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Sonstige · INNVIGO Sp. z o.o.

Protikon 250 EC

BVL Zul.-Nr. 00B244-00

Protikon 250 EC ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Winterweizen, Winterraps und Weißem Senf. Als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Benetzung und schnelle Aufnahme in das Pflanzengewebe aus.

Der bewährte Wirkstoff Prothioconazol verleiht dem Produkt sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Dadurch bietet Protikon 250 EC einen zuverlässigen Schutz vor ertragsmindernden Schaderregern wie Septoria-Arten, Rostpilzen, Echtem Mehltau sowie Raps-Krankheiten wie Sclerotinia sclerotiorum und der Wurzelhals- und Stängelfäule.

Dank seiner flexiblen Anwendungsmöglichkeiten im Getreide- und Rapsanbau hat sich dieses Pflanzenschutzmittel als fester Baustein in modernen Pflanzenschutzstrategien etabliert. Es sichert nicht nur die Ertragsmenge, sondern schützt auch die Qualität des Ernteguts vor Mykotoxinen, die durch Ährenfusariosen verursacht werden.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Protikon 250 EC enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazolinthione und ist innerhalb der FRAC-Klassifikation in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung der C14-Demethylase im Biosyntheseweg des Ergosterols. Ergosterol ist ein essenzieller Baustein für den Aufbau und die Funktion der pilzlichen Zellmembranen. Durch diesen Eingriff wird die Membranstruktur der Schadpilze nachhaltig gestört, was zu einem Wachstumsstopp der Keimschläuche und Appressorien führt und letztlich das Absterben des Pilzmyzels zur Folge hat. Da der Wirkstoff systemisch in der Kultur verteilt wird, schützt er auch den Neuzuwachs effektiv vor einer Neuinfektion.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung der Schaderreger gegenüber DMI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 3) vorzubeugen, solltest du Protikon 250 EC stets im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements einsetzen. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen dieses Wirkstoffs auf derselben Fläche. Es wird dringend empfohlen, Behandlungen mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen abzuwechseln oder in Tankmischungen zu kombinieren. Halte dich zudem strikt an die empfohlenen Aufwandmengen und vermeide Unterdosierungen, um selektiven Druck auf die Erregerpopulationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Protikon 250 EC zeigt sich im Allgemeinen gut verträglich und mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden sowie Wachstumsreglern und Blattdüngern. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität (idealerweise ein pH-Wert im leicht sauren bis neutralen Bereich) und fülle die Spritze zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser, bevor du die Produkte unter ständigem Rühren hinzugibst. Die Anwendung sollte zügig nach dem Ansetzen der Spritzbrühe erfolgen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Protikon 250 EC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden. Verlege die Applikation vorzugsweise in die späten Abendstunden nach dem täglichen Bienenflug. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielorganismen sind Abdriften auf angrenzende Biotope und Oberflächengewässer durch den Einsatz abdriftmindernder Technik strikt zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenSeptoria nodorum, Braunrost (Puccinia recondita), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenFusarium-Arten30–320.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)26–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenFusarium-Arten61–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum61–650.8 LITER_PER_HECTARE56T
WinterrapsAlternaria brassicae, Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)65–690.8 LITER_PER_HECTARE56T
SenfSclerotinia sclerotiorum, Alternaria brassicae, Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)59–690.8 LITER_PER_HECTARE56T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Ährenfusarium im Weizen?

Um eine optimale Wirkung gegen Fusarium-Arten zu erzielen, solltest du die Behandlung gezielt während der Blüte (BBCH 61 bis 65) durchführen. Achte besonders auf warme, feuchte Witterungsbedingungen während dieses Zeitraums, da diese Infektionen begünstigen. Eine rechtzeitige Applikation schützt nicht nur den Ertrag, sondern reduziert auch die Belastung des Ernteguts mit Mykotoxinen.

Wie verhält sich Protikon 250 EC bei niedrigen Temperaturen im Frühjahr?

Dank seiner systemischen Eigenschaften und der Formulierung als emulgierbares Konzentrat wirkt Protikon 250 EC auch bei kühleren Frühjahrstemperaturen zuverlässig. Für eine optimale Wirkstoffaufnahme und -verteilung in der Kultur sollten die Temperaturen jedoch dauerhaft über 8 °C liegen und die Pflanzen aktiv assimilieren.

Kann ich das Mittel auch zur Bekämpfung von Krankheiten im Raps im Herbst einsetzen?

Ja, eine Anwendung im Herbst (ab BBCH 12 bis 18) ist besonders effektiv, um die Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) frühzeitig zu bekämpfen. Gleichzeitig fördert die Behandlung die Winterhärte des Rapses, indem sie das übermäßige Längenwachstum des Vegetationskegels bremst und die Kultur kompakter in den Winter gehen lässt.

Was muss ich bezüglich der Wartezeit bis zur Ernte beachten?

Die einzuhaltende Wartezeit variiert je nach Kultur und Anwendungszeitpunkt zwischen 35 und 56 Tagen. Du solltest diesen Zeitraum bei deiner späten Pflanzenschutzplanung unbedingt berücksichtigen, um Rückstände im Erntegut sicher auszuschließen und die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten.

Wie kann ich die Wirkung von Protikon 250 EC bei extrem trockenen Bedingungen absichern?

Bei anhaltender Trockenheit ist die Wachsschicht der Blätter oft besonders dick, was die Aufnahme erschwert. In solchen Situationen kann der Zusatz eines zugelassenen Netzmittels (Adjuvans) die Benetzung der Blattoberfläche verbessern und das Eindringen des Wirkstoffs in die Kultur beschleunigen. Vermeide zudem Behandlungen in der prallen Mittagssonne.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte für meine Kulturen?

Du kannst ganz einfach unsere Such- und Filterfunktionen im Hub nutzen. Filtere dort nach deiner spezifischen Kultur (z. B. Winterweizen oder Winterraps) und dem Ziel-Schaderreger, um eine Übersicht aller in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Aufwandmengen und Anwendungsbestimmungen zu erhalten.