Quirinus
Quirinus von BASF SE ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel, das vor allem im Herbst zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Schaderregern eingesetzt wird. Als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, kombiniert dieses Herbizid zwei komplementäre Wirkstoffe, um einen sauberen Start der Kulturen im kritischen frühen Entwicklungsstadium zu sichern. Es hat sich im Markt als verlässlicher Baustein für die Unkrautkontrolle etabliert, insbesondere dort, wo schwer bekämpfbare Ungräser den Ertrag bedrohen.
Durch die Kombination von Boden- und Blattwirkung erfasst das Pflanzenschutzmittel sowohl bereits aufgelaufene Schaderreger als auch nachkeimende Unkräuter und Ungräser über einen längeren Zeitraum. Dies macht Quirinus zu einem flexiblen Werkzeug im modernen Ackerbau, das sich hervorragend in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren lässt, um das Ertragspotenzial der Kulturen von Anfang an abzusichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die hervorragende Wirkung von Quirinus basiert auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Flufenacet gehört zur HRAC-Gruppe 15 und wirkt als Hemmstoff der Synthese sehr langkettiger Fettsäuren (VLCFA). Dies blockiert die Zellteilung und das Zellwachstum im Meristemgewebe der keimenden Schaderreger, wodurch empfindliche Ungräser und Unkräuter bereits vor oder kurz nach dem Durchstoßen der Bodenoberfläche absterben. Ergänzt wird dies durch Picolinafen, das der HRAC-Gruppe 12 angehört. Picolinafen hemmt das Enzym Phytoen-Desaturase (PDS), welches eine Schlüsselrolle in der Biosynthese von Carotinoiden spielt. Ohne diese Schutzpigmente wird das Chlorophyll durch Sonnenlicht zerstört, was zu einer charakteristischen Aufhellung (Bleaching) und dem anschließenden Absterben der betroffenen Unkrautgewebe führt. Diese duale Wirkungsweise sorgt für eine exzellente Breitenwirkung und minimiert das Risiko von Wirkungsverlusten.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen bei wichtigen Schaderregern wie dem Ackerfuchsschwanz oder dem Windhalm nachhaltig vorzubeugen, solltest du Quirinus stets im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements einsetzen. Da das Produkt Wirkstoffe aus zwei unterschiedlichen HRAC-Gruppen (15 und 12) kombiniert, bietet es bereits einen eingebauten Schutz vor Selektion. Dennoch empfiehlt es sich, in der Fruchtfolge regelmäßig Wirkstoffe mit anderen Mechanismen abzuwechseln und mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung einzubinden, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffklassen dauerhaft zu senken.
Mischbarkeit & Tankmischung
Quirinus zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets auf eine ausreichende Wassermenge und eine gründliche Durchmischung im Spritztank achten. Die Zugabe von Additiven oder Partnerherbiziden kann die Wirkung unter schwierigen Bedingungen absichern, sollte jedoch vorab auf Verträglichkeit in der jeweiligen Kultur geprüft werden. Vermeide Mischungen bei extremen Temperaturschwankungen oder wenn die Kulturen unter Stress (z. B. durch Frost oder Trockenheit) stehen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Quirinus ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsstufe in den Zulassungsdaten vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und nützlichen Insekten grundsätzlich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, verzichten und die Behandlung vorzugsweise in die Abendstunden verlegen. Um Einträge in Oberflächengewässer und angrenzende Biotope zu vermeiden, sind die allgemeinen Abdrifteleitlinien und ein sorgfältiges Spülen der Spritze auf unbefestigten Flächen strikt einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Quirinus?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Schaderreger, idealerweise wenn sich die Unkräuter und Ungräser im Keim- bis maximalen Laubblattstadium befinden. Zu diesem Zeitpunkt nutzen die Wirkstoffe sowohl die Bodenfeuchtigkeit als auch die direkte Blattaufnahme optimal aus.
Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirkung dieses Pflanzenschutzmittels?
Da Flufenacet ein bodenwirksamer Wirkstoff ist, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach entscheidend für eine optimale Verteilung und Aufnahme im Boden. Auf sehr trockenen Böden kann die Wirkung verzögert einsetzen, weshalb du die Behandlung nach Möglichkeit vor angekündigten Niederschlägen einplanen solltest.
Kann ich Quirinus auch im Frühjahr einsetzen?
Quirinus ist primär für die Herbstanwendung konzipiert, da hier die Keimwellen der wichtigsten Ungräser und Unkräuter am effektivsten erfasst werden. Ein Einsatz im Frühjahr ist in der Regel nicht vorgesehen und weniger effizient, da die Schaderreger dann oft schon zu weit entwickelt sind.
Was muss ich bei der Fruchtfolge nach der Anwendung beachten?
Nach dem regulären Einsatz von Quirinus im Herbst können im folgenden Frühjahr alle üblichen Kulturen nachgebaut werden. Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch der Kultur kommen, ist eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) ratsam, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen und Folgeschäden an der Nachfolgekultur zu vermeiden.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kultur?
Du kannst ganz einfach über die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech nach deiner spezifischen Kultur filtern. Dort werden dir alle in Deutschland (BVL) registrierten Produkte sowie deren zugelassene Schaderreger und Anwendungsbestimmungen übersichtlich angezeigt.
Warum zeigt sich nach der Spritzung manchmal eine Gelbfärbung der Unkräuter?
Das ist der typische "Bleaching"-Effekt, der durch den Wirkstoff Picolinafen verursacht wird. Er blockiert die Bildung von Schutzpigmenten, wodurch das Chlorophyll im Sonnenlicht zerfällt. Diese sichtbare Aufhellung ist ein sicheres Zeichen dafür, dass das Herbizid erfolgreich aufgenommen wurde und wirkt.