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Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

PROFI ACLO 600 SC

BVL Zul.-Nr. 034145-60

PROFI ACLO 600 SC ist ein hochwirksames, selektives Herbizid, das als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert ist. Es wurde speziell für die Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie ausgewählten Ungräsern im Vorauflauf und frühen Nachauflauf entwickelt. Das Pflanzenschutzmittel ist ein unverzichtbarer Baustein für den Anbau von Sonderkulturen, Kräutern, Leguminosen und Hackfrüchten wie Möhren, Erbsen, Zwiebeln und Sonnenblumen, bei denen die Auswahl an verträglichen Herbiziden stark begrenzt ist.

Der enthaltene Wirkstoff Aclonifen bildet nach der Anwendung einen gleichmäßigen, stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche. Auflaufende Schaderreger nehmen den Wirkstoff primär über das Hypokotyl (Keimstängel) und die Keimblätter auf, was zu einer schnellen und nachhaltigen Wirkung führt. Dank dieser Formulierung bietet das Produkt eine hervorragende Dauerwirkung, die junge Kulturen in der kritischen frühen Entwicklungsphase unkrautfrei hält.

Das Wirkungsspektrum umfasst wichtige Schaderreger wie das Einjährige Rispengras, das Gemeine Kreuzkraut sowie eine Vielzahl einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter. Durch die flexible Anwendung trägt PROFI ACLO 600 SC maßgeblich zur Sicherung von Ertrag und Qualität in anspruchsvollen Kulturen bei.

Wirkstoffe

Aclonifen
600 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Aclonifen ist in die HRAC-Gruppe 32 (ehemals F3) eingeordnet und wirkt als Inhibitor der Carotinoid-Biosynthese. Durch die Blockade dieses spezifischen Stoffwechselwegs wird die Synthese von schützenden Pigmenten in den Unkrautkeimlingen unterbunden. Ohne diese Carotinoide führt das einfallende Sonnenlicht zu einer unkontrollierten Photooxidation und somit zur Zerstörung des Chlorophylls in den Zellen der Schaderreger. Ein wesentlicher Vorteil dieses Wirkungsmechanismus ist die Aufnahme über die oberirdischen Pflanzenteile (Keimblätter und Sprossachse) und nicht über die Wurzeln. Dadurch ist die herbizide Wirkung von PROFI ACLO 600 SC weitgehend unabhängig von der unmittelbaren Bodenfeuchtigkeit zum Anwendungszeitpunkt, was dir auch in trockeneren Frühjahrsmonaten eine hohe Wirkungssicherheit bietet.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei Schaderregern wie dem Acker-Fuchsschwanz oder dem Einjährigen Rispengras aktiv vorzubeugen, solltest du PROFI ACLO 600 SC stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Dies bedeutet, dass du den Wirkstoff Aclonifen im Rahmen der Fruchtfolge mit Herbiziden aus anderen HRAC-Klassen abwechselst. Zudem empfiehlt es sich, mechanische Regulierungsmaßnahmen zu integrieren und pflanzenbauliche Praktiken wie eine angepasste Fruchtfolge und die Förderung der Konkurrenzkraft deiner Kulturen zu nutzen.

