Anwenderfreundlichkeit im professionellen Anbau.

Das Einsatzspektrum erstreckt sich über zahlreiche Kulturen im Obst-, Gemüse- und Zierpflanzenbau. Zu den Hauptzielorganismen gehören hartnäckige Schaderreger wie Blattläuse, Thripse, freifressende Schmetterlingsraupen sowie verschiedene Käferarten und Blattwespen. Auch der gefürchtete Apfelblütenstecher lässt sich mit diesem flexiblen Kontaktmittel effektiv erfassen.

Dank der schnellen Wirkstofffreisetzung und der ausgeprägten Kontaktwirkung eignet sich Raptol HP hervorragend für gezielte Behandlungen beim ersten Auftreten der Schaderreger. Die Formulierung sorgt für eine optimale Benetzung der Kultur und stellt sicher, dass auch versteckt sitzende Schädlinge rasch erfasst werden.

Wirkstoffe

Pyrethrine
45.9 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der aktive Wirkstoff in Raptol HP gehört zur IRAC-Gruppe 3A (Pyrethrine). Die biochemische Wirkung basiert auf einem direkten Eingriff in das Nervensystem der Zielorganismen. Pyrethrine halten die spannungsabhängigen Natriumkanäle in den Nervenmembranen der Schaderreger offen und verzögern deren Schließen. Dies führt zu einer langanhaltenden Depolarisation der Membran, was sich in unkontrollierten Nervenimpulsen, gefolgt von Krämpfen, Koordinationsverlust und schließlich dem schnellen Absterben des Schädlings äußert (sogenannter "Knock-down"-Effekt). Da es sich um ein reines Kontaktinsektizid handelt, ist eine direkte und vollständige Benetzung der Schaderreger für den Bekämpfungserfolg entscheidend. Der Wirkstoff dringt schnell über die Kutikula der Insekten ein, besitzt jedoch keine systemische oder tiefenwirksame Aktivität in der Kultur, weshalb eine sorgfältige Applikationstechnik unerlässlich ist.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung wirksam vorzubeugen, solltest du Raptol HP stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Vermeide aufeinanderfolgende Anwendungen von Wirkstoffen aus der IRAC-Gruppe 3A auf derselben Fläche. Nutze stattdessen im Wechsel Insektizide mit anderen Wirkmechanismen (z. B. systemische Wirkstoffe oder biologische Gegenspieler). Da Pyrethrine eine sehr kurze Halbwertszeit auf der Pflanze aufweisen und durch UV-Licht schnell abgebaut werden, ist das inhärente Resistenzrisiko im Vergleich zu persistenten synthetischen Pyrethroiden zwar geringer, ein konsequentes Wirkstoffmanagement bleibt dennoch unerlässlich.

