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Sonstige · GLOBACHEM NV

Pecari 250 EC

BVL Zul.-Nr. 00A469-60

Pecari 250 EC ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in Getreidekulturen und Winterraps. Als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Benetzung und schnelle Aufnahme in das Pflanzengewebe aus. Es bietet sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften, was dir eine flexible Terminierung der Behandlungen ermöglicht.

In Getreide wie Weizen, Gerste, Roggen und Hafer schützt Pecari 250 EC die Kulturen zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern wie Septoria-Arten, Rostpilzen, Netzflecken und Fusarium. Im Winterraps steht der Schutz vor wirtschaftlich bedeutenden Krankheiten wie der Stängelfäule (Sclerotinia) und der Cylindrosporium-Weißfleckigkeit im Vordergrund. Dank seiner langanhaltenden Wirkung sichert das Mittel die Vitalität deiner Bestände in kritischen Wachstumsphasen.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifikation der Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) zugeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung der C14-Demethylase, eines Schlüsselenzyms in der Biosynthese von Ergosterol. Ergosterol ist ein essenzieller Baustein für den Aufbau und die Funktion der pilzlichen Zellmembranen. Durch die Blockade dieses Stoffwechselwegs kommt es zu einer Akkumulation von toxischen Methylsterol-Vorstufen und einem Mangel an funktionellem Ergosterol. Dies führt zu einer Störung der Membranpermeabilität und letztlich zum Absterben der Hyphen des Schaderregers. Da der Wirkstoff systemisch in der Kultur transportiert wird, werden auch neu zuwachsende Pflanzenteile geschützt.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung der Schaderreger gegenüber DMI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 3) vorzubeugen, solltest du Pecari 250 EC stets im Rahmen einer integrierten Pflanzenschutzstrategie einsetzen. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen auf derselben Fläche. Es wird empfohlen, den Wirkstoff im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen – wie beispielsweise SDHIs (FRAC-Gruppe 7) oder Kontaktfungiziden – anzuwenden oder in Tankmischungen mit Partnern einzusetzen, die einen anderen Wirkungsmechanismus aufweisen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Pecari 250 EC zeigt sich in der Praxis als physikalisch und chemisch gut mischbar mit den meisten gängigen Herbiziden, Insektiziden und Wachstumsregulatoren. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide extrem hartes oder sehr kaltes Wasser, um eine optimale Emulsionsstabilität im Spritztank zu gewährleisten. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter extrem trockenen Bedingungen die Benetzung verbessern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Pecari 250 EC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da der Wirkstoff Risiken für aquatische Organismen bergen kann, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen strikt zu vermeiden; nutze hierzu abdriftmindernde Düsentechnik. Zum Schutz von Bestäubern und nützlichen Insekten wird empfohlen, Behandlungen nicht in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, durchzuführen. Verlege die Anwendung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum)0–210.7 LITER_PER_HECTARE—
WintergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteGelbrost (Puccinia striiformis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelGelbrost (Puccinia striiformis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteRhynchosporium secalis0–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)0–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsStängelfäule (Sclerotinia sclerotiorum)61–690.7 LITER_PER_HECTARE56T
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteZwergrost (Puccinia hordei)0–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerweichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)0–210.7 LITER_PER_HECTARE—
SommerhartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsStängelfäule (Leptosphaeria biglobosa)0–210.7 LITER_PER_HECTARE—
WinterweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)0–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
WintergersteRhynchosporium secalis0–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerweichweizenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterhartweizenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
SommergersteZwergrost (Puccinia hordei)0–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommerhartweizenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WintergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenRhynchosporium secalis0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
SommergersteGelbrost (Puccinia striiformis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wie erkennst du den optimalen Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Fusarium im Weizen?

Der kritische Zeitraum für eine Infektion mit Fusarium-Arten ist die Blüte (BBCH 61 bis 65), besonders wenn feucht-warme Witterung herrscht. Du solltest die Behandlung präventiv oder unmittelbar nach einem Infektionsereignis (Regen während der Blüte) durchführen, um die Mykotoxinbildung im Erntegut effektiv zu minimieren.

Kannst du Pecari 250 EC auch bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?

Ja, der Wirkstoff Prothioconazol ist auch bei kühleren Temperaturen im Frühjahr gut wirksam. Für eine optimale systemische Verteilung in der Kultur sollten die Temperaturen jedoch tagsüber stabil über 8 bis 10 °C liegen, da bei aktivem Wachstum der Kultur die Aufnahme und der Transport im Pflanzengewebe deutlich verbessert werden.

Was musst du bei der Bekämpfung von Halmbruchkrankheit im Getreide beachten?

Die Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) muss frühzeitig bekämpft werden, idealerweise im Schossen (BBCH 30 bis 32). Kontrolliere deine Bestände auf die typischen augenförmigen Flecken an den Blattscheiden der Bestockungstriebe, um den Behandlungsbedarf rechtzeitig festzustellen.

Wie unterstützt dich Pecari 250 EC beim Management von Raps-Krankheiten?

Im Winterraps schützt dich das Pflanzenschutzmittel vor allem während der Vollblüte (BBCH 65) vor der gefürchteten Stängelfäule (Sclerotinia). Eine gezielte Anwendung schützt die Stängelbasis vor dem Einknicken und sichert so den Transport von Nährstoffen in die Schoten, was direkt zur Ertragssicherung beiträgt.

Warum ist der Wechsel der Wirkstoffklassen bei der Bekämpfung von Septoria tritici so wichtig?

Septoria tritici besitzt ein hohes Risiko für die Entwicklung von Resistenzen gegenüber bestimmten Fungizidgruppen. Wenn du Pecari 250 EC einsetzt, nutzt du einen starken DMI-Wirkstoff. Um dessen Wirksamkeit langfristig zu erhalten, solltest du ihn unbedingt mit anderen Wirkmechanismen (wie z. B. Kontaktwirkstoffen oder Multisite-Inhibitoren) kombinieren oder abwechseln.

Wie verhält sich das Mittel bei Regen kurz nach der Anwendung?

Dank der modernen EC-Formulierung dringt der Wirkstoff sehr schnell in die Wachsschicht der Blätter ein. In der Regel ist der Spritzbelag bereits nach etwa ein bis zwei Stunden regenfest. Dennoch solltest du die Anwendung nicht unmittelbar vor absehbaren Starkregenschauern durchführen, um Abschwemmungen zu vermeiden.