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Sonstige · GLOBACHEM NV

Protendo Forte

BVL Zul.-Nr. 00A271-00

Protendo Forte ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten in Getreide und Raps. Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol (300 g/l) bietet dieses Pflanzenschutzmittel sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Es ist als flüssiges Konzentrat formuliert, das sich hervorragend in der Spritzbrühe verteilt und schnell von den behandelten Pflanzenteilen aufgenommen wird.

In Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale schützt Protendo Forte zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern wie Septoria-Arten, Rostpilzen, Echtem Mehltau und Fusarium. Im Raps (sowohl Winter- als auch Sommerraps) liegt der Schwerpunkt auf der Kontrolle von Rapskrankheiten wie der Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma), Sclerotinia-Stängelfäule und Alternaria-Blattbräune. Dank seiner systemischen Verteilung schützt das Mittel auch den Neuzuwachs über einen längeren Zeitraum.

Wirkstoffe

Prothioconazol
300 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Protendo Forte enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung der C14-Demethylase, einem Schlüsselenzym in der Biosynthese von Ergosterol. Ergosterol ist ein essenzieller Baustein für den Aufbau und die Stabilität der pilzlichen Zellmembranen. Durch die Blockade dieses Stoffwechselschnitts kommt es zu einer Anhäufung abnormaler Methylsterole und einem Mangel an funktionellem Ergosterol. Dies führt zu einer irreversiblen Schädigung der Membranstruktur und letztlich zum Absterben des Pilzmyzels. Da der Wirkstoff systemisch in der Kultur transportiert wird (akropetale Verteilung), werden auch bereits im Gewebe etablierte, aber noch nicht sichtbar ausgebrochene Infektionen effektiv gestoppt (kurative Wirkung).

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen DMI-Fungizide (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, solltest du Protendo Forte stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen desselben Wirkstoffs. Es wird empfohlen, Behandlungen mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen abzuwechseln, die einen unterschiedlichen Wirkungsmechanismus aufweisen – beispielsweise mit Kontaktfungiziden oder Vertretern der SDHI- (FRAC-Gruppe 7) oder Strobilurin-Klasse (FRAC-Gruppe 11). Zudem solltest du die empfohlenen Aufwandmengen nicht reduzieren, um die Selektion weniger empfindlicher Pilzstämme zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Protendo Forte zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe (Kübeltest) auf physikalische Verträglichkeit durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extrem kaltes Wasser, um eine optimale Emulgierung zu gewährleisten. Die Zugabe von zugelassenen Netzmitteln kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme insbesondere bei Kulturen mit ausgeprägter Wachsschicht verbessern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Protendo Forte ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, bei der Handhabung des Konzentrats sowie während der Ausbringung unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und anderen nützlichen Insekten vorsorglich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, verzichten oder diese in die späten Abendstunden verlegen, wenn der Bienenflug beendet ist. Um Einträge in Oberflächengewässer und empfindliche Saumbiotope zu vermeiden, sind die allgemeinen Abdriftminderungsmaßnahmen und Gewässerabstände strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommerhartweizenBraunrost (Puccinia recondita)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)20–590.6 LITER_PER_HECTARE56T
WinterweichweizenFusarium-Arten61–690.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenFusarium-Arten61–690.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterroggenRhynchosporium secalis30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum61–690.6 LITER_PER_HECTARE56T
WinterweichweizenSeptoria nodorum30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)—0.6 LITER_PER_HECTARE56T
SommerweichweizenFusarium-Arten61–690.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerrapsAlternaria brassicae61–690.6 LITER_PER_HECTARE56T
WinterhartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerrapsSclerotinia sclerotiorum61–690.6 LITER_PER_HECTARE56T
SommerroggenBraunrost (Puccinia recondita)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteRhynchosporium secalis30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WintertriticaleRhynchosporium secalis30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteRhynchosporium secalis30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenBraunrost (Puccinia recondita)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterroggenBraunrost (Puccinia recondita)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenSeptoria nodorum30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenFusarium-Arten61–690.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsAlternaria brassicae61–690.6 LITER_PER_HECTARE56T
SommerhartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WintertriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WintertriticaleSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T
SommerroggenRhynchosporium secalis30–610.65 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Fusarium-Arten im Getreide?

Eine gezielte Behandlung gegen Ährenfusarium mit Protendo Forte sollte idealerweise während der Blüte der Kultur (BBCH 61 bis 65) erfolgen. Achte auf warme, feuchte Witterungsbedingungen während des Ährenschiebens, da diese Infektionen begünstigen. Die Anwendung muss protektiv oder unmittelbar nach einem potenziellen Infektionsereignis (z. B. Niederschlag in der Blüte) durchgeführt werden.

Wie profitiert Raps von einer Anwendung im Herbst im Vergleich zur Frühjahrsbehandlung?

Eine Anwendung im Herbst (ab BBCH 20) schützt die jungen Rapspflanzen effektiv vor der Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma) und stärkt die Winterhärte der Kultur. Im Frühjahr hingegen liegt der Fokus auf der Bekämpfung von Sclerotinia-Stängelfäule und Alternaria-Blattbräune während der Blütezeit, um den Schotenertrag abzusichern.

Kann ich Protendo Forte auch bei kühleren Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?

Ja, der Wirkstoff Prothioconazol besitzt eine gute Temperaturstabilität und ist bereits bei niedrigen Temperaturen ab etwa 5 bis 8 °C aktiv. Das macht Protendo Forte zu einer hervorragenden Wahl für frühe Behandlungen im Getreide (z. B. gegen Halmbruch oder frühe Septoria-Infektionen), sobald das vegetative Wachstum der Kultur einsetzt.

Warum ist die Einhaltung der maximalen Aufwandmenge für das Resistenzmanagement so wichtig?

Wenn du die Aufwandmenge reduzierst, setzt du die Schaderreger einer subletalen Dosis aus. Dies begünstigt das Überleben von Pilzstämmen mit geringerer Empfindlichkeit (sogenanntes "Shifting") und beschleunigt die Resistenzentwicklung gegen DMI-Fungizide. Verwende daher immer die voll registrierte Aufwandmenge, um eine maximale Wirkung zu erzielen.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kultur?

Du kannst im Hauptmenü unseres Hubs nach deiner spezifischen Kultur (z. B. Winterweizen oder Winterraps) filtern. Dort werden dir alle in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel übersichtlich angezeigt. Du kannst die Suche weiter verfeinern, indem du nach dem spezifischen Schaderreger filterst, den du kontrollieren möchtest.

Was muss ich bezüglich der Wartezeit (PHI) vor der Ernte beachten?

Die Wartezeit beschreibt den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand in Tagen zwischen der letzten Anwendung und der Ernte der Kultur. Bei Protendo Forte liegt diese je nach Kultur und Anwendungszeitpunkt zwischen 35 und 56 Tagen. Plane deine Behandlungen vorausschauend, um sicherzustellen, dass diese Frist bis zum geplanten Erntetermin vollständig eingehalten wird.