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Sonstige · Indofil Industries (Netherlands) B.V.

Prolate

BVL Zul.-Nr. 00A903-60

Prolate ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von pilzlichen Schaderregern in Getreidekulturen wie Winterweizen, Wintergerste und Sommergerste. Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol (250 g/l) bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Es ist als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, was eine hervorragende Benetzung der Blattoberfläche und eine schnelle Aufnahme in die Kultur gewährleistet.

Das Anwendungsspektrum umfasst die wirtschaftlich bedeutendsten Blatt- und Ährenkrankheiten im Getreidebau. Dazu gehören unter anderem die Septoria-Blattdürre, DTR-Blattdürre und Rostpilze im Weizen sowie Netzflecken, Rhynchosporium und die schwer zu bekämpfende Ramularia-Sprenkelkrankheit in der Gerste. Durch seine systemische Verteilung schützt Prolate auch den Neuzuwachs zuverlässig über einen längeren Zeitraum.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Prolate enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase im Zuge der Ergosterol-Biosynthese der Pilze. Ergosterol ist ein essenzieller Baustein für den Aufbau und die Funktionsfähigkeit der pilzlichen Zellmembranen. Durch die Blockade dieses Syntheseschritts kommt es zu einer Störung der Membranintegrität, was das Wachstum der Keimschläuche und das Eindringen des Pilzes in das Gewebe der Kultur stoppt. Da Prothioconazol systemisch in der Kultur transportiert wird (akropetale Verteilung), werden auch bereits im Gewebe etablierte Pilzmyzelien effektiv in ihrer Weiterentwicklung gehemmt, was dem Mittel seine starke kurative Leistung verleiht.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung bei den Zielpathogenen zu minimieren, solltest du Prolate stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Vermeide aufeinanderfolgende Solo-Anwendungen von Wirkstoffen aus der FRAC-Gruppe 3 auf derselben Fläche. Ein gezielter Wirkstoffwechsel mit Fungiziden anderer Wirkungsklassen – wie beispielsweise Carboxamiden (SDHI, FRAC-Gruppe 7) oder Strobilurinen (FRAC-Gruppe 11) – oder die Verwendung von Kombinationspartnern mit unterschiedlichen Wirkmechanismen sichert die langfristige Wirksamkeit dieses wertvollen Werkzeugs im Getreidebau.

Mischbarkeit & Tankmischung

Prolate zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du die Spritze zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser füllen, Prolate unter ständigem Rühren hinzugeben und erst danach die weiteren Mischungspartner beigeben. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide Applikationen bei extremer Hitze oder starker Sonneneinstrahlung, um die Kulturverträglichkeit zu maximieren. Ein Zusatz von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Haftung optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz) bei der Anmischung und Ausbringung obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, verzichten und Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen. Um Einträge in Oberflächengewässer und Saumbiotope zu vermeiden, sind die allgemeinen Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftmindernder Technik strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommergersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)25–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteRhynchosporium secalis, Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei)25–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteRhynchosporium secalis, Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei)25–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)25–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenSeptoria nodorum, Braunrost (Puccinia recondita f. sp. tritici), Gelbrost (Puccinia striiformis)25–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)25–690.8 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Prolate in Winterweizen?

Der beste Anwendungszeitpunkt richtet sich nach dem Infektionsdruck und dem BBCH-Stadium deiner Kultur. Häufig liegt das Optimum zwischen dem Erscheinen des Fahnenblattes (BBCH 37–39) und dem Beginn der Blüte (BBCH 59–61), um die ertragsbildenden oberen Blätter und die Ähre optimal vor Septoria-Blattdürre und Rostpilzen zu schützen.

Kann ich Prolate auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen einsetzen?

Ja, der Wirkstoff Prothioconazol ist bereits bei relativ kühlen Temperaturen ab etwa 5 bis 8 °C voll aktiv. Wichtig ist jedoch, dass die Kultur zum Zeitpunkt der Spritzung trocken ist und kein Frost unmittelbar bevorsteht, damit der Wirkstoff systemisch in der Kultur verteilt und aufgenommen werden kann.

Wie wirkt sich die Wartezeit von 35 Tagen auf meine Ernteplanung aus?

Die gesetzliche Wartezeit von 35 Tagen zwischen der letzten Anwendung und der Ernte gibt dir eine hohe Flexibilität. Da späte Behandlungen in der Gerste oder im Weizen meist bis zum Ende der Blüte (BBCH 69) erfolgen, bleibt bis zur Druschreife im Sommer in der Regel mehr als genug Zeit, sodass keine Ernteverzögerungen zu befürchten sind.

Warum ist Prolate besonders wichtig für den Schutz von Gerste gegen Ramularia?

Die Ramularia-Sprenkelkrankheit hat gegen viele ältere Wirkstoffklassen Resistenzen entwickelt. Prothioconazol, der Wirkstoff in Prolate, ist einer der wenigen verbliebenen Azol-Wirkstoffe, der noch eine hervorragende Wirkung gegen diesen Erreger zeigt. Für einen optimalen Schutz solltest du die Behandlung in der Gerste spätestens im Stadium BBCH 49 bis 55 durchführen.

Wie finde ich im Agronomy-Hub weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kulturen?

Du kannst im Hub ganz einfach nach deinen spezifischen Kulturen wie Wintergerste oder Winterweizen filtern. Kombiniere diesen Filter mit dem gesuchten Schaderreger (z. B. Netzfleckenkrankheit), um eine vollständige Liste aller in Deutschland registrierten Alternativen und Kombinationspartner inklusive ihrer Aufwandmengen zu erhalten.

Kann ich Prolate mit einem Wachstumsregler mischen?

Ja, eine Mischung mit gängigen Wachstumsreglern ist im Getreidebau gut möglich und spart einen Arbeitsgang. Achte jedoch darauf, bei Mischungen in gestressten Beständen (z. B. durch Trockenheit oder extreme Temperaturschwankungen) die Aufwandmengen der Partner eventuell anzupassen, um die Kultur nicht unnötig zu belasten.