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Sonstige · Nissan Chemical

Pilot Max

BVL Zul.-Nr. 007667-61

Pilot Max ist ein hochselektives, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einkeimblättrigen Unkräutern (Ungräsern) und der Gemeinen Quecke. Als flüssiges Pflanzenschutzmittel formuliert, dringt der Wirkstoff Quizalofop-P nach der Spritzung rasch in die Blätter der Schadgräser ein und verteilt sich systemisch in der gesamten Pflanze bis in die Wurzeln und Rhizome. Dies garantiert eine nachhaltige Wirkung gegen ausdauernde Problemgräser.

Das Pflanzenschutzmittel ist für den Einsatz in einer Vielzahl von zweikeimblättrigen Kulturen wie Raps, Kartoffeln, Zuckerrüben, Sojabohnen sowie verschiedenen Leguminosen und Gemüsearten registriert. Es bietet dir eine flexible und zuverlässige Lösung, um den Konkurrenzdruck durch Ungräser in sensiblen Entwicklungsphasen der Kultur zu minimieren und Erträge abzusichern.

Wirkstoffe

Quizalofop-P
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Quizalofop-P gehört zur chemischen Klasse der Aryloxyphenoxypropionate (den sogenannten "Fops") und wird der HRAC-Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) zugeordnet. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase), welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäuresynthese von einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Durch diese Blockade wird der Aufbau von Zellmembranen in den Bildungsgeweben (Meristemen) der Ungräser unterbunden. Nach der Aufnahme über das Blattwerk wird der Wirkstoff zügig in die Wachstumszonen der Sprosse und Wurzeln transportiert. Bereits wenige Tage nach der Behandlung stagniert das Wachstum der Schadgräser, die Herzblätter verfärben sich rötlich bis nekrotisch und sterben schließlich mitsamt ihren unterirdischen Ausläufern vollständig ab. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine natürliche Toleranz gegenüber diesem Wirkungsmechanismus, weshalb das Mittel extrem kulturschonend ist.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei Ungräsern (insbesondere bei ohnehin gefährdeten Arten wie Ackerfuchsschwanz oder Windhalm) wirksam vorzubeugen, solltest du Pilot Max stets in ein integriertes Herbizidmanagement einbinden. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von ACCase-Hemmern (HRAC-Gruppe 1) auf derselben Fläche. Nutze stattdessen weite Fruchtfolgen und kombiniere oder rotiere die Anwendung mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. Bodenherbiziden mit anderen HRAC-Gruppen), um den Selektionsdruck zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Pilot Max zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden aus. Bei geplanten Tankmischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere gegen zweikeimblättrige Unkräuter, solltest du jedoch mögliche antagonistische Effekte beachten, die die Wirkung gegen Gräser mindern können. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide Mischungen bei extremen Wetterbedingungen wie Frost oder starker Hitze, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden. Vor dem Ansetzen der Spritzbrühe wird eine physikalische Mischungsprobe empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Pilot Max ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz obligatorisch. Zum Schutz von Bestäubern solltest du die Anwendung generell nicht in blühende Bestände legen und Abdriften auf blühende Unterkulturen oder angrenzende Saumstrukturen strikt vermeiden; führe Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden nach dem täglichen Bienenflug durch. Achte zudem darauf, dass kein Eintrag des Mittels in Oberflächengewässer gelangt, um aquatische Organismen zu schonen, und halte dich an die allgemeinen abdriftmindernden Praxisregeln.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SojabohneGemeine Quecke11–291.25 LITER_PER_HECTARE77T
MöhreEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–490.6 LITER_PER_HECTARE42T
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–390.6 LITER_PER_HECTARE42T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–390.6 LITER_PER_HECTARE90T
KartoffelGemeine Quecke10–391 LITER_PER_HECTARE49T
WinterrapsGemeine Quecke10–391.25 LITER_PER_HECTARE90T
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–390.6 LITER_PER_HECTARE35T
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–390.6 LITER_PER_HECTARE49T
SojabohneGemeine Quecke49–591.25 LITER_PER_HECTARE77T
SojabohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter49–590.6 LITER_PER_HECTARE77T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–390.6 LITER_PER_HECTARE90T
AckerbohneGemeine Quecke11–391.25 LITER_PER_HECTARE42T
ZuckerrübeGemeine Quecke10–391.25 LITER_PER_HECTARE60T
FutterrübeGemeine Quecke10–391.25 LITER_PER_HECTARE60T
MöhreGemeine Quecke10–491.25 LITER_PER_HECTARE42T
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–390.6 LITER_PER_HECTARE60T
SojabohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–290.6 LITER_PER_HECTARE77T
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–390.6 LITER_PER_HECTARE60T
FuttererbseGemeine Quecke11–391.25 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsGemeine Quecke10–391.25 LITER_PER_HECTARE90T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung gegen die Gemeine Quecke mit Pilot Max?

Die Gemeine Quecke bekämpfst du am besten, wenn sie genügend Blattmasse zur Wirkstoffaufnahme gebildet hat. Der optimale Zeitpunkt liegt vor, wenn die Quecke etwa 15 bis 20 cm hoch ist und sich im aktiven Wachstum befindet. Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftstrom stark genug, um den Wirkstoff bis in die unterirdischen Rhizome zu transportieren.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Pilot Max nach der Anwendung?

Für eine optimale Wirkung sollte das Ungras aktiv wachsen. Warmes, wüchsiges Wetter mit ausreichender Luftfeuchtigkeit beschleunigt die Aufnahme und den Transport des Wirkstoffs im Gras. Vermeide Behandlungen bei extremer Trockenheit, Frost oder wenn die Ungräser unter Stress stehen, da dies die Wirkstoffaufnahme erheblich reduziert.

Kann ich Pilot Max auch in Mischung mit einem Herbizid gegen zweikeimblättrige Unkräuter ausbringen?

Grundsätzlich ist dies möglich, allerdings kann es bei Mischungen mit bestimmten Breitbandherbiziden (z. B. Sulfonylharnstoffen oder Wuchsstoffen) zu einem Antagonismus kommen. Dies bedeutet, dass die Wirkung gegen die Ungräser abgeschwächt werden kann. Um dies zu verhindern, solltest du im Zweifel eine Splitting-Anwendung durchführen und zwischen den Behandlungen einen zeitlichen Abstand von einigen Tagen einhalten.

Warum ist die Einhaltung der BBCH-Stadien (10 bis 59) bei der Anwendung so wichtig?

Die Zulassung im BBCH-Bereich von 10 bis 59 stellt sicher, dass die Kultur während der Behandlung ausreichend tolerant ist und keine Rückstände in den Ernteorganen verbleiben. Gleichzeitig müssen sich die Zielungräser im passenden Entwicklungsstadium befinden (meist ab dem 2-Blatt-Stadium), damit genügend Blattfläche für eine effektive Wirkstoffaufnahme vorhanden ist.

Was muss ich bezüglich der Wartezeit (35 bis 90 Tage) bei den verschiedenen Kulturen beachten?

Die Wartezeit ist kulturabhängig und streng einzuhalten, um Rückstandshöchstmengen im Erntegut nicht zu überschreiten. Bei schnell reifenden Kulturen oder Gemüsearten wie Möhren musst du die Anwendung entsprechend frühzeitig planen, während bei Kulturen mit längerer Vegetationszeit wie Zuckerrüben ein größerer zeitlicher Spielraum besteht. Orientiere dich immer an den spezifischen Vorgaben für deine jeweilige Kultur.