Mischbarkeit & Tankmischung

Raptol HP ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Blattdüngern mischbar. Dennoch empfiehlt es sich, vor jeder großflächigen Anwendung eine Mischprobe auf physikalische Kompatibilität durchzuführen. Da der Wirkstoff Pyrethrin in alkalischem Milieu instabil ist und schnell hydrolysiert, solltest du unbedingt auf den pH-Wert des Spritzwassers achten; dieser sollte im leicht sauren Bereich (pH 5 bis 6,5) liegen. Gegebenenfalls kann der Zusatz eines pH-Puffers sinnvoll sein. Vermeide Tankmischungen mit stark alkalischen Produkten wie Kupferpräparaten oder Kalkschwefelbrühen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Raptol HP ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, obligatorisch, um Anwenderschäden zu vermeiden. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere von Bestäubern, solltest du Behandlungen nicht an blühenden Kulturen oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind. Verlege die Anwendung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Da der Wirkstoff eine hohe Toxizität gegenüber aquatischen Organismen aufweist, ist eine strikte Abdriftvermeidung in Richtung von Oberflächengewässern durch den Einsatz abdriftmindernder Düsen und das Einhalten angemessener Abstände zwingend erforderlich.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZierpflanzenBlattläuse12–650.6 LITER_PER_HECTARE—
ZierpflanzenKäfer12–650.6 LITER_PER_HECTARE—
KohlgemüseBlattwespen12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
BeerenobstBlattwespen11–811 LITER_PER_HECTARE1T
frische KräuterBlattläuse12–490.6 LITER_PER_HECTARE7T
SüßkirscheFreifressende Schmetterlingsraupen11–891.05 LITER_PER_HECTARE3T
frische KräuterThripse12–490.6 LITER_PER_HECTARE7T
ZierpflanzenBlattwespen12–650.6 LITER_PER_HECTARE—
ApfelApfelblütenstecher3–110.69 LITER_PER_HECTARE—
GemüsekulturenThripse11–160.6 LITER_PER_HECTARE—
KopfsalatFreifressende Schmetterlingsraupen12–490.6 LITER_PER_HECTARE7T
SauerkirscheFreifressende Schmetterlingsraupen11–891.05 LITER_PER_HECTARE3T
KopfsalatBlattläuse12–490.6 LITER_PER_HECTARE7T
HülsengemüseBlattläuse18–890.6 LITER_PER_HECTARE1T
KohlgemüseKäfer12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
ZierpflanzenThripse12–650.6 LITER_PER_HECTARE—
StangenbohneBlattläuse18–891.2 LITER_PER_HECTARE1T
SpargelFreifressende Schmetterlingsraupen11–341.2 LITER_PER_HECTARE—
SauerkirscheKäfer11–891.05 LITER_PER_HECTARE3T
ZierpflanzenBlattläuse12–650.6 LITER_PER_HECTARE—
GemüsekulturenThripse11–160.6 LITER_PER_HECTARE—
Wurzel- und KnollengemüseThripse12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
GemüsekulturenFreifressende Schmetterlingsraupen11–160.6 LITER_PER_HECTARE—
ZierpflanzenKäfer12–650.6 LITER_PER_HECTARE—
frische KräuterThripse12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
KohlrabiBlattläuse12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
KernobstBlattläuse55–871.5 LITER_PER_HECTARE3T
SauerkirscheBlattwespen—1.05 LITER_PER_HECTARE3T
SüßkirscheKäfer11–891.05 LITER_PER_HECTARE3T
GemüsekulturenBlattläuse11–160.6 LITER_PER_HECTARE—
ZierpflanzenBlattwespen12–650.6 LITER_PER_HECTARE—
SüßkirscheBlattläuse59–891.05 LITER_PER_HECTARE3T
Salat-ArtenFreifressende Schmetterlingsraupen12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
BeerenobstBlattläuse11–811 LITER_PER_HECTARE1T
ZierpflanzenFreifressende Schmetterlingsraupen12–650.6 LITER_PER_HECTARE—
GemüsekulturenBlattläuse11–160.6 LITER_PER_HECTARE—
BeerenobstFreifressende Schmetterlingsraupen11–811 LITER_PER_HECTARE1T
Salat-ArtenBlattläuse12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
TomateBlattläuse18–891.2 LITER_PER_HECTARE3T
GemüsekulturenFreifressende Schmetterlingsraupen11–160.6 LITER_PER_HECTARE—
ZierpflanzenThripse12–650.6 LITER_PER_HECTARE—
SüßkirscheBlattwespen—1.05 LITER_PER_HECTARE3T
Spinat und verwandte ArtenBlattläuse15–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
Wurzel- und KnollengemüseBlattläuse12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
KernobstBirnenknospenstecher (Anthonomus pyri), Rotbrauner Apfelfruchtstecher (Caenorhinus aequatus)11–871.05 LITER_PER_HECTARE3T
KartoffelKartoffelkäfer12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
KohlgemüseFreifressende Schmetterlingsraupen12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
frische KräuterBlattläuse12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Blattläuse12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
ZierpflanzenFreifressende Schmetterlingsraupen12–650.6 LITER_PER_HECTARE—
frische KräuterFreifressende Schmetterlingsraupen12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
SpargelKäfer11–341.2 LITER_PER_HECTARE—
SauerkirscheBlattläuse59–891.05 LITER_PER_HECTARE3T

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt am Tag für eine Behandlung mit Raptol HP?

Du solltest die Anwendung idealerweise in den kühlen Abendstunden oder am frühen Morgen durchführen. Da der Wirkstoff Pyrethrin sehr UV-empfindlich ist und unter Sonneneinstrahlung schnell abgebaut wird, erzielst du bei geringer Lichtintensität eine deutlich bessere und länger anhaltende Wirkung gegen die Schaderreger. Zudem schonst du so aktive Bestäuberinsekten.

Wie kann ich sicherstellen, dass versteckt sitzende Schaderreger wie Thripse optimal erfasst werden?

Da Raptol HP ein reines Kontaktmittel ohne systemische Wirkung ist, musst du auf eine extrem gründliche Benetzung aller Pflanzenteile achten. Verwende ausreichend Wasser und passe den Spritzdruck sowie die Düseneinstellung so an, dass auch die Blattunterseiten und die Triebspitzen, in denen sich Thripse oder Blattläuse bevorzugt aufhalten, komplett benetzt werden.

Warum ist der pH-Wert des Spritzwassers bei der Anwendung so wichtig?

Pyrethrine sind empfindlich gegenüber alkalischer Hydrolyse. Wenn dein Spritzwasser einen pH-Wert von über 7 aufweist, beginnt der Wirkstoff bereits in der Spritze rapide zu degradieren, was die Wirkung stark mindert. Verwende bei Bedarf einen pH-Regulator, um das Wasser auf einen optimalen Wert zwischen 5 und 6,5 einzustellen.

Wie integriere ich das Produkt am besten in mein Resistenzmanagement?

Nutze Raptol HP gezielt als "Feuerwehr-Produkt" bei akutem Befallsdruck, um Populationen schnell einzudämmen. Wechsle bei Folgebehandlungen unbedingt auf Insektizide aus anderen IRAC-Klassen mit systemischer oder fraßhemmender Wirkung, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger zu minimieren.

Kann ich Raptol HP auch bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?

Ja, im Gegensatz zu einigen synthetischen Pyrethroiden zeigen natürliche Pyrethrine auch bei kühleren Temperaturen im zeitigen Frühjahr (z. B. bei der Bekämpfung des Apfelblütenstechers) eine gute Wirksamkeit. Wichtig ist jedoch, dass die Schädlinge bereits aktiv sind und direkt vom Spritzfilm getroffen werden können.

Wo finde ich weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kulturen auf dieser Plattform?

Du kannst im Hauptmenü von agronomy.farmable.tech nach deiner spezifischen Kultur oder dem jeweiligen Schaderreger suchen. Dort findest du eine vollständige, tagesaktuelle Übersicht aller in Deutschland (BVL) registrierten Produkte inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen und Auflagen.