Alle Mittel
Sonstige · Gowan Crop Protection Limited

Presidium K-Plus

BVL Zul.-Nr. 00B276-60

Presidium K-Plus ist ein hochwirksames, spezialisiertes Fungizid, das gezielt für den Schutz von Kartoffeln (SOLTU) und Weinreben (VITVI) gegen wirtschaftlich bedeutende Oomyceten-Erkrankungen entwickelt wurde. Die flüssige Formulierung kombiniert zwei komplementäre Wirkstoffe, um einen lückenlosen Schutz der Kulturen während der kritischen Wachstumsphasen zu gewährleisten. Im Fokus stehen dabei die Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) im Kartoffelanbau sowie des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) im Weinbau.

Durch die Kombination eines vollsystemischen Wirkstoffs mit einer kontaktwirksamen, regenstabilen Komponente bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl einen hervorragenden vorbeugenden Schutz als auch eine langanhaltende Wirkung auf der Pflanzenoberfläche. Dies macht Presidium K-Plus zu einem unverzichtbaren Baustein in modernen Spritzfolgen, insbesondere in Phasen mit hohem Infektionsdruck und schnellem Neuzuwachs der Kulturen.

Wirkstoffe

Kaliumphosphonat (Kaliumphosphit)
755 g/L · Wirkstoff
Zoxamide
60 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirkung von Presidium K-Plus basiert auf dem dualen Wirkungsmechanismus seiner beiden aktiven Komponenten. Zoxamide gehört zur FRAC-Gruppe 22 (Benzamide) und greift gezielt in die Kernteilung (Mitose) des Schaderregers ein. Es bindet an das Beta-Tubulin und verhindert so die Assemblierung der Mikrotubuli, was die Sporenkeimung und das Wachstum des Myzels effektiv stoppt. Zoxamide zeichnet sich zudem durch eine extrem hohe Affinität zur Wachsschicht von Blättern und Beeren aus, was eine hervorragende Regenfestigkeit garantiert. Kaliumphosphonat (FRAC-Gruppe P07) agiert als systemischer Wirkstoff mit einem doppelten Ansatz: Es hemmt direkt den Phosphat-Metabolismus der Oomyceten und induziert gleichzeitig die natürlichen Abwehrmechanismen der Kultur (induzierte systemische Resistenz). Da Kaliumphosphonat in der Pflanze vollsystemisch sowohl akropetal als auch basipetal transportiert wird, schützt es auch den Neuzuwachs und sorgt für eine vitale Abwehrreaktion der behandelten Kulturen.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung gegenüber den Wirkstoffen zu minimieren, solltest du Presidium K-Plus stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Da Zoxamide einen spezifischen Angriffspunkt besitzt, ist der Wechsel mit Fungiziden aus anderen FRAC-Gruppen in der Spritzfolge dringend zu empfehlen. Die Kombination mit dem multisite-ähnlich wirkenden Kaliumphosphonat im Produkt selbst reduziert das Risiko bereits deutlich, dennoch sollte die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison nicht überschritten und das Mittel bevorzugt präventiv eingesetzt werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Presidium K-Plus zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit den meisten gängigen Insektiziden, Herbiziden und Blattdüngern. Bei geplanten Tankmischungen empfiehlt es sich jedoch, vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine homogene Benetzung der gesamten Kultur zu gewährleisten. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Haftung und Verteilung optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Presidium K-Plus ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der aquatischen Umwelt sind die Abdriftminderungsklassen und die spezifischen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklassifizierung vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände legen oder zu Zeiten durchführen, in denen Bienen aktiv auf den Kulturen oder dem blühenden Unterwuchs fliegen; Behandlungen in den späten Abendstunden sind hierbei die sicherste Praxis.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelPhytophthora infestans21–892 LITER_PER_HECTARE7T
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)14–792.5 LITER_PER_HECTARE28T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von Presidium K-Plus in Kartoffeln?

Du solltest mit der Behandlung beginnen, sobald die Reihenschließung kurz bevorsteht (ab BBCH 14) und die ersten Infektionsbedingungen für Kraut- und Knollenfäule prognostiziert werden. Der vorbeugende Einsatz sichert den besten Schutz, bevor sich der Schaderreger im Bestand etablieren kann.

Wie profitiert der Weinbau von der Systemik des enthaltenen Kaliumphosphonats?

Da Kaliumphosphonat vollsystemisch ist, wird es rasch in der Weinrebe verteilt und schützt auch den schnellen Neuzuwachs der Gescheine und Blätter im Frühjahr. Dies gibt dir ein wertvolles Sicherheitsnetz in Phasen intensiven Triebwachstums, wenn reine Kontaktfungizide an ihre Grenzen stoßen.

Warum ist die Regenfestigkeit von Presidium K-Plus so hoch?

Das liegt am Wirkstoff Zoxamide, der sich extrem stark an die kutikuläre Wachsschicht der Blätter und Beeren bindet. Schon kurz nach dem Antrocknen des Spritzbelags ist das Pflanzenschutzmittel weitgehend regenfest, sodass die Schutzwirkung auch bei anschließenden Niederschlägen voll erhalten bleibt.

Kann ich Presidium K-Plus in einer Spritzfolge mit Kupferpräparaten kombinieren?

Ja, ein Wechsel oder die Kombination im Spritzplan ist besonders im Weinbau eine hervorragende Strategie. Dies stärkt das Resistenzmanagement und nutzt die unterschiedlichen Wirkungsmechanismen optimal aus, um den Falschen Mehltau die gesamte Saison über zu kontrollieren.

Wie verhält sich die Wartezeit bei späten Anwendungen in Weinreben?

Je nach Verwendungszweck der Trauben und dem genauen BBCH-Stadium bei der Abschlussbehandlung musst du die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit von bis zu 28 Tagen exakt einhalten, um Rückstände im Erntegut sicher auszuschließen. Plane deine späten Behandlungen daher vorausschauend.

Wie finde ich im Agronomy-Hub weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kulturen?

Du kannst im Hub ganz einfach nach deiner spezifischen Kultur (z. B. Kartoffel oder Weinrebe) filtern und gezielt nach dem Schaderreger suchen, den du bekämpfen möchtest. Dort werden dir alle in Deutschland registrierten Alternativen und Kombinationspartner übersichtlich angezeigt.