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Sonstige · BIOPREPARATY spol.s.r.o.

Polygandron TTP

BVL Zul.-Nr. 02A716-00

Polygandron TTP ist ein innovatives biologisches Pflanzenschutzmittel zur Behandlung von Pflanzgut in der Kultur Kartoffel. Basierend auf dem nützlichen Oomyzeten Pythium oligandrum M1 bietet dieses Präparat einen hochwirksamen Schutz gegen den wirtschaftlich bedeutenden Schaderreger Rhizoctonia solani (Wurzeltöterkrankheit). Die Formulierung als spritzfähiges Pulver ermöglicht eine präzise Applikation direkt auf die Knollen vor oder während des Legens.

Im modernen, integrierten Pflanzenbau nimmt das Produkt eine wichtige Rolle ein. Als biologischer Gegenspieler besiedelt der Wirkstoff die Knollenoberfläche und bildet eine schützende Barriere. Dadurch wird die junge Kultur bereits in der kritischen Phase des Auflaufens (BBCH-Stadium 00) vor bodenbürtigen Infektionen geschützt, was die Grundlage für einen homogenen und vitalen Bestand legt.

Durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Wirkstoffe eignet sich Polygandron TTP hervorragend für den ökologischen Landbau sowie für rückstandsminimierte Anbausysteme. Es stärkt die Widerstandskraft der Kartoffeln von Beginn an und sichert so das Ertragspotenzial ab.

Wirkstoffe

Pythium oligandrum M1
50 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Pythium oligandrum M1 agiert als hochspezialisierter Mykoparasit. Nach der Anwendung keimen die Sporen auf der Knollenoberfläche und die Hyphen des Nutzpilzes umschlingen aktiv die Myzelien des Schaderregers Rhizoctonia solani. Durch die Freisetzung zellwandabbauender Enzyme dringt der Parasit in die Zellen des Schadpilzes ein, entzieht ihm die Nährstoffe und zerstört ihn schließlich vollständig. Zusätzlich zu diesem direkten Abbau induziert Pythium oligandrum M1 eine systemische Resistenz in der Kultur. Die Pflanze wird durch den Kontakt mit dem Mikroorganismus stimuliert, eigene Abwehrstoffe zu bilden. Dieser biologische Stimulationseffekt fördert zudem das Wurzelwachstum und verbessert die Nährstoffaufnahme der jungen Kartoffelpflanzen.

Resistenzmanagement

Aufgrund des komplexen, mykoparasitischen Wirkungsmechanismus von Pythium oligandrum M1 ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Rhizoctonia solani als äußerst gering einzustufen. Es sind keine Kreuzresistenzen zu chemisch-synthetischen Fungiziden bekannt. Um diese hervorragende Wirkung langfristig zu sichern, solltest du das Produkt in ein ganzheitliches pflanzenbauliches Konzept integrieren. Dazu gehören eine weite Fruchtfolge, die Verwendung von gesundem Pflanzgut und der gezielte Wechsel mit anderen zugelassenen Maßnahmen im weiteren Vegetationsverlauf.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da es sich bei Polygandron TTP um ein biologisches Produkt mit lebenden Sporen handelt, ist bei Mischungen extreme Vorsicht geboten. Die gleichzeitige Anwendung mit chemisch-synthetischen Fungiziden kann die Vitalität des Nutzpilzes stark beeinträchtigen oder ihn vollständig abtöten. Tankmischungen mit Fungiziden sollten daher vermieden werden. Falls du andere Pflanzenschutzmittel oder Flüssigdünger ausbringen möchtest, kläre die Verträglichkeit vorab ab oder appliziere die Produkte nacheinander. Verwende stets sauberes, chlorfreies Wasser und bringe die Spritzbrühe direkt nach dem Ansetzen aus.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pulver steht der Schutz des Anwenders im Vordergrund. Trage beim Ansetzen der Spritzbrühe und während der Anwendung die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung, insbesondere einen Atemschutz, um das Einatmen von Staub zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorliegt, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht auf blühende Unkräuter oder in Zeiten des aktiven Bienenflugs legen. Vermeide jeglichen Eintrag der Brühe in Oberflächengewässer, um aquatische Organismen zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelRhizoctonia solani0–04 KILOGRAM_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wie wirkt Polygandron TTP genau gegen die Wurzeltöterkrankheit?

Der enthaltene nützliche Organismus Pythium oligandrum M1 besiedelt die Oberfläche der Kartoffelknolle und parasitiert die Hyphen von Rhizoctonia solani direkt. Er dringt in den Schaderreger ein, löst dessen Zellwände auf und entzieht ihm die Nährstoffe, während er gleichzeitig die pflanzeneigene Abwehr stimuliert.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Polygandron TTP?

Die Anwendung erfolgt direkt am Pflanzgut (BBCH-Stadium 00) vor oder während des Legens der Kartoffeln. So stellst du sicher, dass der schützende Mykoparasit die Knolle umgibt, sobald die Keimung beginnt und die junge Kultur am empfindlichsten für Infektionen ist.

Kann ich Polygandron TTP zusammen mit chemischen Fungiziden in einer Tankmischung ausbringen?

Davon wird dringend abgeraten. Da es sich um einen lebenden Organismus handelt, können chemisch-synthetische Fungizide die Sporen von Pythium oligandrum abtöten oder in ihrer Keimung hemmen. Achte darauf, deine Applikationsgeräte vor der Anwendung gründlich von jeglichen Fungizidrückständen zu reinigen.

Worauf musst du bei der Lagerung und dem Ansetzen der Spritzbrühe achten?

Lagere das Produkt kühl und trocken, um die Vitalität der Sporen zu erhalten. Verwende beim Ansetzen sauberes, chlorfreies Wasser und bringe die fertige Suspension zügig aus. Vermeide es, die Brühe über längere Zeit stehenzulassen, da die Sporen sonst an Aktivität verlieren können.

Gibt es bei diesem biologischen Pflanzenschutzmittel eine Wartezeit bis zur Ernte?

Da die Behandlung ausschließlich als Pflanzgutbehandlung beim Legen (BBCH-Stadium 00) durchgeführt wird, ist keine klassische Wartezeit in Tagen einzuhalten. Die Zulassungsbedingungen decken den Zeitraum bis zur Ernte vollständig ab, sodass keine Rückstände im Erntegut zu befürchten sind.

Wie unterstützt Polygandron TTP das Resistenzmanagement im Kartobelanbau?

Durch seinen rein biologischen, mykoparasitischen Wirkungsmechanismus besteht kein Risiko für eine Resistenzbildung bei Rhizoctonia solani. Du kannst das Mittel hervorragend nutzen, um den Selektionsdruck auf chemische Wirkstoffe zu senken und ein nachhaltiges, integriertes Pflanzenschutzkonzept aufzubauen.