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Sonstige · Syngenta Agro GmbH

Pergovia

BVL Zul.-Nr. 00A840-00

Pergovia ist ein hochwirksames, modernes Pflanzenschutzmittel von Syngenta, das speziell für den professionellen Kartoffelanbau zur Bekämpfung von Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung kombiniert das Produkt zwei leistungsstarke Wirkstoffe, die sich in ihrer Wirkungsweise ideal ergänzen. Dadurch bietet es Kartoffelerzeugern eine zuverlässige Lösung, um die Ertragsleistung und die Qualität der Ernte abzusichern.

Die Anwendung von Pergovia schützt die Kultur in einer besonders kritischen Phase: Die Zulassung erstreckt sich über die BBCH-Stadien 51 bis 89, also vom Beginn der Knospenbildung bis zur Krautfäule-Spätphase vor der Ernte. Dank der hervorragenden vorbeugenden Eigenschaften wird die Infektionskette des Schaderregers frühzeitig und nachhaltig unterbrochen.

Durch die Kombination von systemischen und kontaktwirksamen Effekten baut das Mittel eine extrem regenfechte Schutzbarriere auf den Blättern und Stängeln auf. Dies sorgt selbst unter feuchten, infektionsbegünstigenden Witterungsbedingungen für einen langanhaltenden Schutz der gesamten Kultur.

Wirkstoffe

Amisulbrom
100 g/L · Wirkstoff
Mandipropamid
200 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirkung von Pergovia basiert auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Der enthaltene Wirkstoff Mandipropamid gehört zur FRAC-Gruppe 40 (CAA-Fungizide). Er greift direkt in die Phospholipid-Biosynthese und den Aufbau der Zellwand des Pilzes ein. Mandipropamid zeichnet sich durch eine ausgeprägte translaminare Aktivität aus und bindet sich fest an die Wachsschicht der Blattoberfläche (sogenannter LOK-FLO-Effekt), was eine exzellente Regenfestigkeit garantiert. Der zweite Wirkstoff, Amisulbrom, gehört zur FRAC-Gruppe 21 (QiI-Inhibitoren). Er blockiert die Zellatmung des Schaderregers an der Qi-Stelle des Cytochrom-bc1-Komplexes (Komplex III) in den Mitochondrien. Durch diese gezielte Unterbindung der Energieproduktion wird die Sporenkeimung sowie das Myzelwachstum von Phytophthora infestans effektiv gestoppt. Diese duale Wirkstoffkombination sorgt für einen synergistischen Effekt und schützt die Kultur auf mehreren Ebenen des Infektionszyklus.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei Phytophthora infestans wirksam vorzubeugen, nutzt Pergovia bereits die Kombination zweier unterschiedlicher FRAC-Gruppen (21 und 40). Dennoch solltest du das Produkt im Rahmen einer vorausschauenden Spritzfolge einsetzen. Wechsle die Behandlungen regelmäßig mit Fungiziden ab, die andere Wirkmechanismen aufweisen (z. B. Kontaktmittel oder Wirkstoffe aus anderen FRAC-Klassen). Vermeide es, zu viele Anwendungen von CAA- oder QiI-Fungiziden hintereinander durchzuführen, um die langfristige Wirksamkeit dieser wichtigen Wirkstoffklassen zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Pergovia zeigt eine gute physikalische und biologische Verträglichkeit mit den gängigsten im Kartoffelanbau genutzten Pflanzenschutzmitteln, wie etwa Insektiziden zur Blattlausbekämpfung oder flüssigen Blattdüngern. Beim Ansetzen der Spritzbrühe solltest du den Tank zunächst mit der Hälfte der benötigten Wassermenge befüllen, das Rührwerk aktivieren, Pergovia hinzugeben und erst nach vollständiger Verteilung eventuelle Mischpartner beigeben. Da Wasserqualität und Mischungspartner variieren können, empfiehlt sich vor jeder großflächigen Anwendung eine kleine Mischprobe im Gefäß.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Pergovia ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) wie Schutzhandschuhe, Schutzanzug und Augenschutz bei der Handhabung des Konzentrats und während der Applikation zu tragen. Zum Schutz von Nichtzielorganismen und der Umwelt ist eine Abdrift auf angrenzende Flächen und Gewässer strikt zu vermeiden; nutze hierzu abdriftmindernde Düsentechnik. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände oder in Bereiche legen, in denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, und die Behandlung bevorzugt in den Abendstunden durchführen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelPhytophthora infestans51–890.6 LITER_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit Pergovia?

Du solltest mit der Anwendung vorbeugend ab dem BBCH-Stadium 51 (Beginn der Knospenbildung der Hauptblüte) starten. Der Einsatz empfiehlt sich besonders dann, wenn die Wetterstationen ein erhöhtes Infektionsrisiko für Krautfäule melden, um die Kultur von Anfang an zu schützen.

Wie schützt Pergovia die Kartoffelknollen vor der gefürchteten Knollenfäule?

Durch die starke Wirkung von Amisulbrom und Mandipropamid auf der Blattoberfläche wird die Sporenbildung des Pilzes massiv unterdrückt. Da weniger lebensfähige Sporen vom Regen in den Boden gewaschen werden, sinkt das Risiko einer Infektion der Knollen während des Wachstums und der Ernte drastisch.

Wie verhält sich das Mittel bei plötzlichem Regen nach der Anwendung?

Dank des LOK-FLO-Effekts von Mandipropamid haftet der Wirkstoff nach dem Antrocknen extrem fest an der Wachsschicht der Blätter. Sobald der Spritzbelag auf den Blättern abgetrocknet ist, ist Pergovia hervorragend regenfest und verliert auch bei nachfolgenden Niederschlägen nicht an Wirkung.

Welche Wartezeit musst du vor der Ernte der Kartoffeln einhalten?

Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit (PHI) für Pergovia in der Kultur Kartoffel beträgt exakt 7 Tage. Achte darauf, diesen Zeitraum zwischen der letzten Behandlung und dem Roden der Knollen zwingend einzuhalten.

Kann ich Pergovia mit flüssigen Blattdüngern in einer Tankmischung ausbringen?

Ja, Pergovia ist im Allgemeinen gut mischbar. Du solltest jedoch beim Ansetzen der Spritzbrühe darauf achten, das Fungizid zuerst komplett im Wasser aufzulösen, bevor du den Blattdünger hinzufügst, und im Zweifel vorab eine kleine Mischprobe durchführen.

Wie oft darf Pergovia innerhalb einer Saison auf derselben Fläche angewendet werden?

Um Wirkstoffresistenzen vorzubeugen, solltest du die maximale Anzahl der zugelassenen Anwendungen pro Jahr und Kultur gemäß den BVL-Vorgaben nicht überschreiten und das Mittel stets im Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen einsetzen.