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Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Previcur Energy

BVL Zul.-Nr. 006219-00

Previcur Energy ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid von Bayer CropScience, das speziell für den Schutz von Gemüse- und Salatkulturen gegen boden- und blattbürtige Oomyceten entwickelt wurde. Dank der flüssigen Formulierung lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren und anwenden. Es kombiniert zwei bewährte Wirkstoffe, die sich in ihrer Wirkung optimal ergänzen und sowohl präventiven als auch kurativen Schutz bieten.

Das Anwendungsspektrum umfasst wichtige Kulturen im Unterglas- und Freilandanbau, darunter Gurken, Tomaten, Kohlarten und verschiedene Salate. Das Mittel ist die Standardlösung zur Bekämpfung von wirtschaftlich bedeutenden Schaderregern wie Pythium-Arten (Erreger der Umfallkrankheit), Phytophthora nicotianae sowie verschiedenen Falschen Mehltaupilzen (z. B. Bremia lactucae).

Durch die systemische Verteilung in der Kultur schützt Previcur Energy nicht nur die behandelten Pflanzenteile, sondern auch den Neuzuwachs und das Wurzelsystem. Dies macht es zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen, integrierten Pflanzenschutz, insbesondere in der sensiblen Jungpflanzenphase.

Wirkstoffe

Fosetyl
310 g/L · Wirkstoff
Propamocarb
530 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirkung von Previcur Energy basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel der beiden aktiven Wirkstoffe Fosetyl und Propamocarb, die unterschiedliche biochemische Angriffspunkte besitzen. Propamocarb gehört zur FRAC-Gruppe 28 (Carbamate). Es greift direkt in die Synthese der Phospholipide und Fettsäuren ein, was die Durchlässigkeit der Zellmembranen der Pilze stört. Dadurch wird das Myzelwachstum gehemmt und die Sporenbildung sowie deren Keimung effektiv unterbunden. Fosetyl (FRAC-Gruppe P07) besitzt einen einzigartigen, dualen Wirkungsmechanismus. Es wirkt zum einen direkt fungitoxisch auf die Sporen und das Myzel von Oomyceten. Zum anderen induziert es die natürlichen Selbstverteidigungsmechanismen der Kultur (systemisch erworbene Resistenz, SAR). Die Kultur bildet daraufhin verstärkt Phytoalexine und strukturstärkende Proteine, um den Schaderreger abzuwehren. Da Fosetyl sowohl akropetal als auch basipetal vollsystemisch transportiert wird, ist die gesamte Kultur von der Wurzel bis zur Triebspitze geschützt.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielpathogenen zu minimieren, solltest du Previcur Energy stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Da das Produkt zwei Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (FRAC-Gruppen 28 und P07) kombiniert, ist das inhärente Resistenzrisiko bereits deutlich reduziert. Dennoch empfiehlt es sich, Behandlungen mit diesem Pflanzenschutzmittel im Wechsel mit Fungiziden aus anderen FRAC-Klassen durchzuführen, die keine Kreuzresistenz aufweisen. Vermeide zudem rein kurative Anwendungen bei starkem Befallsdruck und halte dich strikt an die empfohlenen Aufwandmengen und maximalen Anwendungsanzahlen pro Saison.

