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Sonstige · GLOBACHEM NV

Puskas

BVL Zul.-Nr. 00B603-00

Puskas ist ein breitenwirksames Fungizid von GLOBACHEM NV, das auf eine leistungsstarke Kombination zweier etablierter Wirkstoffklassen setzt. Als flüssiges Suspensionskonzentrat formuliert, bietet das Pflanzenschutzmittel durch das Zusammenspiel von Fluopyram und Prothioconazol sowohl präventive als auch kurative Eigenschaften. Es schützt landwirtschaftliche Kulturen verlässlich vor ökonomisch bedeutenden Pilzkrankheiten und leistet einen wichtigen Beitrag zur Ertragssicherung.

Die Zulassung von Puskas erstreckt sich über eine Reihe wichtiger Ackerbaukulturen, darunter Winter- und Sommerraps, Sonnenblumen, Mais sowie Senf und Schlafmohn. Das Wirkungsspektrum deckt ein breites Spektrum an Schaderregern ab – von Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) und Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) im Raps über Blattdürre (Setosphaeria turcica) und Augenfleckenkrankheit (Kabatiella zeae) im Mais bis hin zu Alternaria-Arten und Grau- beziehungsweise Braunfäule-Erregern in Ölsaaten.

Durch die moderne Formulierung verteilt sich der Wirkstoffbelag rasch auf der Blattoberfläche, dringt in das Gewebe ein und entfaltet eine systemische sowie translaminare Schutzwirkung. Dies gewährleistet einen nachhaltigen Schutz nachwachsender Pflanzenteile auch unter wechselnden Witterungsbedingungen.

Wirkstoffe

Fluopyram
125 g/L · Wirkstoff
Prothioconazol
125 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Schlagkraft von Puskas basiert auf zwei biochemisch komplementären Wirkungsmechanismen. Der Wirkstoff Fluopyram gehört zur Gruppe der SDHI-Fungizide (FRAC-Gruppe 7, Succinat-Dehydrogenase-Hemmer). Er greift gezielt in den Komplex II der mitochondrialen Atmungskette der Pilzzellen ein, blockiert dort die Energieversorgung (ATP-Synthese) und unterbindet somit das Sporenkeimen sowie das Myzelwachstum der Schaderreger im frühesten Entwicklungsstadium. Ergänzt wird dies durch Prothioconazol, einen Wirkstoff aus der Gruppe der Triazolinthione (DMI-Fungizide / FRAC-Gruppe 3). Prothioconazol hemmt die C14-Demethylase in der Ergosterol-Biosynthese der Pilze. Dadurch wird der Aufbau funktionsfähiger Zellmembranen nachhaltig gestört, was zum Absterben des Pilzgewebes führt. Die Kombination aus SDHI und DMI sorgt für eine ausgeprägte Synergie mit protektiver, kurativer und eradikativer Wirkungsdynamik.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Fungizidresistenzen wirksam vorzubeugen, nutzt Puskas bereits die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen (FRAC 7 und FRAC 3). Für ein nachhaltiges Antiresistenzmanagement solltest du die Anwendung im Rahmen der Fruchtfolge sorgfältig planen. Begrenze die Anzahl der Behandlungen mit SDHI- und DMI-haltigen Fungiziden pro Saison auf das zugelassene Maß und wechsle bei Folgespritzungen gezielt auf Produkte mit alternativen Wirkungsweisen (wie etwa Strobilurine oder Kontaktfungizide). Zudem empfiehlt sich die vorbeugende Applikation bei ersten Befallssymptomen oder nach Prognosemodellen, um hohen Selektionsdruck auf große Pilzpopulationen zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Puskas zeigt eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Mikronährstoffdüngern. Vor dem Ansetzen größerer Spritzmengen solltest du jedoch stets eine Mischprobe im kleinen Maßstab durchführen, um physikalische Unverträglichkeiten auszuschließen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine gleichmäßige Benetzung der Bestände sicherzustellen – insbesondere bei dichten Raps- oder Maisbeständen. Vermeide Spritzungen bei extrem hoher Sonneneinstrahlung oder ausgeprägter Trockenstress-Situation der Kultur. Sauberes Spritzwasser mit einem neutralen bis leicht sauren pH-Wert unterstützt die Stabilität und Aufnahme der Wirkstoffe.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Ansetzen der Spritzbrühe und bei der Ausbringung ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (wie Schutzhandschuhe und Schutzanzug) zu tragen, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Zum Schutz von Gewässer- und Bodenorganismen sind Abdrift und Direkteintrag in Oberflächengewässer durch den Einsatz driftreduzierender Technik und die Einhaltung der gesetzlichen Abstandsauflagen zu verhindern. Da blühende Bestände von Bestäubern wie Bienen angeflogen werden, solltest du Behandlungen bevorzugt außerhalb des Bienenflugs in den Abendstunden durchführen und blühende Unkräuter im Bestandesunterbau vor der Anwendung berücksichtigen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MohnFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae), Alternaria Arten (Alternaria sp.)16–731 LITER_PER_HECTARE56T
SonnenblumeDiaporthe helianthi, Botrytis cinerea, Sclerotinia sclerotiorum16–691 LITER_PER_HECTARE28T
MaisAugenfleckenkrankheit an Mais (Kabatiella zeae), Blattdürre an Mais (Setosphaeria turcica), Bipolaris spp.30–691 LITER_PER_HECTARE—
MaisAugenfleckenkrankheit an Mais (Kabatiella zeae), Blattdürre an Mais (Setosphaeria turcica), Bipolaris spp.30–691 LITER_PER_HECTARE14T
SenfBotrytis cinerea, Sclerotinia sclerotiorum, Alternaria brassicae55–691 LITER_PER_HECTARE56T
SommerrapsBotrytis cinerea, Sclerotinia sclerotiorum, Alternaria brassicae55–691 LITER_PER_HECTARE56T
WinterrapsBotrytis cinerea, Sclerotinia sclerotiorum, Alternaria brassicae55–691 LITER_PER_HECTARE56T
SenfWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)30–391 LITER_PER_HECTARE56T
SommerrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)30–391 LITER_PER_HECTARE56T
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)30–391 LITER_PER_HECTARE56T
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)14–191 LITER_PER_HECTARE56T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Puskas im Raps?

