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Sonstige · BASF SE

Pontos

BVL Zul.-Nr. 008395-00

Pontos von BASF ist ein hochwirksames, flüssiges Herbizid (formuliert als Suspensionskonzentrat - SC), das speziell für den herbstlichen Pflanzenschutz in Getreidekulturen entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe bietet das Pflanzenschutzmittel eine breite und zuverlässige Wirkung gegen wichtige einjährige einkeimblättrige und zweikeimblättrige Schaderreger. Es hat sich als fester Baustein in modernen Ackerbaustrategien etabliert, um Kulturen von Anfang an unkrautfrei zu halten.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Bodenhaftung und eine langanhaltende Depotwirkung aus. Dies macht Pontos besonders flexibel in der Anwendung, da es sowohl im frühen Vorauflauf als auch im frühen Nachauflauf der Kulturen eingesetzt werden kann, um Unkräuter und Ungräser bereits im Keimschlauchstadium effektiv zu erfassen und Spätverunkrautungen zu verhindern.

Wirkstoffe

Flufenacet
240 g/L · Wirkstoff
Picolinafen
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Aktivität von Pontos basiert auf zwei unterschiedlichen, sich perfekt ergänzenden Wirkungsmechanismen. Der Wirkstoff Flufenacet gehört zur HRAC-Gruppe 15 (ehemals K3) und hemmt die Synthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFA). Dies unterbindet die Zellteilung und das Streckungswachstum im Meristemgewebe der keimenden Schaderreger, was letztlich zum Absterben der empfindlichen Ungräser noch vor oder kurz nach dem Durchstoßen der Bodenoberfläche führt. Picolinafen, eingeordnet in die HRAC-Gruppe 12 (ehemals F1), blockiert die Phytoen-Desaturase (PDS), ein Schlüsselenzym bei der Biosynthese von Carotinoiden. Ohne diese Schutzpigmente wird das Chlorophyll der Unkräuter durch Sonnenlicht zerstört, was sich optisch durch charakteristische Aufhellungen (Bleaching) und das anschließende Absterben der zweikeimblättrigen Unkräuter äußert. Diese Kombination sorgt für eine starke Wirkung über Boden und Blatt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei wirtschaftlich bedeutenden Ungräsern wie dem Ackerfuchsschwanz, nachhaltig vorzubeugen, solltest du Pontos stets in ein integriertes Gesamtkonzept einbinden. Nutze die Kombination aus den HRAC-Gruppen 15 und 12 gezielt im Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. ALS-Hemmern im Frühjahr). Zudem unterstützen pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge, eine sorgfältige Bodenbearbeitung und ein optimierter Aussaattermin die langfristige Wirksamkeit dieses Pflanzenschutzmittels.

Mischbarkeit & Tankmischung

Pontos zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit vielen gängigen Herbstherbiziden sowie ausgewählten Insektiziden zur Vektorenbekämpfung. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets auf eine ausreichende Wassermenge achten und die Mischpartner nacheinander im gut gefüllten Spritztank auflösen. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter extrem trockenen Bedingungen die Blattaufnahme unterstützen. Vermeide Mischungen bei extremen Temperaturschwankungen oder wenn die Kulturen unter Stress (z. B. durch Frost oder Staunässe) stehen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Pontos ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, empfiehlt sich aus Vorsorgegründen eine Anwendung außerhalb des aktiven Bienenflugs, idealerweise in den Abendstunden, besonders wenn blühende Unkräuter im Bestand vorhanden sind. Achte penibel darauf, Abdriften auf angrenzende Gewässerstrukturen und Saumbiotope zu vermeiden, um aquatische Organismen und die lokale Flora und Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
—Allgemein—0 GRAM_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Pontos im Herbst?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf der Kulturen (BBCH-Stadium 10 bis 13). Zu diesem Zeitpunkt sind auch die Schaderreger meist im empfindlichsten Keim- oder frühen Laubblattstadium, was die Wirkstoffaufnahme über Boden und Blatt maximiert.

Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirkung von Pontos?

Da Flufenacet ein bodenwirksamer Wirkstoff ist, erzielt Pontos seine beste Wirkung auf feuchten Böden. Ein feuchtes Saatbett erleichtert die Verteilung des Wirkstoffs im oberflächennahen Bodenbereich und sichert die Aufnahme über die Wurzeln und den Keimling der Schaderreger.

Kannst du Pontos auch bei Frostgefahr spritzen?

Du solltest Pontos nicht anwenden, wenn starker Frost angekündigt ist oder die Kulturen durch Frost geschwächt sind. Leichte Nachtfröste schaden der Verträglichkeit meist nicht, aber die Kulturen sollten sich in einem vitalen, wachstumsaktiven Zustand befinden, um den Wirkstoff optimal zu tolerieren.

Warum ist die Kombination aus Flufenacet und Picolinafen so vorteilhaft für dich?

Durch diese Kombination nutzt du zwei völlig unterschiedliche Wirkmechanismen (HRAC 15 und 12). Das minimiert das Risiko von Resistenzbildungen und erweitert das Wirkungsspektrum enorm: Während Flufenacet vor allem Gräser kontrolliert, sorgt Picolinafen für eine exzellente Wirkung gegen wichtige breitblättrige Unkräuter.

Was musst du bei der Bodenbearbeitung vor dem Einsatz von Pontos beachten?

Ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbett ohne grobe Klumpen oder übermäßige Strohauflagen ist ideal. Grobe Klumpen verhindern einen gleichmäßigen Herbizidfilm auf dem Boden, was zu Wirkungslücken führen kann, da die Schaderreger unter den Klumpen unbeschadet keimen können.

Wie finde ich heraus, ob Pontos für meine spezifische Getreideart zugelassen ist?

Du kannst die aktuellen Zulassungsdetails und spezifischen Kulturen direkt in unserer Datenbank auf agronomy.farmable.tech einsehen. Nutze dort die Filterfunktion für registrierte Pflanzenschutzmittel, um die genauen Anwendungsbestimmungen für deine Kultur abzugleichen.