Mischbarkeit & Tankmischung

Previcur Energy zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe (Kübeltest) auf physikalische Verträglichkeit durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität; extrem hartes Wasser oder extreme pH-Werte können die Stabilität der Spritzbrühe beeinflussen. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Previcur Energy steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während der Handhabung und Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robusten Handschuhen und Augenschutz. Zum Schutz von Bestäubern solltest du allgemeine Vorsichtsmaßnahmen treffen: Vermeide Anwendungen auf blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, und verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an aquatischen Organismen zu verhindern, sind Abdriften auf angrenzende Flächen unbedingt zu vermeiden und die gängigen Abstandsauflagen sowie der Einsatz abdriftmindernder Technik zu berücksichtigen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Pythium-Arten (Pythium spp.)0–140.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
SalatePythium-Arten (Pythium spp.)—0.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
AuberginePythium-Arten (Pythium spp.)—0.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
GurkePythium-Arten (Pythium spp.)0–140.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
GurkePythium-Arten (Pythium spp.)—0.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
KohlgemüsePythium-Arten (Pythium spp.)—0.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
SalatePythium-Arten (Pythium spp.)—0.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
KohlgemüsePythium-Arten (Pythium spp.)—0.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
Garten-KürbisPythium-Arten (Pythium spp.)—0.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
GurkePythium-Arten (Pythium spp.)0–140.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
AuberginePythium-Arten (Pythium spp.)0–140.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
FlaschenkürbisPythium-Arten (Pythium spp.)—0.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
ZierpflanzenPythium-Arten (Pythium spp.)—0.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
Moschus-KürbisPythium-Arten (Pythium spp.)—0.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Pythium-Arten (Pythium spp.)—0.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Pythium-Arten (Pythium spp.)0–140.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
AuberginePythium-Arten (Pythium spp.)0–140.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
TomatePythium-Arten (Pythium spp.)0–140.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
TomatePythium-Arten (Pythium spp.)0–140.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
TomatePythium-Arten (Pythium spp.)—0.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
GemüsefenchelPythium-Arten (Pythium spp.)—0.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
KohlgemüsePythium-Arten (Pythium spp.), Falscher Mehltau (Peronospora parasitica)—0.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
frische KräuterPythium-Arten (Pythium spp.)—0.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
EndivienPythium-Arten (Pythium spp.)—0.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
EndivienPythium-Arten (Pythium spp.)—0.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
SpargelPythium-Arten (Pythium spp.)—0.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
PatissonPythium-Arten (Pythium spp.)—0.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
RiesenkürbisPythium-Arten (Pythium spp.)—0.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
FeldsalatFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae), Pythium-Arten (Pythium spp.)0–100.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
ZucchiniPythium-Arten (Pythium spp.)—0.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
KnollenselleriePythium-Arten (Pythium spp.)—0.003 LITER_PER_SQUARE_METER—
GurkeFalscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis)—250 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER3T
SalateFalscher Mehltau (Bremia lactucae)13–49250 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER21T
ZierpflanzenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)—250 MILLILITER_PER_1000_SQUARE_METER—
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Phytophthora nicotianae, Pythium-Arten (Pythium spp.)—3 LITER_PER_HECTARE3T
SalateFalscher Mehltau (Bremia lactucae)13–492.5 LITER_PER_HECTARE21T
RettichFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)12–492.5 LITER_PER_HECTARE14T
TomatePhytophthora nicotianae, Pythium-Arten (Pythium spp.)—3 LITER_PER_HECTARE3T
RadieschenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)12–492.5 LITER_PER_HECTARE14T
BlumenkohleFalscher Mehltau (Peronospora parasitica)13–392.5 LITER_PER_HECTARE14T
GurkePythium-Arten (Pythium spp.)—3 LITER_PER_HECTARE3T
StielmangoldFalscher Mehltau (Peronospora farinosa f. sp. spinaciae)11–162.5 LITER_PER_HECTARE14T
AuberginePhytophthora nicotianae, Pythium-Arten (Pythium spp.)—3 LITER_PER_HECTARE3T
RasenPythium-Arten (Pythium spp.)—2.5 LITER_PER_HECTARE—
SchnittmangoldFalscher Mehltau (Peronospora farinosa f. sp. spinaciae)11–162.5 LITER_PER_HECTARE14T
ZierpflanzenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)—2.5 LITER_PER_HECTARE—
GurkeFalscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis)—2.5 LITER_PER_HECTARE3T
SpinatFalscher Mehltau (Peronospora farinosa f. sp. spinaciae)11–162.5 LITER_PER_HECTARE14T
ZierpflanzenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)—2.5 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Previcur Energy gegen bodenbürtige Schaderreger?

Der beste Zeitpunkt für den Schutz gegen bodenbürtige Erreger wie Pythium liegt sehr früh in der Kulturentwicklung. Du solltest das Pflanzenschutzmittel idealerweise präventiv bereits bei der Aussaat, beim Pikieren oder direkt nach dem Pflanzen einsetzen (BBCH-Stadium 00 bis 19). Dadurch verhinderst du das gefürchtete Umfallen der Keimlinge und förderst eine gesunde Wurzelentwicklung von Anfang an.

Wie wirkt sich die Vollsytemie von Previcur Energy auf den Schutz von Neuzuwachs aus?

Durch die vollsystemische Wirkung wird der Wirkstoff Fosetyl sowohl mit dem Saftstrom nach oben (akropetal) als auch nach unten in die Wurzeln (basipetal) transportiert. Das bedeutet für dich, dass auch Blätter und Triebe, die sich erst nach der Spritzung entwickeln, sowie das wachsende Wurzelsystem über einen längeren Zeitraum hinweg zuverlässig vor Infektionen geschützt bleiben.

Kann ich Previcur Energy auch über Tröpfchenbewässerung oder als Gießbehandlung ausbringen?

Ja, je nach registrierter Anwendung in den spezifischen Kulturen ist neben der klassischen Spritzung auch eine Gießbehandlung oder die Einspeisung über Tröpfchenbewässerungssysteme möglich. Dies ist besonders im Unterglasanbau bei der Jungpflanzenanzucht hochgradig effizient, da die Wirkstoffe so direkt in die Wurzelzone gelangen, wo bodenbürtige Schaderreger wie Pythium bevorzugt angreifen.

Was muss ich bezüglich der Wartezeit vor der Ernte beachten?

Die Wartezeit ist kulturabhängig und variiert bei Previcur Energy je nach zugelassener Anwendung zwischen 3 und 21 Tagen. Du solltest vor jeder Behandlung genau prüfen, welche spezifische Wartezeit für deine Kultur gilt, um Rückstände im Erntegut sicher auszuschließen und alle gesetzlichen Vorgaben einzuhalten.

Warum ist die Kombination der beiden Wirkstoffe Fosetyl und Propamocarb so vorteilhaft für dein Resistenzmanagement?

Da beide Wirkstoffe völlig unterschiedliche Wirkungsmechanismen besitzen (Propamocarb stört die Zellmembranen, Fosetyl stärkt die pflanzeneigene Abwehr und hemmt den Pilz direkt), müssen die Schaderreger mehrere Mutationen gleichzeitig aufweisen, um eine Resistenz zu entwickeln. Dies macht es für Erreger wie den Falschen Mehltau extrem schwer, unempfindlich zu werden, und sichert dir eine langfristig hohe Wirksamkeit im Feld.