PHYTAVIS PIRIMAX G
PHYTAVIS PIRIMAX G ist ein hochspezifisches Pflanzenschutzmittel von ADAMA Deutschland GmbH zur gezielten Bekämpfung von Blattläusen. Als Granulat formuliert, zeichnet sich dieses Produkt durch seine schnelle und selektive Wirkung aus. Es schont viele wichtige Nützlinge im Feld, während es gleichzeitig eine hervorragende Knock-down-Wirkung gegen saugende Schaderreger zeigt.
Das Produkt basiert auf dem bewährten Wirkstoff Pirimicarb, der sich durch seine systemische, translaminare sowie gasförmige Phase (Dampfphase) auszeichnet. Dadurch werden auch versteckt sitzende Blattläuse auf den Blattunterseiten oder in eingerollten Blättern zuverlässig erfasst. Es ist eine hervorragende Wahl für den integrierten Pflanzenschutz in den zugelassenen Kulturen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Pirimicarb gehört zur chemischen Klasse der Carbamate und ist in die IRAC-Gruppe 1A eingestuft. Die biochemische Wirkung beruht auf der Hemmung des Enzyms Acetylcholinesterase (AChE) im Nervensystem der Schaderreger. Durch diese Blockade kann der Neurotransmitter Acetylcholin nicht mehr abgebaut werden, was zu einer Dauererregung der Synapsen und schließlich zum schnellen Absterben der Blattläuse führt. Besonders hervorzuheben ist der ausgeprägte Dampfeffekt (Gasphase) von Pirimicarb. Bei warmen Temperaturen verdampft der Wirkstoff leicht von der Blattoberfläche und dringt tief in den Pflanzenbestand ein. Dies ermöglicht eine hervorragende Tiefenwirkung, selbst wenn die Spritzbrühe die Schädlinge nicht direkt trifft.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, solltest du PHYTAVIS PIRIMAX G im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Da Pirimicarb der IRAC-Gruppe 1A angehört, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Insektiziden aus anderen Wirkstoffklassen dringend zu empfehlen. Vermeide aufeinanderfolgende Behandlungen mit Carbamaten und nutze das Produkt strategisch bei akutem Befallsdruck, um die Selektion resistenter Populationen zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
PHYTAVIS PIRIMAX G ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und flüssigen Blattdüngern mischbar. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide extrem saures oder stark alkalisches Spritzwasser, um die Stabilität des Wirkstoffs in der Spritzbrühe nicht zu gefährden. Die Anwendung sollte bevorzugt bei warmen, aber nicht extrem heißen Bedingungen erfolgen, um den Dampfeffekt optimal zu nutzen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsstufe in den Zulassungsdaten angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden. Führe Behandlungen bevorzugt in den Eveningstunden durch, wenn der Bienenflug beendet ist. Achte zudem darauf, Abdrift in angrenzende Gewässer und Saumbiotope strikt zu vermeiden, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schützen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen) | Blattläuse | 41–99 | 200 GRAM_PER_HECTARE | 35T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit PHYTAVIS PIRIMAX G?
Der beste Zeitpunkt für die Anwendung liegt bei beginnendem Befall und Erreichen der wirtschaftlichen Schadensschwellen in den BBCH-Stadien 41 bis 99. Da der Wirkstoff eine starke Dampfphase besitzt, erzielst du bei warmen, wüchsigen Temperaturen über 15 °C die beste Wirkung, da sich das Gas dann optimal im Pflanzenbestand ausbreiten kann.
Warum ist der Dampfeffekt bei diesem Produkt so wichtig?
Der Dampfeffekt sorgt dafür, dass der Wirkstoff Pirimicarb auch gasförmig wirkt. Dadurch erreichst du Blattläuse, die sich tief im Inneren des Bestandes oder auf den geschützten Blattunterseiten aufhalten und von der direkten Spritzbrühe nicht getroffen wurden. Das erhöht den Bekämpfungserfolg in dichten Kulturen erheblich.
Wie kann ich PHYTAVIS PIRIMAX G optimal in mein Resistenzmanagement integrieren?
Du solltest das Produkt nicht mehrmals hintereinander anwenden. Wechsle nach einer Behandlung konsequent auf Insektizide mit anderen Wirkmechanismen (z. B. aus den IRAC-Gruppen 3 oder 4). Nutze PHYTAVIS PIRIMAX G gezielt als gezielte Maßnahme bei starkem, akutem Blattlausdruck, um die Entstehung von Resistenzen zu verhindern.
Schont dieses Pflanzenschutzmittel Nützlinge im Feld?
Ja, Pirimicarb ist bekannt für seine hohe Selektivität. Wichtige nützliche Insekten wie Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen sowie deren Larven werden weitgehend geschont. Dies hilft dir, die natürliche biologische Kontrolle der Schaderreger in deinen Kulturen aufrechtzuerhalten.
Was muss ich bei der Wartezeit und der Ernte beachten?
Für PHYTAVIS PIRIMAX G gilt eine gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit von 35 Tagen. Du musst diesen Zeitraum zwischen der letzten Anwendung und der Ernte zwingend einhalten, um sicherzustellen, dass keine unzulässigen Rückstände im Erntegut verbleiben.
Wie verhalte ich mich bei der Anwendung in der Nähe von Gewässern?
Um Gewässerorganismen zu schützen, solltest du die Abdrift durch den Einsatz abdriftmindernder Düsen minimieren und die allgemeinen Abstandsauflagen einhalten. Vermeide die Applikation bei windigem Wetter und achte darauf, dass keine Spritzbrühe direkt in Gräben oder Oberflächengewässer gelangt.