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Sonstige · Galenika Fitofarmacija a.d.

PYLON

BVL Zul.-Nr. 00B007-00

PYLON ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von pilzlichen Schaderregern in Getreide und Raps. Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol (250 g/l) bietet dieses Pflanzenschutzmittel sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Es ist als flüssiges Konzentrat formuliert, das sich hervorragend in der Spritzbrühe verteilt und schnell von den behandelten Pflanzenteilen aufgenommen wird.

In Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen und Hafer schützt PYLON zuverlässig vor ertragsmindernden Blatt- und Ährenkrankheiten, darunter Septoria-Arten, Rostpilze und Fusarium. Auch im Rapsanbau stellt das Mittel eine starke Säule dar, um wichtige Schaderreger wie die Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma) sowie die gefürchtete Sclerotinia-Stängelfäule effektiv zu kontrollieren.

Dank seiner systemischen Verteilung in der Kultur schützt PYLON auch den Neuzuwachs über einen längeren Zeitraum hinweg. Dies macht es zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen, integrierten Pflanzenschutz, der die Vitalität der Bestände sichert und das Ertragspotenzial voll ausschöpft.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in PYLON enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb des FRAC-Codes der Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) zugeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Hemmung der C14-Demethylase, einem Schlüsselenzym in der Biosynthese von Ergosterol. Ergosterol ist ein essenzieller Baustein für den Aufbau und die Stabilität der pilzlichen Zellmembranen. Durch die Blockade dieses Stoffwechselschritts kommt es zu einer Anhäufung abnormaler Methylsterole und einem Mangel an funktionellem Ergosterol. Dies führt zu einer irreversiblen Schädigung der Membranstruktur des Pilzes, wodurch das Wachstum der Keimschläuche und das Eindringen des Myzels in das Gewebe der Kultur gestoppt werden. Die systemische Wirkung sorgt dafür, dass der Wirkstoff akropetal – also mit dem Saftstrom nach oben – transportiert wird und so auch neu gebildete Blätter schützt.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber DMI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, solltest du PYLON stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen dieses Wirkstoffs auf derselben Fläche. Stattdessen empfiehlt sich der gezielte Wechsel (Wirkstoffrotation) mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen, wie beispielsweise SDHI (FRAC-Gruppe 7) oder Strobilurinen (FRAC-Gruppe 11). Auch die Kombination mit Kontaktfungiziden in Tankmischungen hilft, den selektiven Druck auf die Schaderreger-Populationen konsequent abzubauen.

Mischbarkeit & Tankmischung

PYLON zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit den meisten gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität (idealerweise ein neutraler bis leicht saurer pH-Wert) und vermeide extreme Wassertemperaturen. Die Spritzbrühe sollte nach dem Ansetzen zügig ausgebracht und nicht über längere Zeit stehen gelassen werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit PYLON ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robustem Schuhwerk und chemikalienbeständigen Schutzhandschuhen bei der Dosierung und Ausbringung, zwingend erforderlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsprofil angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik strikt zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RoggenRhynchosporium secalis, Braunrost (Puccinia recondita), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)25–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum)10–990.7 LITER_PER_HECTARE56T
WeichweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenSeptoria nodorum, Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenSeptoria nodorum, Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)0–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WeichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE35T
GersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)10–990.7 LITER_PER_HECTARE56T
HaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis), Haferkronenrost (Puccinia coronata)25–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WeichweizenSeptoria nodorum, Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum61–650.7 LITER_PER_HECTARE56T
WeichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)0–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE35T
GersteRhynchosporium secalis, Gelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
GersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE35T
HaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Fusarium-Arten im Weizen?

Um eine optimale Wirkung gegen Ährenfusarium zu erzielen, solltest du die Behandlung gezielt während der Blüte der Kultur (BBCH 61 bis 65) durchführen. Achte besonders auf Infektionsbedingungen wie feucht-warme Witterung während der Blütezeit, da die Pilzsporen in diesem Fenster die Ähre am leichtesten infizieren können.

Wie kann ich feststellen, ob eine Behandlung gegen die Halmbruchkrankheit notwendig ist?

Kontrolliere deine Getreidebestände im frühen Frühjahr (ab BBCH 30/31) auf die typischen augenförmigen Flecken an den Blattscheiden der Halmbasis. Wenn der Schwellenwert überschritten ist oder die Witterung anhaltend feucht-kühl bleibt, schützt eine frühzeitige Anwendung von PYLON die Standfestigkeit der Kultur.

Kann ich PYLON auch bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?

Ja, der Wirkstoff Prothioconazol besitzt eine gute Temperaturstabilität und wirkt auch bei kühleren Frühjahrstemperaturen (ab ca. 5–8 °C) zuverlässig. Wichtig ist jedoch, dass die Kultur aktiv wächst, damit der systemische Wirkstoff optimal aufgenommen und in der Pflanze verteilt werden kann.

Was muss ich bei der Anwendung von PYLON im Raps zur Bekämpfung von Sclerotinia beachten?

Die Sclerotinia-Stängelfäule infiziert den Raps meist über abfallende Blütenblätter, die in den Blattachseln hängen bleiben. Behandle deine Kultur daher am besten zur Vollblüte (BBCH 65), um einen schützenden Wirkstofffilm auf den Blüten und Blättern aufzubauen, bevor der Sporenflug seinen Höhepunkt erreicht.

Wie finde ich im Agronomy-Hub weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kulturen?

Du kannst im Hub ganz einfach nach deiner spezifischen Kultur (z. B. Winterweizen oder Winterraps) filtern und gezielt nach dem Schaderreger suchen, den du bekämpfen möchtest. Das System listet dir dann alle in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen übersichtlich auf.

Warum ist die Einhaltung der Wartezeit bei PYLON so wichtig?

Die Wartezeit stellt sicher, dass eventuelle Wirkstoffrückstände in der Ernte weit unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen. Du musst diesen Zeitraum zwischen der letzten Behandlung und der Ernte zwingend einhalten, um die Vermarktungsfähigkeit deines Ernteguts nicht zu gefährden.