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Sonstige · Syngenta Agro GmbH

Protect Garden Netzschwefel

BVL Zul.-Nr. 050498-67

Solabiol Netzschwefel ist ein bewährtes, vielseitig einsetzbares Pflanzenschutzmittel auf Basis des natürlichen Wirkstoffs Schwefel. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Verteilbarkeit und Haftung auf den behandelten Pflanzenteilen aus. Es nimmt im integrierten sowie im ökologischen Anbau eine Schlüsselrolle ein, da es sowohl eine fungizide Wirkung gegen Echte Mehltaupilze und Schorf als auch eine beachtliche Nebenwirkung gegen Schadmilben wie Kräusel- und Pockenmilben besitzt.

Das breite Zulassungsspektrum umfasst bedeutende Kulturen wie Weinreben, Kernobst, Getreide, Hopfen sowie verschiedene Gemüse- und Zierpflanzenkulturen. Durch die feine Partikelverteilung wird ein gleichmäßiger Spritzbelag erzielt, der die Kulturen zuverlässig vor einer Infektion schützt. Dank seiner bewährten Formulierung ist Solabiol Netzschwefel ein unverzichtbarer Baustein in modernen Pflanzenschutzstrategien.

Wirkstoffe

Schwefel
800 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Schwefel ist der FRAC-Gruppe M02 (Multi-Site-Kontaktaktivität) zugeordnet. Die Wirkung von Solabiol Netzschwefel basiert auf der Aufnahme von elementarem Schwefel durch die Pilzzelle. In der Zelle fungiert Schwefel als Elektronenakzeptor und greift direkt in die Atmungskette der Mitochondrien ein. Er stört den Elektronentransport und oxidiert lebenswichtige Thiolgruppen in Proteinen und Enzymen, was zu einer umfassenden Störung des Zellmetabolismus und letztlich zum Absterben des Schaderregers führt. Zusätzlich besitzt Schwefel eine physikalische Dampfphase. Bei steigenden Temperaturen verdampft ein Teil des aufgetragenen Schwefels und bildet eine schützende Gasphase um die Kultur. Diese Gasphase erreicht auch schwer zugängliche Pflanzenteile und entfaltet dort ihre fungizide sowie milbenreduzierende (akarizide) Wirkung, indem sie die Atmungsorgane von Gallmilben beeinträchtigt.

