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Sonstige · Barclay Chemicals (R&D) Ltd.

Patton

BVL Zul.-Nr. 00A657-65

Patton ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in Getreide und Winterraps. Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol bietet das Produkt sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Es schützt die Kulturen zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern und sichert die Qualität sowie Vitalität der Bestände.

Als flüssige Formulierung zeichnet sich Patton durch eine hervorragende Benetzung und schnelle Aufnahme in das Pflanzengewebe aus. Nach der Anwendung verteilt sich der Wirkstoff systemisch in der Kultur, wodurch auch Neuzuwachs geschützt wird. Das breite Zulassungsspektrum umfasst wichtige Getreidearten wie Weizen, Gerste, Roggen und Hafer sowie Winterraps, was das Mittel zu einem flexiblen Baustein im modernen Ackerbau macht.

Das Wirkungsspektrum deckt die bedeutendsten wirtschaftlichen Schaderreger ab. Im Getreide zeigt Patton eine exzellente Wirkung gegen Septoria-Arten, Roste, Echten Mehltau sowie Ährenfusariosen. Im Raps schützt es die Kulturen effektiv vor Phoma (Wurzelhals- und Stängelfäule) und Cylindrosporium-Weißfleckigkeit, wodurch die Standfestigkeit der Bestände gestärkt wird.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Patton enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifizierung in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung der C14-Demethylase, einem Schlüsselenzym in der Biosynthese von Ergosterol. Ergosterol ist ein essenzieller Baustein für den Aufbau und die Funktion der Pilzzellmembranen. Durch den Mangel an funktionellem Ergosterol und die Akkumulation toxischer Vorstufen wird die Membranstruktur der Schadpilze nachhaltig gestört. Dies führt zu einem Wachstumsstopp der Keimschläuche und Appressorien sowie zur Hemmung des Myzelwachstums im Pflanzengewebe. Dank dieser tiefenwirksamen Störung des Pilzmetabolismus stoppt Patton bereits bestehende Infektionen (kurative Wirkung) und verhindert gleichzeitig die Etablierung neuer Sporen (protektive Wirkung).

Resistenzmanagement

Um die langfristige Wirksamkeit von Patton zu sichern und der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, solltest du ein konsequentes Antiresistenzmanagement betreiben. Da Prothioconazol der FRAC-Gruppe 3 angehört, ist es ratsam, dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer Spritzfolge mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen abzuwechseln oder als Kombinationspartner einzusetzen. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen desselben Wirkstoffs und richte dich stets nach den regionalen Schadschwellen, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger so gering wie möglich zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Patton ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern, die für die jeweiligen Kulturen zugelassen sind. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und fülle die Spritze zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser, bevor du Patton unter ständigem Rühren hinzugibst. Vermeide Mischungen bei extremen Temperaturen oder starker Sonneneinstrahlung, um das Risiko von Phytotoxizität zu minimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Patton steht der Schutz von Anwender und Umwelt an erster Stelle. Trage während der Handhabung und Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robustem Schuhwerk und chemikalienbeständigen Schutzhandschuhen. Zum Schutz von Bestäubern solltest du die Anwendung nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind; verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Um Gewässer und Nichtzielorganismen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Flächen unbedingt zu vermeiden und die allgemeinen Abstandsauflagen sowie der Einsatz abdriftmindernder Technik zu berücksichtigen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterhartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerhartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WintergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterweichweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerhaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterroggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterroggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerhaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterhartweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE—
SommergersteRhynchosporium secalis, Gelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)0–610.8 LITER_PER_HECTARE—
DinkelFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterroggenSeptoria nodorum, Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE—
WintergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerhartweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerhartweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterroggenRhynchosporium secalis0–710.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum)—0.7 LITER_PER_HECTARE56T
WinterhartweizenSeptoria nodorum, Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE—
SommergersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)0–210.7 LITER_PER_HECTARE56T
SommerweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE—
SommergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE—
WintergersteRhynchosporium secalis, Gelbrost (Puccinia striiformis), Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)0–610.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerweichweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterhaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerweichweizenSeptoria nodorum, Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE—
DinkelHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerhartweizenSeptoria nodorum, Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterroggenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE—
DinkelSeptoria nodorum, Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
DinkelEchter Mehltau (Erysiphe graminis), DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)26–710.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterweichweizenGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterweichweizenSeptoria nodorum, Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE—
SommergersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerweichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)60–650.7 LITER_PER_HECTARE56T
WintergersteFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE—
SommerhartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE—
DinkelGelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita)26–710.8 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Halmbruchkrankheit im Getreide?

Um die Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) effektiv zu bekämpfen, solltest du Patton in der frühen Schossphase der Kultur (BBCH-Stadium 30 bis 32) einsetzen. Zu diesem Zeitpunkt infiziert der Pilz die Blattscheiden an der Halmbasis. Eine frühzeitige Behandlung schützt die Halme vor dem Umknicken und sichert den Nährstofftransport.

Wie kannst du Patton gezielt zur Reduzierung von Mykotoxinen durch Fusarium-Arten einsetzen?

Für eine optimale Wirkung gegen Fusarium-Arten in der Ähre ist der Behandlungszeitpunkt entscheidend. Du solltest die Anwendung genau in die Phase der Hauptblüte (BBCH-Stadium 61 bis 65) legen. Patton schützt die Ähre vor der Infektion und trägt so maßgeblich dazu bei, den Gehalt an schädlichen Mykotoxinen im Erntegut unter den gesetzlichen Grenzwerten zu halten.

Worauf musst du bei der Anwendung von Patton in Winterraps im Herbst achten?

Im Herbst dient die Behandlung in Winterraps vor allem der Bekämpfung von Phoma (Wurzelhals- und Stängelfäule) und der Einkürzung des Bestandes. Du solltest spritzen, wenn die Raps-Kulturen das 4- bis 6-Blatt-Stadium erreicht haben. Dies schützt die jungen Kulturen vor Infektionen und verbessert gleichzeitig die Winterhärte, da das Überwachsen des Vegetationskegels verhindert wird.

Kann Patton auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr appliziert werden?

Ja, Patton zeigt auch bei mäßig kühlen Temperaturen, wie sie im zeitigen Frühjahr oft herrschen, eine gute Wirkung. Der Wirkstoff Prothioconazol benötigt für eine ausreichende systemische Verteilung in der Kultur jedoch aktives Wachstum. Vermeide die Anwendung bei Frost oder wenn unmittelbar nach der Spritzung Nachtfröste angekündigt sind, da dies die Aufnahme beeinträchtigen kann.

Wie verhält sich Patton bezüglich der Regenfestigkeit nach der Ausbringung?

Patton wird aufgrund seiner systemischen Eigenschaften relativ schnell von den grünen Pflanzenteilen aufgenommen. In der Regel ist der Wirkstoffbelag bereits ein bis zwei Stunden nach der Anwendung regenfest. Dennoch solltest du die Behandlung nicht durchführen, wenn unmittelbar starker Niederschlag droht, um eine optimale Wirkstoffverteilung auf der Kultur zu gewährleisten.

Wie integriere ich Patton am besten in eine Spritzfolge zur Vermeidung von Resistenzen bei Septoria tritici?

Da Septoria-Blattdürre ein hohes Risiko für Resistenzen gegenüber Triazolen aufweist, solltest du Patton nie mehrmals hintereinander solo anwenden. Kombiniere es in der Spritzfolge idealerweise mit einem Kontaktfungizid oder wechsle bei nachfolgenden Behandlungen auf Wirkstoffe mit einem anderen Wirkungsmechanismus, wie etwa SDHI-Fungizide.