Pecari 300 EC
Pecari 300 EC ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in Getreide und Raps. Als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Produkt durch eine schnelle Aufnahme in die Kultur und eine hervorragende Verteilung in der Pflanze aus. Es bietet sowohl vorbeugenden (protektiven) als auch heilenden (kurativen) Schutz gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger.
Der enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur Klasse der Triazolinthione und ist im modernen Ackerbau fest etabliert. In Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale schützt Pecari 300 EC zuverlässig vor ertragsmindernden Blatt- und Ährenkrankheiten wie Septoria-Blattdürre, Rostpilzen und Fusarium-Arten. Im Raps sichert es die Bestände gegen Sclerotinia-Stängelfäule und Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) ab.
Dank seiner flexiblen Anwendungsmöglichkeiten von der Schossphase bis zur Blüte (BBCH 30–69) unterstützt dich dieses Pflanzenschutzmittel dabei, die Vitalität deiner Kulturen in kritischen Wachstumsphasen zu sichern. Die ausgewogene Formulierung sorgt für eine hohe Regenfestigkeit und langanhaltende Depotwirkung im Pflanzengewebe.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Prothioconazol ist ein Demethylierungs-Inhibitor (DMI) und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation in die Gruppe 3 (Subklasse Triazolinthione) eingeordnet. Nach der Applikation dringt der Wirkstoff systemisch in die Kultur ein und verteilt sich akropetal, also mit dem Saftstrom nach oben, in den neu zuwachsenden Pflanzenteilen. Auf biochemischer Ebene hemmt Prothioconazol die C14-Demethylase im Biosyntheseweg des Ergosterols, eines essenziellen Bausteins der Pilzzellmembran. Ohne Ergosterol kommt es zu strukturellen und funktionellen Defekten in den Membranen der Schaderreger, was das Wachstum der Keimschläuche und das Eindringen des Pilzes in das Pflanzengewebe stoppt. Durch diesen gezielten Eingriff in den Stoffwechsel der Pilze wird eine schnelle Ausbreitung der Infektion effektiv unterbunden.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen den Wirkstoff Prothioconazol (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, solltest du ein konsequentes Antiresistenzmanagement betreiben. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen dieses Wirkstoffs in derselben Saison. Kombiniere Pecari 300 EC stattdessen in Spritzfolgen oder als Tankmischung mit Fungiziden, die einen anderen, nicht kreuzresistenten Wirkungsmechanismus aufweisen (wie Kontaktwirkstoffe oder Carboxamide/SDHI). Achte zudem darauf, die empfohlenen Aufwandmengen nicht zu reduzieren, um die Selektion widerstandsfähiger Schaderreger-Biotypen zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Pecari 300 EC ist im Allgemeinen gut mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern mischbar. Wenn du eine Tankmischung planst, empfiehlt es sich jedoch, vorab eine physische Mischbarkeitsprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Achte auf eine ausreichende Wassermenge und rühre die Spritzbrühe während des gesamten Misch- und Ausbringungsvorgangs kontinuierlich. Bei der Kombination mit Wachstumsreglern in Getreide solltest du die Aufwandmengen der Partner an die Witterungsbedingungen anpassen, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Pecari 300 EC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich den direkten Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern während des Bienenflugs vermeiden und Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden durchführen. Um Gewässer und Nichtzielorganismen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Flächen strikt zu vermeiden; nutze dafür abdriftmindernde Düsentechnik und halte dich an die allgemeinen Gewässerschutzauflagen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sommerhartweizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerweichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Wintertriticale | Rhynchosporium secalis | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommergerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerweichweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerraps | Alternaria brassicae | 61–69 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Winterweichweizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerweichweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterweichweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterhartweizen | Septoria nodorum | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerraps | Sclerotinia sclerotiorum | 61–69 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Winterweichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerweichweizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterraps | Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) | — | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Sommerhartweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Wintergerste | Rhynchosporium secalis | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterroggen | Rhynchosporium secalis | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerroggen | Rhynchosporium secalis | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterhartweizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerhartweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterhartweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterweichweizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterweichweizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterroggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Wintergerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Wintertriticale | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Wintertriticale | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerroggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommergerste | Rhynchosporium secalis | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterweichweizen | Septoria nodorum | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterhartweizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerhartweizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerhartweizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterhartweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterraps | Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) | 20–59 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Winterhartweizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterraps | Alternaria brassicae | 61–69 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Sommerweichweizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterraps | Sclerotinia sclerotiorum | 61–69 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Sommerhartweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterhartweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterweichweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sommerweichweizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–61 | 0.65 LITER_PER_HECTARE | 35T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Fusarium-Arten in Weizen?
Der beste Behandlungszeitraum liegt in der Phase der Vollblüte (BBCH 65), wenn etwa 50 % der Staubbeutel geöffnet sind. Eine Applikation in diesem engen Zeitfenster schützt die Ähre direkt vor einer Infektion durch Fusarium-Sporen, was besonders bei feucht-warmer Witterung zur Erntegutabsicherung entscheidend ist.
Wie verhält sich Pecari 300 EC bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr?
Da der Wirkstoff Prothioconazol systemisch aufgenommen wird, benötigt er für eine optimale Verteilung eine aktive Stoffwechseltätigkeit der Kultur. Du solltest die Behandlung daher erst bei stabilen Tagestemperaturen ab etwa 8 bis 10 °C durchführen, wenn die Pflanzen aktiv wachsen.
Kann ich Pecari 300 EC auch im Herbst im Winterraps einsetzen?
Ja, eine Anwendung im Herbst (ab BBCH 14 bis 18) ist sehr effektiv, um junge Rapsbestände vor Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma/Leptosphaeria maculans) zu schützen. Gleichzeitig unterstützt die Behandlung die Einkürzung und Winterhärte der Kultur, auch wenn der Fokus hier primär auf der fungiziden Wirkung liegt.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte für meine Kulturen?
Du kannst im zentralen Pflanzenschutz-Hub gezielt nach deiner Kultur (z. B. Winterweizen) und dem spezifischen Schaderreger filtern. Dort werden dir alle in Deutschland registrierten Alternativen und Kombinationspartner übersichtlich mit ihren aktuellen Zulassungsdaten angezeigt.
Welche Rolle spielt die Wasserqualität bei der Zubereitung der Spritzbrühe?
Für eine optimale Stabilität der Emulsion von Pecari 300 EC solltest du sauberes, leicht saures bis neutrales Wasser (pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0) verwenden. Sehr hartes Wasser kann die Wirkstoffaufnahme beeinträchtigen; in solchen Fällen kann der Zusatz eines geeigneten pH-Puffers oder Wasserenthärters die Effizienz verbessern.
Wie lange muss ich nach der Anwendung warten, bis der Spritzbelag regenfest ist?
Dank der modernen EC-Formulierung zieht der Wirkstoff sehr schnell in die Wachsschicht der Blätter ein. In der Regel ist der Spritzbelag bereits nach etwa 1 bis 2 Stunden regenfest, sodass ein plötzlicher Schauer nach dieser Zeit die Wirkung nicht mehr nennenswert beeinträchtigt.