Mischbarkeit & Tankmischung

PROFI ACLO 600 SC zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln. Vor der Herstellung einer Tankmischung solltest du jedoch stets eine kleine Mischprobe (Kübeltest) durchführen, um die physikalische Verträglichkeit zu prüfen. Achte darauf, den Spritztank vor der Zugabe des Produkts mindestens zur Hälfte mit Wasser zu füllen und das Rührwerk während des gesamten Misch- und Spritzvorgangs laufen zu lassen. Vermeide Mischungen unter extremen Witterungsbedingungen oder wenn die Kulturen durch Frost, Hitze oder Staunässe gestresst sind.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und festem Schuhwerk, für dich obligatorisch. Da zum Schutz von Bienen und anderen Bestäubern keine direkte Gefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du die Anwendung grundsätzlich nicht in blühenden Kulturen oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind; weiche hierzu vorzugsweise auf die Abendstunden aus. Achte zudem penibel darauf, dass kein Abdriften der Spritzbrühe in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope erfolgt, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KerbelEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz—1 LITER_PER_HECTARE—
SchnittsellerieEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz12–150.5 LITER_PER_HECTARE21T
AnisEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz12–150.5 LITER_PER_HECTARE70T
SchnittpetersilieGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter—3.5 LITER_PER_HECTARE—
DillGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter—3 LITER_PER_HECTARE—
SchnittlauchEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz—2 LITER_PER_HECTARE—
Tagetes erectaEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter—0.8 LITER_PER_HECTARE—
KümmelGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter—3.5 LITER_PER_HECTARE—
Dicke BohneEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz—4 LITER_PER_HECTARE—
KümmelGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter—3.5 LITER_PER_HECTARE—
GewürzfenchelGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter—3.5 LITER_PER_HECTARE—
SalbeiEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz—1 LITER_PER_HECTARE—
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–84 LITER_PER_HECTARE—
KorianderGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter—3.5 LITER_PER_HECTARE—
GewürzfenchelGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter—3.5 LITER_PER_HECTARE—
GewürzfenchelGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter—3 LITER_PER_HECTARE—
SchnittlauchEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz—2.4 LITER_PER_HECTARE—
MöhreEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz—3 LITER_PER_HECTARE90T
PastinakEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz—3 LITER_PER_HECTARE90T
WinterheckenzwiebelEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz12–990.5 LITER_PER_HECTARE28T
Weiße LupineEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–83 LITER_PER_HECTARE—
BohnenkrautGemeines Kreuzkraut, Wolfsmilch-Arten13–990.5 LITER_PER_HECTARE21T
KorianderEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz—1 LITER_PER_HECTARE—
SonnenblumeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–84 LITER_PER_HECTARE—
SpeisezwiebelWolfsmilch-Arten12–140.5 LITER_PER_HECTARE49T
KerbelEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz—0.5 LITER_PER_HECTARE21T
DillGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter—3.5 LITER_PER_HECTARE—
SchnittpetersilieGemeines Kreuzkraut, Wolfsmilch-Arten11–420.5 LITER_PER_HECTARE21T
SchalotteEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz12–990.5 LITER_PER_HECTARE49T
KümmelGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter—3 LITER_PER_HECTARE—
KümmelEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz14–160.5 LITER_PER_HECTARE—
ErbseEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz—4 LITER_PER_HECTARE—
DillGemeines Kreuzkraut, Wolfsmilch-Arten12–140.5 LITER_PER_HECTARE21T
DillGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter—3 LITER_PER_HECTARE—
SchnittlauchGemeines Kreuzkraut, Wolfsmilch-Arten11–150.5 LITER_PER_HECTARE21T
DillGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter—3.5 LITER_PER_HECTARE—
Gemeine RingelblumeGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter—3 LITER_PER_HECTARE—
KnollensellerieEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz—1 LITER_PER_HECTARE60T
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–84 LITER_PER_HECTARE—
GewürzfenchelEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz14–160.5 LITER_PER_HECTARE—
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–84 LITER_PER_HECTARE—
KümmelGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter—3 LITER_PER_HECTARE—
GewürzfenchelGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter—3 LITER_PER_HECTARE—
SchnittpetersilieGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter—3 LITER_PER_HECTARE—
KnollensellerieEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz—1 LITER_PER_HECTARE60T
MöhreEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz—1.5 LITER_PER_HECTARE90T
MöhreEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz—1.5 LITER_PER_HECTARE90T
KnoblauchEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz12–990.5 LITER_PER_HECTARE49T
MöhreEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz—3 LITER_PER_HECTARE90T
Gemeine RingelblumeGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter—3.5 LITER_PER_HECTARE—
BleichsellerieEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz—1 LITER_PER_HECTARE60T
PorreeEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz12–990.5 LITER_PER_HECTARE28T
KorianderGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter—3 LITER_PER_HECTARE—
Minze-ArtenEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz—1 LITER_PER_HECTARE—
MöhreEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz—1 LITER_PER_HECTARE60T

Häufige Fragen

Wie bereitest du das Feld optimal für die Anwendung von PROFI ACLO 600 SC vor?

Für eine optimale Wirkung solltest du auf ein feinkrümeliges, gut abgesetztes und klumpenfreies Saatbett achten. Da der Wirkstoff einen gleichmäßigen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche bildet, können grobe Erdschollen oder große Mengen an Pflanzenresten die Schutzbarriere lückenhaft machen und die Wirkung gegen auflaufende Schaderreger mindern.

Warum verfärben sich manche Unkräuter nach dem Auflaufen weiß oder gelb?

Das ist das typische Symptom der Wirkung von Aclonifen. Da der Wirkstoff die Carotinoid-Biosynthese hemmt, fehlt den Unkräutern der natürliche Schutz vor Sonnenlicht. Das führt zu einer Zerstörung des Chlorophylls (Ausbleichen oder 'Bleaching'), gefolgt von einem schnellen Absterben der betroffenen Schaderreger innerhalb weniger Tage nach dem Auflaufen.

Kannst du PROFI ACLO 600 SC auch bei trockenem Boden anwenden?

Ja, das ist ein großer Vorteil dieses Mittels. Da Aclonifen hauptsächlich über die Keimblätter und den Keimling der Unkräuter und nicht über die Wurzeln aufgenommen wird, ist die Wirkung weitgehend unabhängig von der Bodenfeuchtigkeit. Dennoch ist eine gewisse Grundfeuchte hilfreich, damit die Unkräuter gleichmäßig keimen und mit dem Herbizidfilm in Kontakt kommen.

Was musst du bei der Wahl des Anwendungszeitpunkts im Nachauflauf beachten?

Wenn du das Mittel im frühen Nachauflauf einsetzt, sollten die Kulturen eine ausreichend gefestigte Wachsschicht aufweisen, um phytotoxische Reaktionen zu vermeiden. Behandle am besten an windstillen Tagen bei milden Temperaturen und vermeide Spritzungen direkt vor intensiven Niederschlägen oder bei starker Sonneneinstrahlung, um die Kultur nicht unnötig zu stressen.

Wie integrierst du das Produkt am besten in dein Resistenzmanagement?

Du solltest PROFI ACLO 600 SC (HRAC-Gruppe 32) im Wechsel mit Herbiziden aus anderen Wirkstoffklassen einsetzen, beispielsweise mit Wirkstoffen aus den HRAC-Gruppen 15 oder 5. Kombiniere chemische Maßnahmen zudem mit pflanzenbaulichen Methoden wie einer weiten Fruchtfolge und mechanischer Unkrautbekämpfung, um den Selektionsdruck auf Schaderreger wie den Acker-Fuchsschwanz zu minimieren.