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Sonstige · Corteva Agriscience Germany GmbH

Questar

BVL Zul.-Nr. 00A279-00

Questar ist ein hochmodernes Pflanzenschutzmittel von Corteva Agriscience, das speziell für den professionellen Getreideanbau entwickelt wurde. Als innovatives Fungizid setzt es neue Maßstäbe bei der Gesunderhaltung von Winterweichweizen und Winterroggen. Die flüssige Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Verteilung auf dem Blatt und eine schnelle Wirkstoffaufnahme aus, was einen verlässlichen Schutz der Kulturen auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen gewährleistet.

Das Wirkungsspektrum von Questar deckt die wirtschaftlich bedeutendsten pilzlichen Schaderreger in den zugelassenen Kulturen ab. Hierzu zählen insbesondere die Septoria-Blattdürre sowie Gelb- und Braunrost im Weizen sowie die Blattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis) im Roggen. Durch seine flexible Anwendung im Bereich der BBCH-Stadien 41 bis 69 schützt das Mittel die ertragsbildenden oberen Blattetagen sowie die Ähre während der kritischen Ertragsbildungsphase.

Wirkstoffe

Fenpicoxamid
50 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Questar enthaltene Wirkstoff Fenpicoxamid gehört zur chemischen Klasse der Picolinamide und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation in die Gruppe 21 eingestuft. Es handelt sich um einen sogenannten QiI-Inhibitor (Quinone Inside Inhibitor), der gezielt in die Atmungskette der Schadpilze eingreift. Der Wirkstoff blockiert die Elektronenübertragung am Komplex III der Mitochondrienmembran an der Qi-Bindungsstelle. Dadurch wird die ATP-Synthese des Pilzes unterbunden, was zu einem raschen Energiemangel und dem Absterben der Pilzzellen führt. Da sich dieser Wirkungsmechanismus grundlegend von den weit verbreiteten Strobilurinen (QoI-Inhibitoren) unterscheidet, besteht keine Kreuzresistenz zu diesen Wirkstoffgruppen, was Questar zu einem wertvollen Baustein in modernen Spritzfolgen macht.

Resistenzmanagement

Um die langfristige Wirksamkeit von Questar zu sichern und der Entstehung von Resistenzen bei Schaderregern wie Septoria tritici vorzubeugen, ist ein konsequentes Antiresistenzmanagement unerlässlich. Du solltest den Wirkstoff Fenpicoxamid stets im Wechsel oder in Kombination mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen einsetzen, die einen unterschiedlichen Wirkungsmechanismus aufweisen – wie beispielsweise Triazole (FRAC-Gruppe 3) oder SDHI-Fungizide (FRAC-Gruppe 7). Halte dich zudem strikt an die empfohlenen Aufwandmengen von 2,0 l/ha und vermeide wiederholte Solo-Anwendungen auf derselben Fläche innerhalb einer Saison.

Mischbarkeit & Tankmischung

Questar weist eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und Wachstumsreglern auf, die im Getreidebau etabliert sind. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du dennoch vorab eine Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen, um die physikalische Stabilität der Partner zu überprüfen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine kontinuierliche Rührung im Spritztank. Mischungen mit komplexen Mikronährstoffdüngern oder stark alkalischen Produkten sollten vermieden werden, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Questar ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, bei der Handhabung des Konzentrats sowie während der Ausbringung obligatorisch. Zum Schutz von Nichtzielorganismen und der Umwelt sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen einzuhalten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern Anwendungen nicht in blühende Bestände oder an Orten mit aktivem Bienenflug durchführen; weiche idealerweise auf die späten Abendstunden aus. Vermeide zudem jeglichen Eintrag oder Abdrift in Oberflächengewässer.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)41–692 LITER_PER_HECTARE—
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)41–692 LITER_PER_HECTARE—
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)41–692 LITER_PER_HECTARE—
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)41–692 LITER_PER_HECTARE—
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)41–692 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Questar in meinem Weizenbestand?

Der optimale Behandlungszeitraum liegt zwischen dem Erscheinen der ersten Grannen bzw. dem Schwellen der Blattscheide (BBCH 41) und dem Ende der Blüte (BBCH 69). Du solltest Questar vorzugsweise präventiv bei einsetzendem Infektionsdruck oder nach Aufruf durch den Warndienst spritzen, um das Fahnenblatt und die Ähre optimal zu schützen.

Wie oft darf ich Questar in einer Saison auf derselben Fläche anwenden?

Um das Risiko von Resistenzbildungen zu minimieren, ist die Anzahl der Anwendungen pro Saison streng limitiert. Du solltest Questar im Rahmen einer gezielten Spritzfolge einsetzen und für eventuelle Folgebehandlungen auf Wirkstoffe mit anderen FRAC-Klassifizierungen ausweichen.

Kann ich Questar bei feuchter Witterung oder kurz vor einem Regenereignis spritzen?

Questar verfügt über eine moderne Formulierung, die schnell in die Wachsschicht des Blattes eindringt. Dennoch sollte der Spritzbelag vor dem nächsten Regen vollständig angetrocknet sein (in der Regel reichen 1 bis 2 Stunden), um eine maximale Regenfestigkeit und die volle Dauerwirkung zu gewährleisten.

Welche Wasseraufwandmenge wird für eine optimale Benetzung empfohlen?

Für eine gleichmäßige Anlagerung des Spritzfilms auf den Blättern und in den mittleren Bestandsbereichen solltest du eine Wasseraufwandmenge von 150 bis 300 Litern pro Hektar wählen. Passe die Wassermenge an die Dichte des Getreidebestandes an, um eine lückenlose Benetzung zu garantieren.

Wie erkenne ich Septoria-Blattdürre, bevor ich mich für eine Behandlung entscheide?

Achte bei der Feldbegehung auf älteren Blättern auf unregelmäßige, graubraune, oft von den Blattadern begrenzte Flecken. Typisch sind die mit bloßem Auge oder Lupe erkennbaren winzigen, schwarzen Fruchtkörper (Pyknidien) im Zentrum der Flecken. Da die Krankheit eine lange Latenzzeit hat, solltest du bei feucht-warmer Witterung im Frühjahr rechtzeitig vor dem sichtbaren Befall der oberen Blätter reagieren.