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Sonstige · Finchimica S.p.A.

Protiostar

BVL Zul.-Nr. 00A398-62

Protiostar ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten in Getreide und Raps. Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol bietet dieses Pflanzenschutzmittel sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Es schützt die Kulturen zuverlässig vor Ertrags- und Qualitätsverlusten, indem es sich nach der Anwendung schnell in der Pflanze verteilt und auch Neuzuwachs absichert.

Als flüssige Formulierung lässt sich Protiostar hervorragend dosieren und applizieren. Das breite Wirkungsspektrum umfasst wichtige Schaderreger wie Septoria-Arten, Rostpilze, Netzflecken sowie Fusarium und Sclerotinia. Damit ist das Produkt ein flexibler und unverzichtbarer Baustein in modernen Pflanzenschutzstrategien für anspruchsvolle Ackerbaubetriebe.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Protiostar enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation der Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) zugeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Hemmung der C14-Demethylase, einem Schlüsselenzym in der Biosynthese von Ergosterol. Ergosterol ist ein essenzieller Baustein für den Aufbau und die Stabilität der pilzlichen Zellmembranen. Durch diese Blockade kommt es zu einer Störung der Membranfunktion und letztlich zum Absterben des Pilzmyzels. Da der Wirkstoff systemisch in der Kultur transportiert wird (akropetale Verteilung), werden auch tiefer liegende Gewebeschichten und nachwachsende Pflanzenteile effektiv vor einer Infektion geschützt oder bereits vorhandene, unsichtbare Infektionen in der Latenzphase gestoppt.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen DMI-Fungizide (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, solltest du Protiostar stets im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements einsetzen. Dies bedeutet, dass du die Anzahl der Anwendungen pro Saison begrenzt und den Wirkstoff im Wechsel oder in Kombination mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Carboxamiden/SDHI oder Strobilurinen) ausbringst. Achte zudem darauf, die empfohlenen Aufwandmengen nicht zu reduzieren, um die Selektion weniger empfindlicher Schaderreger-Biotypen im Feld zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Protiostar zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchführen. Verwende ausreichend Wasser für eine gleichmäßige Benetzung der Kulturen und vermeide Mischungen unter extremen Witterungsbedingungen wie starker Sonneneinstrahlung oder Frostgefahr, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Protiostar ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bieneneinstufung in den Zulassungsdaten angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen. Um Gewässer und Nichtzielorganismen wie Regenwürmer zu schonen, sind die allgemeinen Abstandsauflagen einzuhalten und jegliche Abdrift auf angrenzende Biotope strikt zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)0–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum)0–210.7 LITER_PER_HECTARE56T
HartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterroggenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE—
WeichweizenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE—
GersteFusarium-Arten59–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterroggenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE—
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WeichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WeichweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum0–650.7 LITER_PER_HECTARE56T
WeichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
HaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
HartweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE—
HartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterroggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
WeichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WeichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterroggenRhynchosporium secalis0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE—
HaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE—
HartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
GersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
GersteRhynchosporium secalis0–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)0–210.7 LITER_PER_HECTARE56T
HartweizenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE—
WeichweizenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
GersteZwergrost (Puccinia hordei)0–610.8 LITER_PER_HECTARE—
HartweizenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE—
GersteGelbrost (Puccinia striiformis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterroggenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WeichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterroggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenGelbrost (Puccinia striiformis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wie erkennst du den optimalen Behandlungszeitpunkt mit Protiostar im Getreide?

Der optimale Zeitpunkt richtet sich nach dem Auftreten der ersten Symptome der Schaderreger oder den regionalen Warndienstaufrufen. Bei Infektionen wie der Halmbruchkrankheit ist eine frühe Behandlung im Frühjahr (BBCH-Stadium 30–32) ratsam, während du gegen Blatt- und Ährenkrankheiten wie Septoria oder Fusarium-Arten die Applikation auf das Erscheinen des Fahnenblattes bis hin zur Blüte abstimmen solltest.

Warum ist der Wirkstoff Prothioconazol besonders effektiv gegen Fusarium-Arten in der Ähre?

Prothioconazol besitzt eine exzellente systemische Wirkung und verteilt sich hervorragend in den Ährenspindeln. Wenn du die Behandlung gezielt zur Blütezeit (BBCH-Stadium 61–65) durchführst, stoppt der Wirkstoff das Eindringen des Pilzes in die Kornanlagen und reduziert so nicht nur Ertragsverluste, sondern minimiert auch die Belastung des Ernteguts mit Mykotoxinen.

Kannst du Protiostar auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen einsetzen?

Ja, Protiostar zeigt auch bei mäßigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr eine gute Wirkung, da die Aufnahme und der systemische Transport in der Kultur bereits bei beginnendem Wachstum einsetzen. Vermeide jedoch Applikationen bei Frost oder wenn die Kulturen durch extreme Temperaturschwankungen unter Stress stehen.

Welche Rolle spielt die Wasserhärte bei der Ausbringung von Protiostar?

Protiostar ist formulierungsseitig sehr stabil, sodass normale Schwankungen der Wasserhärte die Wirksamkeit nicht negativ beeinflussen. Bei extrem hartem Wasser kann jedoch der Zusatz eines geeigneten pH-Puffers oder Konditionierers die Löslichkeit und die Aufnahme des Wirkstoffs durch die Wachsschicht der Blätter optimieren.

Wie integrierst du Protiostar am besten in eine Spritzfolge im Raps?

Im Raps solltest du Protiostar vor allem zur Blütezeit einsetzen, um einen optimalen Schutz gegen Sclerotinia (Weißstängeligkeit) zu erzielen. Wenn du bereits im Herbst eine Behandlung gegen Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma) durchführen musst, empfiehlt es sich, dort einen Wirkstoff aus einer anderen chemischen Gruppe zu wählen, um den Selektionsdruck für Prothioconazol niedrig zu halten.