Im Raps setzt du Puskas idealerweise vorbeugend ein. Zur Bekämpfung der Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) empfiehlt sich die Behandlung im Herbst oder zeitigen Frühjahr ab BBCH 14. Gegen die Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) erzielst du die beste Wirkung während der Hauptblüte (ca. BBCH 61–65), bevor die ersten Blütenblätter abfallen.

Worauf solltest du beim Einsatz in Mais gegen Blattkrankheiten achten?

In Mais richtet sich der Behandlungszeitpunkt nach dem Auftreten von Augenflecken (Kabatiella zeae) oder Turcicum-Blattdürre (Setosphaeria turcica). Beobachte die unteren Blätter ab dem Längenwachstum (BBCH 30–51). Sobald erste Befallssymptome sichtbar werden oder das Infektionsrisiko wetterbedingt steigt, schützt eine gezielte Spritzung das obere Drittel der Pflanze und sichert die Assimilationsfläche.

Warum ist die Kombination aus Fluopyram und Prothioconazol vorteilhaft?

Durch die Verknüpfung zweier unterschiedlicher Wirkungsmechanismen (FRAC 7 und FRAC 3) greift Puskas den Erreger an zwei verschiedenen biochemischen Stellen an. Das steigert nicht nur die Gesamtwirksamkeit und Ertragsleistung, sondern senkt auch das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Pilzen wie Alternaria oder Sclerotinia deutlich.

Kannst du Puskas mit Insektiziden oder Blattdüngern mischen?

In der Regel ist Puskas gut tankmixfähig mit gängigen Insektiziden sowie mit Mikronährstoffen wie Bor oder Magnesium. Achte darauf, zuerst Wasser einzufüllen, dann das Fungizid einzurühren und erst danach Dünger oder Zusatzstoffe hinzuzugeben. Prüfe im Zweifel vorab die physikalische Verträglichkeit.

Wie wirken sich Witterungsverhältnisse auf die Aufnahme von Puskas aus?

Die Wirkstoffe ziehen über die Wachsschicht der Blätter rasch in das Gewebe ein. Für eine optimale Aufnahme sollte die Spritzbrühe nach der Applikation etwa 1–2 Stunden antrocknen können, bevor Regen fällt. Vermeide Applikationen bei großer Hitze (über 25 °C) oder starker UV-Einstrahlung zur Mittagszeit.

Welche Rolle spielt Puskas im integrierten Pflanzenschutz?

Puskas fügt sich hervorragend in integrierte Anbausysteme ein. Es sollte auf Basis von Befallsprognosen, Schwellenwerten und nach der Wahl widerstandsfähiger Sorten eingesetzt werden. So nutzt du das volle Potenzial des Mittels, ohne unnötige Überbehandlungen durchzuführen.