POMAX
POMAX ist ein hochwirksames, modernes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von pilzlichen Lagerfäulen im Kernobstbau. Als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, kombiniert das Präparat zwei bewährte Wirkstoffe mit komplementären Eigenschaften, um Äpfel und Birnen in der kritischen Phase vor der Ernte optimal zu schützen. Durch diese Kombination bietet das Mittel eine hervorragende Breitenwirkung gegen die wirtschaftlich bedeutendsten Erreger von Fäulnisbefall während der anschließenden Lagerung.
Die Anwendung konzentriert sich auf die späten Entwicklungsstadien der Kulturen, um den Eintrag von latenten Infektionen in das Kühllager zu verhindern. Zu den Hauptschaderregern, die erfasst werden, gehören unter anderem Gloeosporium-Arten (Bitterfäule), Botrytis cinerea (Grauschimmel), Penicillium expansum (Grünschimmel) sowie Monilinia-Fäulen. Dank der kurzen Wartezeit lässt sich die Behandlung flexibel und bedarfsgerecht kurz vor der Ernte einplanen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herausragende Wirkung von POMAX basiert auf dem dualen Wirkungsmechanismus seiner beiden aktiven Komponenten Fludioxonil und Pyrimethanil. Fludioxonil gehört zur FRAC-Gruppe 12 (Phenylpyrrole) und greift in die osmotische Signalübertragung der Pilzzellen ein. Es stört die Glycerinsynthese und hemmt die Transportprozesse an der Zellmembran, was zu einer schnellen Hemmung der Sporenkeimung und des Keimschlauchwachstums führt. Fludioxonil zeichnet sich durch eine starke Kontaktwirkung aus und verbleibt stabil auf der Fruchtoberfläche. Pyrimethanil hingegen wird der FRAC-Gruppe 9 (Anilinopyrimidine) zugeordnet. Dieser Wirkstoff blockiert die Biosynthese von Methionin, einer für den Pilz essenziellen Aminosäure, und hemmt zudem die Sekretion von Enzymen, die für das Eindringen des Erregers in das Pflanzengewebe notwendig sind. Pyrimethanil besitzt translaminare und gasförmige Eigenschaften, wodurch es auch tiefer liegende Gewebeschichten erreicht und einen hervorragenden vorbeugenden Schutz bietet. Zusammen blockieren beide Wirkstoffe unterschiedliche Entwicklungsstadien der Schaderreger.
Resistenzmanagement
Um die langfristige Wirksamkeit dieses Pflanzenschutzmittels zu sichern und der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, solltest du ein konsequentes Antiresistenzmanagement betreiben. Da POMAX zwei unterschiedliche Wirkstoffklassen (FRAC 9 und FRAC 12) kombiniert, ist das inhärente Risiko bereits reduziert. Dennoch wird empfohlen, die Anzahl der Anwendungen pro Saison streng nach den Zulassungsvorgaben zu begrenzen und das Produkt im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffgruppen einzusetzen. Vermeide Blockbehandlungen über mehrere Jahre hinweg auf derselben Fläche.
Mischbarkeit & Tankmischung
POMAX zeigt sich in der Praxis als physikalisch und chemisch gut mischbar mit den gängigen im Kernobstbau eingesetzten Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge achten, um eine lückenlose Benetzung der Früchte und des Laubwerks zu gewährleisten. Die Zugabe von zusätzlichen Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Haftung optimiert ist. Führe im Zweifel vor der großflächigen Anwendung eine Mischprobe in einem kleinen Gefäß durch und beachte die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen nicht in blühende Kulturen oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Um Gewässerorganismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Biotopstrukturen und Oberflächengewässer durch den Einsatz abdriftmindernder Technik strikt zu vermeiden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Birne | Pilzliche Lagerfäulen | 74–89 | 0.53 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 3T |
| Apfel | Pilzliche Lagerfäulen | 74–89 | 0.53 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | 3T |
Häufige Fragen
Warum ist die Behandlung gegen Lagerfäulen bereits im Freiland so wichtig, wenn der Schaden erst im Lager auftritt?
Viele Erreger von Lagerfäulen, wie etwa Gloeosporium, infizieren die Früchte bereits auf dem Feld über kleinste Wunden oder Lentizellen, verbleiben dann aber zunächst in einer Ruhephase (latente Infektion). Erst während der Reife und Lagerung breiten sie sich aus. Mit einer späten Behandlung im BBCH-Bereich 74 bis 89 verhinderst du diese späten Infektionen und sicherst die Haltbarkeit deiner Ernte.
Wie wirkt sich die kurze Wartezeit von nur 3 Tagen auf deine Ernteplanung aus?
Die extrem kurze Wartezeit von 3 Tagen gibt dir maximale Flexibilität. Du kannst das Pflanzenschutzmittel auch bei unvorhergesehenen Wetterumschwüngen oder sich verschiebenden Ernteterminen sehr nah am Pflückzeitpunkt einsetzen, um einen optimalen Schutzfilm aufzubauen, ohne den Ernteablauf zu gefährden.
Welche Rolle spielt die Temperatur bei der Anwendung dieses Produkts?
Da einer der Wirkstoffe (Pyrimethanil) eine gewisse Gasphase besitzt, profitiert die Verteilung von milden Temperaturen. Vermeide jedoch Behandlungen in der prallen Mittagssonne oder bei extremen Temperaturen über 25 °C, um Verdunstungsverluste zu minimieren und die Kultur zu schonen. Die frühen Morgenstunden oder der späte Nachmittag sind ideal.
Kann ich das Produkt auch in Junganlagen anwenden, die noch keinen Ertrag tragen?
Nein, eine Anwendung in Junganlagen ohne Ertrag ist nicht sinnvoll und biologisch nicht indiziert. Das Pflanzenschutzmittel ist speziell für den Schutz der Früchte vor Lagerfäulen zugelassen. Ohne Fruchtbehang im relevanten BBCH-Stadium (ab BBCH 74) gibt es keine Zielstruktur für die Wirkung.
Wie integriere ich das Produkt am besten in mein bestehendes Spritzprogramm zur Schorfbekämpfung?
POMAX sollte gezielt am Ende der Saison als Abschlussbehandlung platziert werden. Während du in den früheren BBCH-Stadien primär auf Schorf- und Mehltaufungizide setzt, wechselst du ab BBCH 74 gezielt auf dieses Produkt, um den Fokus auf den Schutz vor Fäulniserregern zu legen. Achte darauf, im Vorfeld keine Wirkstoffe aus den FRAC-Gruppen 9 und 12 übermäßig oft einzusetzen.