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Sonstige · Syngenta Agro GmbH

PROTEG 250 EC

BVL Zul.-Nr. 005685-00

PROTEG 250 EC ist ein hochwirksamer Wachstumsregler zur gezielten Verbesserung der Standfestigkeit und Halmfestigung in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Winterweichweizen, Winter- und Sommergerste, Winterroggen, Hafer sowie Winterraps. Als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Benetzung und eine schnelle Aufnahme über die grünen Pflanzenteile aus. Es unterstützt dich dabei, das Risiko von Lagerbildung selbst bei intensiver Stickstoffdüngung oder ungünstigen Witterungsverhältnissen effektiv zu minimieren.

Durch die gezielte Einkürzung der Internodien und die gleichzeitige Stärkung des Halmquerschnitts sorgt PROTEG 250 EC für eine stabilere Halmstruktur. Dies sichert nicht nur das Ertragspotenzial ab, sondern erleichtert auch die spätere Ernte und schützt die Korn- und Erntequalität vor den negativen Folgen von Lagergetreide.

Wirkstoffe

Trinexapac
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Trinexapac greift direkt in den Hormonhaushalt der Kulturen ein. Er hemmt die Biosynthese von Gibberellinen, indem er das Enzym 3-Beta-Hydroxylase blockiert. Dieses Enzym ist maßgeblich für die Umwandlung von inaktiven Gibberellenvorstufen in die biologisch aktive Gibberellinsäure (GA1) verantwortlich, welche das Streckungswachstum der Pflanzenzellen steuert. Durch diesen physiologischen Eingriff wird das Längenwachstum der nach der Behandlung gebildeten Internodien gehemmt. Gleichzeitig kommt es zu einer Verdickung der Halmwand und einer verstärkten Einlagerung von Stützgewebe an der Halmbasis. Das Ergebnis ist eine kompaktere, standfestere Kultur mit einem optimierten Schwerpunkt, ohne dass das wichtige Wurzelwachstum beeinträchtigt wird.

Resistenzmanagement

Da es sich bei Trinexapac um einen Wachstumsregler und nicht um ein Pflanzenschutzmittel zur Schaderregerbekämpfung handelt, besteht kein klassisches Risiko für eine Resistenzentwicklung im Sinne von Zielorganismen. Dennoch solltest du im Sinne eines nachhaltigen Pflanzenbaus auf eine ausgewogene Düngung und eine standortgerechte Sortenwahl achten. Um physiologische Stressreaktionen der Kulturen zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Aufwandmengen stets an die Bestandesdichte, die Bodenfeuchtigkeit und die aktuelle Witterung anzupassen und gegebenenfalls Wirkstoffe mit anderen Angriffspunkten in der Spritzfolge abzuwechseln.

Mischbarkeit & Tankmischung

PROTEG 250 EC weist eine sehr gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Herbiziden und flüssigen Blattdüngern (wie AHL) auf. Bei Mischungen mit Herbiziden, insbesondere aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe, solltest du jedoch vorsichtig sein, da dies die Kultur kurzzeitig stressen kann. Achte darauf, Mischungen bevorzugt bei wüchsiger Witterung und ausreichender Luftfeuchtigkeit auszubringen. Vermeide Tankmischungen unter extremen Bedingungen wie starker Sonneneinstrahlung am Mittag oder bei unmittelbarer Frostgefahr, um Kulturverträglichkeitsprobleme zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit PROTEG 250 EC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell nicht in blühende Bestände oder an Orten mit aktivem Bienenflug legen; weiche vorzugsweise auf die bienenfreien Abendstunden aus. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an aquatischen Organismen zu vermeiden, sind die allgemeinen Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftmindernder Technik strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommergersteHalmfestigung31–370.6 LITER_PER_HECTARE—
WinterroggenHalmfestigung31–390.6 LITER_PER_HECTARE—
WintergersteHalmfestigung31–490.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterweichweizenHalmfestigung31–490.4 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsStandfestigkeit51–551.5 LITER_PER_HECTARE—
WinterroggenHalmfestigung39–490.3 LITER_PER_HECTARE—
HaferHalmfestigung31–370.6 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von PROTEG 250 EC im Getreide?

Der beste Anwendungszeitraum liegt in den BBCH-Stadien 31 bis 39 (Schossen bis Erscheinen des Fahnenblattes). In diesem Fenster ist das Längenwachstum der Internodien am aktivsten, sodass du die einkürzende Wirkung optimal zur Stabilisierung der Halmbasis nutzen kannst.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung dieses Wachstumsreglers?

PROTEG 250 EC benötigt für eine optimale Aufnahme und Wirkung wüchsige Bedingungen mit Temperaturen über 8 °C und ausreichend Luftfeuchtigkeit. Bei extremer Trockenheit, Hitze oder Nachtfrösten solltest du die Behandlung verschieben, um Stresssymptome an den Kulturen zu vermeiden.

Kann ich PROTEG 250 EC mit flüssigem Stickstoffdünger (AHL) kombinieren?

Ja, eine Mischung mit AHL ist grundsätzlich möglich und wird in der Praxis häufig durchgeführt. Du solltest jedoch die Aufwandmenge von PROTEG 250 EC bei einer Kombination mit AHL leicht reduzieren, da der Dünger die Aufnahme des Wirkstoffs beschleunigt und die Wirkung deutlich verstärken kann.

Warum ist die Standfestigkeit bei Raps (BRSNW) so wichtig und wie hilft das Produkt?

Bei Winterraps sorgt eine verbesserte Standfestigkeit dafür, dass die Pflanzen im Frühjahr kompakter wachsen und nicht so leicht ins Lager gehen. Dies verbessert die Lichtdurchflutung des Bestandes, fördert eine gleichmäßige Abreife der Schoten und erleichtert den Mähdrusch erheblich.

Wie finde ich im Agronomy-Hub heraus, welche anderen Wachstumsregler für meine Kultur zugelassen sind?

Du kannst im Hub einfach nach deiner spezifischen Kultur (z. B. Winterweizen oder Wintergerste) filtern und die Kategorie 'Wachstumsregler' oder die Indikationen 'Halmfestigung' und 'Standfestigkeit' auswählen, um alle in Deutschland registrierten Alternativen direkt zu vergleichen.

Gibt es Einschränkungen bei der Anwendung in gestressten Beständen?

Ja, wende PROTEG 250 EC niemals auf Beständen an, die unter extremem Stress durch Trockenheit, Staunässe, Nährstoffmangel oder Herbizidschäden leiden. Die Hemmung der Gibberellinsäure kann in gestressten Kulturen zu einer übermäßigen Einkürzung oder Ertragsdepressionen führen.