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Rango

BVL Zul.-Nr. 005190-60

Rango ist ein hochselektives, systemisches Nachauflauf-Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern (Ungräsern) und der Gemeinen Quecke. Als flüssiges Emulsionskonzentrat formuliert, lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren und verteilt sich optimal auf der Blattoberfläche der behandelten Kulturen. Es ist speziell für den Einsatz in zweikeimblättrigen Kulturen wie Raps, Kartoffeln, Ackerbohnen, Erbsen sowie Zucker- und Futterrüben zugelassen und bietet dort eine hervorragende Kulturverträglichkeit.

Dank seiner schnellen Wirkstoffaufnahme über die Blätter und der anschließenden systemischen Verteilung in der gesamten Pflanze – bis in die Wurzeln und Rhizome – sorgt Rango für eine nachhaltige Wirkung. Dies macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Ackerbau, um den Konkurrenzdruck durch schwer bekämpfbare Schaderreger frühzeitig und effektiv auszuschalten.

Wirkstoffe

Quizalofop-P
40 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Rango enthaltene Wirkstoff Quizalofop-P gehört zur chemischen Gruppe der Aryloxyphenoxypropionate (Fops) und ist als ACCase-Inhibitor in die HRAC-Gruppe 1 klassifiziert. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Blockade des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase, welches eine Schlüsselrolle bei der Biosynthese von Fettsäuren in einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Durch diese Hemmung wird der Aufbau neuer Zellmembranen im meristematischen Gewebe der Schadgräser unterbunden. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch von den Blättern aufgenommen und sowohl akropetal als auch basipetal translokalisiert. Innerhalb weniger Tage nach der Behandlung stockt das Wachstum der Gräser. Die jüngsten Blätter verfärben sich nekrotisch und sterben vom Herzblatt her ab, während die unterirdischen Ausläufer und Rhizome (insbesondere bei der Gemeinen Quecke) allmählich verrotten. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine natürliche Toleranz gegenüber diesem Wirkstoff, da ihre ACCase strukturell anders aufgebaut ist.

Resistenzmanagement

Um einer Selektion resistenter Biotypen von Schadgräsern (wie z. B. Ackerfuchsschwanz oder Windhalm) vorzubeugen, solltest du Rango stets in ein integriertes Resistenzmanagement einbinden. Vermeide den wiederholten, ausschließlichen Einsatz von ACCase-Hemmern (HRAC-Gruppe 1) auf derselben Fläche. Kombiniere oder rotiere die Anwendungen stattdessen mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (z. B. Bodenherbiziden aus anderen relevanten HRAC-Klassen), die für die jeweilige Kultur zugelassen sind. Zudem unterstützen pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und eine sorgfältige Bodenbearbeitung die langfristige Wirksamkeit des Wirkstoffs.

Mischbarkeit & Tankmischung

Rango zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden. Bei geplanten Tankmischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere gegen zweikeimblättrige Unkräuter, solltest du jedoch vorab die Verträglichkeit prüfen, da es in Einzelfällen zu antagonistischen Effekten kommen kann, die die Gräserwirkung mindern. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide Applikationen bei extremer Hitze oder starker Sonneneinstrahlung, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden. Die Zugabe von zugelassenen Additiven kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme unter trockenen Bedingungen optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Rango ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, bei der Anmischung und Ausbringung obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsregister angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten. Weiche stattdessen auf die späten Abendstunden aus, wenn der Bienenflug beendet ist. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an Nichtzielorganismen zu vermeiden, sind Abdriften strikt zu minimieren und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen sorgfältig einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterrapsGemeine Quecke—2.25 LITER_PER_HECTARE60T
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—1.25 LITER_PER_HECTARE60T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—1.25 LITER_PER_HECTARE60T
ZierpflanzenGemeine Quecke—2.25 LITER_PER_HECTARE—
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—1.25 LITER_PER_HECTARE60T
AckerbohneGemeine Quecke—2.25 LITER_PER_HECTARE60T
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—1.25 LITER_PER_HECTARE60T
WinterrapsGemeine Quecke—2.25 LITER_PER_HECTARE60T
FuttererbseGemeine Quecke—2.25 LITER_PER_HECTARE60T
FutterrübeGemeine Quecke—2.25 LITER_PER_HECTARE60T
ZuckerrübeGemeine Quecke—2.25 LITER_PER_HECTARE60T
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—1.25 LITER_PER_HECTARE60T
KartoffelGemeine Quecke—2.25 LITER_PER_HECTARE60T
ZierpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—1.25 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—1.25 LITER_PER_HECTARE60T
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—1.25 LITER_PER_HECTARE60T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung gegen die Gemeine Quecke mit Rango?

Für eine maximale Wirkung gegen die Gemeine Quecke solltest du warten, bis die Queckenpflanzen genügend Blattmasse gebildet haben – idealerweise bei einer Wuchshöhe von 15 bis 20 cm (etwa 3 bis 4 Laubblätter). Zu diesem Zeitpunkt ist die Wirkstoffaufnahme über das Blatt am höchsten, und der systemische Transport in die unterirdischen Rhizome erfolgt besonders effizient.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Rango nach der Applikation?

Rango benötigt wüchsiges Wetter mit moderaten Temperaturen (15 bis 25 °C) und ausreichender Luftfeuchtigkeit, damit die Schadgräser aktiv assimilieren und den Wirkstoff schnell transportieren. Nach der Anwendung sollte es mindestens 1 bis 2 Stunden trocken bleiben, damit der Wirkstoff vollständig in die Blätter einziehen kann und nicht abgewaschen wird.

Kann ich Rango auch bei Frost oder extremer Trockenheit spritzen?

Nein, du solltest Rango nicht unter Stressbedingungen wie Frost, anhaltender Trockenheit oder extremer Hitze anwenden. Wenn die Schadgräser ihr Wachstum aufgrund von Trockenstress einstellen, wird der Wirkstoff nicht ausreichend transportiert, was zu einem deutlichen Wirkungsabfall führt. Zudem steigt unter extremen Bedingungen das Risiko von phytotoxischen Schäden an der Kultur.

Wie erkenne ich, dass Rango auf den Gräsern zu wirken beginnt?

Erste sichtbare Symptome zeigen sich meist nach 7 bis 10 Tagen, je nach Witterung. Du erkennst den Wirkungseintritt daran, dass das jüngste Herzblatt der Gräser gelb oder rötlich wird und sich leicht aus der Blattscheide herausziehen lässt. Die älteren Blätter sterben danach schrittweise ab, bis die gesamte Pflanze vertrocknet ist.

Was muss ich bei der Fruchtfolge nach dem Einsatz von Rango beachten?

Da der Wirkstoff Quizalofop-P im Boden relativ schnell abgebaut wird, gibt es für nachfolgende zweikeimblättrige Kulturen in der normalen Fruchtfolge keine Einschränkungen. Falls es zu einem vorzeitigen Umbruch der Kultur kommt, solltest du vor der Neueinsaat von einkeimblättrigen Kulturen (wie Getreide oder Mais) eine Wartezeit einhalten und den Boden tiefgründig lockern, um eventuelle Wirkstoffreste im Boden zu verdünnen.

Wie finde ich heraus, ob Rango für eine bestimmte Kultur in meinem Betrieb zugelassen ist?

Du kannst die zugelassenen Kulturen direkt in der Übersicht auf agronomy.farmable.tech einsehen. Achte darauf, dass du die spezifischen Anwendungsbestimmungen und Wartezeiten für jede Kultur (wie Raps, Kartoffeln oder Rüben) genau einhältst, da diese je nach Kultur variieren können.