Resistenzmanagement

Aufgrund seines Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC-Gruppe M02) greift Schwefel an mehreren Stellen gleichzeitig in den Stoffwechsel der Schaderreger ein. Das Risiko für eine Resistenzentwicklung ist daher als extrem gering einzustufen. Solabiol Netzschwefel eignet sich hervorragend als Mischungspartner oder im Blockwechsel mit systemischen Fungiziden, um deren Wirkungsdauer zu verlängern und die Entstehung von Resistenzen gegen einortige Wirkstoffe (Single-Site-Inhibitoren) effektiv zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Herstellung von Tankmischungen ist Solabiol Netzschwefel im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Es darf jedoch keinesfalls mit mineralischen oder pflanzlichen Ölen gemischt werden, da dies zu schweren Verbrennungen (Phytotoxizität) an den Kulturen führen kann. Zwischen einer Behandlung mit schwefelhaltigen Produkten und ölhaltigen Präparaten sollte ein Sicherheitsabstand von mindestens 14 Tagen eingehalten werden. Achte zudem auf eine ausreichende Wasserqualität und rühre die Spritzbrühe während des gesamten Ausbringungsvorgangs kontinuierlich.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), wie Schutzhandschuhe und Schutzanzug, zu tragen, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern das Mittel generell nicht auf blühende Kulturen oder an Orten ausbringen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Anwendung vorzugsweise in die Abendstunden. Vermeide zudem jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope, um aquatische Organismen und die lokale Nützlingsfauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GurkeEchter Mehltau (Erysiphe cichoracearum), Echter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea)—150 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER1T
WeinrebeEchter Mehltau (Uncinula necator)—360 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER56T
StachelbeereAmerikanischer Mehltau (Sphaerotheca mors-uvae)—500 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER7T
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze—250 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER—
Wurzel- und KnollengemüseEchte Mehltaupilze—150 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER7T
ErbseEchter Mehltau (Erysiphe pisi)—150 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER7T
ErbseEchter Mehltau (Erysiphe pisi)—1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
EicheEchter Mehltau (Microsphaera alphitoides)—1.2 KILOGRAM_PER_HECTARE—
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–616 KILOGRAM_PER_HECTARE35T
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–616 KILOGRAM_PER_HECTARE35T
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–616 KILOGRAM_PER_HECTARE35T
WeinrebeRebstock-Kräuselmilbe (Calepitrimerus vitis), Rebenpockenmilbe (Eriophyes vitis)9–613.6 KILOGRAM_PER_HECTARE56T
Arzneipflanzenpilzliche Doldenerkrankungen69–713 KILOGRAM_PER_HECTARE—
ArzneipflanzenEchte Mehltaupilze69–713 KILOGRAM_PER_HECTARE—
Teekräuterpilzliche Doldenerkrankungen69–713 KILOGRAM_PER_HECTARE—
Gewürzkräuterpilzliche Doldenerkrankungen69–713 KILOGRAM_PER_HECTARE—
TeekräuterEchte Mehltaupilze69–713 KILOGRAM_PER_HECTARE—
GewürzkräuterEchte Mehltaupilze69–713 KILOGRAM_PER_HECTARE—
KernobstEchte Mehltaupilze—3.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
KernobstSchorf (Venturia spp.)—3.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
WeinrebeEchter Mehltau (Uncinula necator)—3.6 KILOGRAM_PER_HECTARE56T
StachelbeereAmerikanischer Mehltau (Sphaerotheca mors-uvae)—5 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze—2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
HopfenEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)31–975.6 KILOGRAM_PER_HECTARE8T
Wurzel- und KnollengemüseEchte Mehltaupilze—1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
GurkeEchter Mehltau (Erysiphe cichoracearum), Echter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea)—1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Temperatur die Wirkung von Solabiol Netzschwefel?

Schwefel benötigt für eine optimale Wirkung eine gewisse Mindesttemperatur, da die wichtige Dampfphase erst ab etwa 10 bis 12 °C einsetzt. Bei Temperaturen über 28 °C solltest du die Anwendung jedoch vermeiden, da dann das Risiko von Verbrennungen (Phytotoxizität) an den Blättern und Früchten der Kulturen stark ansteigt.

Kann ich Solabiol Netzschwefel im ökologischen Landbau einsetzen?

Ja, Schwefel ist ein natürlicher Wirkstoff und für den Einsatz im ökologischen Landbau zugelassen. Du solltest jedoch vor der Anwendung die aktuellen Richtlinien deines jeweiligen Anbauverbandes prüfen, da es spezifische Vorgaben zu den maximalen Aufwandmengen pro Hektar und Jahr geben kann.

Was muss ich bei der Anwendung im Weinbau zur Bekämpfung von Kräusel- und Pockenmilben beachten?

Für eine erfolgreiche Regulierung von Schadmilben wie der Rebenpockenmilbe ist der Anwendungszeitpunkt entscheidend. Führe die Behandlung frühzeitig beim Austrieb (BBCH 09 bis 13) durch, wenn die Milben ihre Winterquartiere verlassen und die jungen Knospen besiedeln. Spätere Behandlungen haben eine deutlich geringere Wirkung.

Wie verhält sich das Produkt bei Regen nach der Spritzung?

Solabiol Netzschwefel besitzt eine gute Haftfähigkeit, benötigt jedoch eine gewisse Antrocknungszeit auf der Blattoberfläche. Setzt innerhalb weniger Stunden nach der Applikation starker Regen ein, kann der Spritzbelag abgewaschen werden, was eine wiederholte Behandlung nach dem Abtrocknen der Kultur erforderlich macht.

Warum ist der Abstand zu Ölbehandlungen so wichtig?

Die Kombination von Schwefel und Öl auf dem Blatt zerstört die schützende Wachsschicht der Kultur. Dies führt dazu, dass der Schwefel tief in das Pflanzengewebe eindringt und dort massive Verbrennungen verursacht. Halte daher immer einen zeitlichen Sicherheitsabstand von mindestens zwei Wochen zwischen Schwefel- und Ölanwendungen ein.