PROCLOVA
PROCLOVA ist ein hochmodernes Pflanzenschutzmittel von Corteva Agriscience Germany GmbH, das speziell für die anspruchsvolle Unkrautbekämpfung im Grünland entwickelt wurde. Als wasserdispergierbares Granulat formuliert, bietet es eine hervorragende Handhabung und löst sich schnell und rückstandsfrei im Spritztank auf. Das Produkt ist darauf ausgelegt, ein breites Spektrum zweikeimblättriger Unkräuter effektiv zu kontrollieren und so die Ertragsfähigkeit und Futterqualität deiner Flächen zu sichern.
Die Stärke von PROCLOVA liegt in der Kombination zweier bewährter Wirkstoffe, die sich in ihrer systemischen Wirkung ideal ergänzen. Dadurch werden nicht nur oberirdische Pflanzenteile schnell erfasst, sondern auch die Wurzeln hartnäckiger Unkräuter nachhaltig geschädigt. Dies verhindert einen Wiederaustrieb und sorgt für eine langanhaltende Sauberkeit im Bestand.
Dank seiner hervorragenden Kulturverträglichkeit kann PROCLOVA flexibel in den wichtigen BBCH-Stadien der Gräser eingesetzt werden. Es ist der ideale Partner für professionelle Landwirte, die Wert auf eine saubere Futtergrundlage und ein effizientes Weidemanagement legen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
PROCLOVA kombiniert zwei hochwirksame Wirkstoffe mit unterschiedlichen, sich ergänzenden Mechanismen für eine lückenlose Unkrautkontrolle. Amidosulfuron gehört zur Gruppe der Sulfonylharnstoffe (HRAC-Gruppe 2). Es blockiert das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Biosynthese essenzieller Aminosäuren in der Pflanze unverzichtbar ist. Dies führt zu einem sofortigen Wachstumsstopp der empfindlichen Schaderreger. Florpyrauxifen-benzyl ist ein synthetisches Auxin aus der Klasse der Arylpicolinate (HRAC-Gruppe 4). Es imitiert das natürliche Pflanzenhormon Auxin und bindet an spezifische Rezeptoren, was zu einem unkontrollierten, deformierten Wachstum (Epinastie) und schließlich zum Zusammenbruch des Leitgewebes führt. Diese duale systemische Wirkung garantiert, dass die Wirkstoffe rasch in der gesamten Pflanze bis in die Wurzeln transportiert werden.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen bei zweikeimblättrigen Unkräutern vorzubeugen, nutzt PROCLOVA bereits zwei verschiedene Wirkmechanismen (HRAC-Gruppe 2 und HRAC-Gruppe 4). Dennoch solltest du dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Wechsle die Anwendungen regelmäßig mit Herbiziden ab, die andere Wirkstoffklassen enthalten, und vermeide den wiederholten, einseitigen Einsatz von ALS-Hemmern auf derselben Fläche.
Mischbarkeit & Tankmischung
PROCLOVA ist im Allgemeinen gut kompatibel mit gängigen Grünlandherbiziden sowie flüssigen Blattdüngern. Vor der Herstellung einer Tankmischung wird jedoch dringend empfohlen, eine Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen, um die physikalische Stabilität zu prüfen. Achte darauf, die Spritze zunächst zu mindestens der Hälfte mit Wasser zu füllen, bevor du PROCLOVA zugibst, damit sich die Granulate vollständig auflösen können, bevor weitere Mischpartner hinzugefügt werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit PROCLOVA ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug, für den Anwenderschutz obligatorisch. Um die lokale Tier- und Pflanzenwelt zu schonen, sollte ein direkter Eintrag oder Abdrift in angrenzende Gewässer und Saumbiotope vermieden werden. Da kein spezifisches Bienenrisiko ausgewiesen ist, empfiehlt sich aus Vorsorgegründen eine Anwendung außerhalb des aktiven Bienenflugs in den Abendstunden, besonders wenn blühende Unkräuter im Bestand vorhanden sind.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Wiesen, Weiden | Zweikeimblättrige Unkräuter | 21–39 | 0.085 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Wiesen, Weiden | Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 125 GRAM_PER_HECTARE | 7T |
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Anwendung von PROCLOVA?
Du erzielst die beste Wirkung, wenn du PROCLOVA im Frühjahr bei aktivem Wachstum der Unkräuter anwendest. Die Schaderreger sollten sich im Rosettenstadium bis hin zum frühen Streckungswachstum befinden, da die systemische Aufnahme bei wüchsigem Wetter und ausreichender Bodenfeuchtigkeit am höchsten ist.
Wie verhält sich das Pflanzenschutzmittel bei niedrigen Temperaturen?
Für eine optimale Wirkung benötigt PROCLOVA wüchsiges Wetter mit Temperaturen von dauerhaft über 8 bis 10 °C. Bei kühleren Temperaturen oder drohenden Nachtfrösten verlangsamt sich der Stoffwechsel der Unkräuter, was die Wirkstoffaufnahme und den Transport innerhalb der Pflanze verzögert. Vermeide die Behandlung daher bei extremen Temperaturschwankungen.
Was musst du bezüglich der Wartezeit nach der Behandlung beachten?
Nach der Behandlung mit PROCLOVA musst du die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit von 7 Tagen strikt einhalten, bevor du die Flächen beweidest oder das Gras für die Fütterung (als Frischfutter, Silage oder Heu) mähst. Dies stellt sicher, dass keine Rückstände in die Futterkette gelangen.
Kann ich nach der Anwendung von PROCLOVA direkt Klee oder Gräser nachsäen?
Da PROCLOVA eine nachhaltige Wirkung auf zweikeimblättrige Pflanzen hat, solltest du mit einer Nachsaat von Klee oder anderen Leguminosen eine ausreichende Wartezeit einhalten, um Keimschäden zu vermeiden. Bei reinen Gräsernachsaaten ist das Risiko deutlich geringer, dennoch empfiehlt es sich, vor einer großflächigen Nachsaat die spezifischen Karenzzeiten im Beipackzettel zu prüfen.
Wie wirkt sich Regen kurz nach der Spritzung auf die Effizienz aus?
PROCLOVA benötigt eine gewisse Zeit, um vollständig von den Blättern der Unkräuter aufgenommen zu werden. Als Faustregel gilt, dass die behandelte Kultur nach der Applikation für mindestens zwei bis drei Stunden trocken bleiben sollte. Tritt vor Ablauf dieser Frist starker Regen auf, kann dies die Wirkung durch Abwaschung mindern.
Wie kann ich das Risiko von Resistenzen bei der Unkrautbekämpfung minimieren?
Nutze die Stärke der zwei unterschiedlichen Wirkstoffklassen in PROCLOVA, indem du das Mittel im Rahmen eines integrierten Managements einsetzt. Wechsle in den Folgejahren auf Herbizide mit anderen Wirkmechanismen (z. B. ohne ALS-Hemmer), um den Selektionsdruck auf einzelne Unkrautarten gering zu halten und Resistenzen aktiv vorzubeugen.