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Sonstige · SUMITOMO CHEMICAL

Proliant

BVL Zul.-Nr. 00A022-00

Proliant ist ein hochmodernes Pflanzenwachstumsregulator-Präparat von Sumitomo Chemical, das speziell für den Einsatz in Mais (ZEAMX) entwickelt wurde. Als wasserlösliches Granulat (SG) formuliert, basiert es auf dem natürlichen Pflanzenhormon Gibberellinsäure (GA3) in einer hochkonzentrierten Form von 400 g/kg. Das Pflanzenschutzmittel dient der gezielten Wachstumsförderung und der Stimulierung des Trieblängenwachstums in kritischen frühen Entwicklungsphasen der Kultur.

In der landwirtschaftlichen Praxis hat sich Proliant als wertvolles Werkzeug etabliert, um junge Maisbestände schnell und gleichmäßig zu etablieren. Besonders unter suboptimalen Startbedingungen wie kühlen Frühjahrstemperaturen oder temporärer Trockenheit hilft das Mittel der Kultur, Wachstumsverzögerungen rasch zu überwinden. Durch die gezielte Förderung des Längenwachstums wird die photosynthetisch aktive Blattfläche frühzeitig vergrößert, was die Konkurrenzkraft gegenüber Unkräutern stärkt und das Ertragspotenzial sichert.

Wirkstoffe

Gibberellinsäure
400 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Gibberellinsäure (GA3) ist ein natürliches Phytohormon, das in Pflanzen eine Schlüsselrolle bei der Steuerung von Streckungswachstum und Zellteilung einnimmt. Nach der Aufnahme über das Blattgewebe imitiert Proliant die körpereigenen Signale der Kultur. Es fördert die Dehnbarkeit der Zellwände und regt die Synthese von hydrolytischen Enzymen an, was zu einer beschleunigten Zellstreckung (Elongation) im Stängel- und Blattbereich führt. Auf biochemischer Ebene interagiert die Gibberellinsäure mit spezifischen Rezeptoren in den Pflanzenzellen, was den Abbau von DELLA-Proteinen (Wachstumsrepressoren) initiiert. Dadurch werden Gene aktiviert, die für das vegetative Wachstum verantwortlich sind. Das Ergebnis ist ein deutlich sichtbarer Schub im Trieblängenwachstum, der zu einer optimierten Bestandesarchitektur und einer verbesserten Nährstoff- und Lichtausnutzung beiträgt.

Resistenzmanagement

Da es sich bei Gibberellinsäure um ein natürliches Pflanzenhormon und keinen klassischen Wirkstoff gegen Schaderreger handelt, besteht kein Risiko für eine Resistenzentwicklung im herkömmlichen Sinne. Dennoch solltest du Proliant stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenbausystems einsetzen. Um die physiologische Balance der Kultur nicht zu gefährden, ist die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen und des optimalen BBCH-Fensters entscheidend. Eine Kombination mit einer ausgewogenen Stickstoff- und Mikronährstoffdüngung stellt sicher, dass das induzierte Wachstum durch ausreichende Nährstoffressourcen gestützt wird.

Mischbarkeit & Tankmischung

Proliant zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Herbiziden und Mikronährstoffdüngern aus, die im frühen Maisanbau eingesetzt werden. Bei Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe (Kübeltest) durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität; extrem hartes Wasser oder ein sehr hoher pH-Wert können die Stabilität und Aufnahme des Wirkstoffs beeinträchtigen. Die Zugabe von geeigneten Netzmitteln kann die Benetzung der Blattoberfläche und damit die Wirkstoffaufnahme unter trockenen Bedingungen optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Proliant steht der Schutz des Anwenders im Vordergrund. Trage während der Handhabung und Ausbringung des Mittels die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzbrille. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Zulassungsdaten hinterlegt ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühende Bestände oder Bereiche, in denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden. Führe die Behandlung vorzugsweise in den windstillen Abendstunden durch, um Abdrift auf angrenzende Biotope zu minimieren und Nichtzielorganismen sowie Gewässer zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisWachstumsförderung, Förderung des Trieblängenwachstums13–160.05 KILOGRAM_PER_HECTARE—
MaisWachstumsförderung, Förderung des Trieblängenwachstums13–160.025 KILOGRAM_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Proliant im Mais?

Der beste Behandlungszeitraum liegt in den frühen Entwicklungsstadien des Maises, konkret zwischen BBCH 13 (3-Blatt-Stadium) und BBCH 16 (6-Blatt-Stadium). In dieser Phase reagiert die Kultur besonders sensitiv auf das Phytohormon, was zu einer optimalen Förderung des Trieblängenwachstums führt.

Kann ich Proliant auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr spritzen?

Ja, gerade bei kühler Witterung im Frühjahr, wenn das natürliche Wachstum des Maises stockt, ist der Einsatz besonders sinnvoll. Proliant hilft der Kultur, diese physiologische Blockade zu überwinden. Achte jedoch darauf, dass zum Zeitpunkt der Anwendung kein Frost herrscht und die Pflanzen aktiv assimilieren können.

Welche Rolle spielt die Wasserhärte bei der Ausbringung von Proliant?

Die Wasserqualität kann die Effizienz von Gibberellinsäure beeinflussen. Sehr hartes Wasser (hoher Calcium- und Magnesiumgehalt) kann die Aufnahme des Wirkstoffs reduzieren. Bei Bedarf kannst du einen geeigneten Wasseraufbereiter oder Ammoniumsulfat zusetzen, um die Wasserqualität zu optimieren und die volle Wirkung abzusichern.

Muss ich nach der Anwendung von Proliant eine Wartezeit bis zur Ernte einhalten?

Für Proliant ist keine spezifische Wartezeit in Tagen vorgeschrieben, da die Anwendung sehr früh in der Vegetationsperiode (bis BBCH 16) erfolgt. Bis zur Ernte des Silo- oder Körnermaises ist der Wirkstoff in der Kultur vollständig biologisch abgebaut, sodass keine Rückstände zu befürchten sind.

Wie reagiert der Mais optisch nach einer Behandlung mit Proliant?

Bereits wenige Tage nach der Behandlung zeigt sich meist eine deutliche Streckung der Internodien und eine vorübergehende, leichte Aufhellung des Blattgrüns, da sich die Zellen schnell ausdehnen. Dies ist ein normaler physiologischer Effekt. Eine begleitende oder zeitnahe Stickstoff- und Mikronährstoffgabe hilft der Kultur, schnell wieder ein sattes Grün aufzubauen.

Kann ich Proliant mit Herbiziden zur Unkrautbekämpfung mischen?

Grundsätzlich ist Proliant mit vielen gängigen Maisherbiziden mischbar. Dies spart Überfahrten und nutzt Synergien, da der Mais durch das beschleunigte Wachstum den Boden schneller beschattet. Du solltest jedoch extreme Tankmischungen mit stark stressenden Herbizidkomponenten bei sehr heißem Wetter vermeiden, um die Kultur nicht unnötig zu belasten.