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Panarex

BVL Zul.-Nr. 005190-00

Panarex ist ein hochselektives, systemisches Nachauflauf-Graminizid zur gezielten Bekämpfung von einkeimblättrigen Unkräutern (Ungräsern) und der Gemeinen Quecke. Als bewährtes Pflanzenschutzmittel schützt es eine Vielzahl zweikeimblättriger Kulturen wie Kartoffeln, Raps, Rüben sowie Leguminosen vor starker Konkurrenz durch Schadgräser. Die flüssige Formulierung sorgt für eine schnelle Aufnahme über die Blätter und eine zuverlässige Verteilung in der gesamten Pflanze.

Durch seine ausgeprägte Selektivität kann Panarex flexibel in verschiedenen Wachstumsstadien der Kulturen eingesetzt werden, ohne diese zu schädigen. Es dringt rasch in das Blattgewebe ein, wodurch es bereits kurze Zeit nach der Anwendung regenfest ist. Dies macht das Mittel zu einem verlässlichen Baustein im modernen Ackerbau, insbesondere bei der Sanierung verqueckter Flächen oder bei starkem Druck durch einjährige Schadgräser wie Windhalm, Ackerfuchsschwanz oder Ausfallgetreide.

Wirkstoffe

Quizalofop-P
40 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Quizalofop-P gehört zur chemischen Klasse der Aryloxyphenoxypropionate (Fops) und ist systemisch hochaktiv. Nach der Aufnahme über die grünen Pflanzenteile wird der Wirkstoff rasch akropetal und basipetal in die Wachstumszonen (Meristeme) der Wurzeln und Sprosse transportiert. Biochemisch greift Quizalofop-P als ACCase-Hemmer (HRAC-Gruppe 1) in die Fettsäuresynthese der Schadgräser ein. Durch die Blockierung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase wird der Aufbau neuer Zellmembranen in den Bildungsgeweben unterbunden. Dies führt zu einem schnellen Wachstumsstopp der betroffenen Ungräser. Erste Symptome zeigen sich nach wenigen Tagen durch Verfärbungen der jüngsten Blätter, gefolgt von Nekrosen und dem vollständigen Absterben der Schadgräser innerhalb von zwei bis drei Wochen. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine natürliche Toleranz gegenüber diesem Wirkmechanismus, da ihre ACCase strukturell anders aufgebaut ist.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung bei wichtigen Schadgräsern wie Ackerfuchsschwanz oder Windhalm zu minimieren, solltest du Panarex stets in ein integriertes Gesamtkonzept einbinden. Vermeide den wiederholten, ausschließlichen Einsatz von Herbiziden der HRAC-Gruppe 1 auf derselben Fläche. Nutze stattdessen Fruchtfolgemaßnahmen, mechanische Bodenbearbeitung und wechsle Wirkstoffe mit unterschiedlichen Mechanismen ab. Bei der Bekämpfung von Ausfallgetreide oder einjährigen Ungräsern ist zudem auf eine rechtzeitige Anwendung bei optimalen Wuchsbedingungen zu achten, um eine vollständige Abtötung zu sichern und Überlebende zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Panarex zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden aus. Bei geplanten Tankmischungen mit Breitblatt-Herbiziden (z. B. in Rüben oder Raps) kann es jedoch zu antagonistischen Effekten kommen, welche die Wirkung gegen die Ungräser abschwächen. In solchen Fällen empfiehlt es sich, die Anwendungen im Abstand von einigen Tagen aufzuteilen. Achte bei der Ausbringung auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine feintropfige Benetzung. Verwende sauberes, neutrales bis leicht saures Spritzwasser, um die Wirkstoffstabilität und -aufnahme nicht zu beeinträchtigen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Panarex ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz) bei der Handhabung des Konzentrats und während der Applikation obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdatenblatt ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und Nützlingen die Anwendung generell nicht in blühende Bestände legen und Abdriften auf angrenzende, blühende Strukturen strikt vermeiden. Führe Behandlungen bevorzugt in den windstillen Abendstunden durch. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind die allgemeinen Abstandsauflagen zu Gewässern einzuhalten und ein direkter Eintrag in Oberflächengewässer oder Entwässerungssysteme zu verhindern.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—1.25 LITER_PER_HECTARE60T
WinterrapsGemeine Quecke—2.25 LITER_PER_HECTARE60T
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—1.25 LITER_PER_HECTARE60T
ZierpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—1.25 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—1.25 LITER_PER_HECTARE60T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—1.25 LITER_PER_HECTARE60T
ZierpflanzenGemeine Quecke—2.25 LITER_PER_HECTARE—
FutterrübeGemeine Quecke—2.25 LITER_PER_HECTARE60T
KartoffelGemeine Quecke—2.25 LITER_PER_HECTARE60T
AckerbohneGemeine Quecke—2.25 LITER_PER_HECTARE60T
ZuckerrübeGemeine Quecke—2.25 LITER_PER_HECTARE60T
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—1.25 LITER_PER_HECTARE60T
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—1.25 LITER_PER_HECTARE60T
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter—1.25 LITER_PER_HECTARE60T
WinterrapsGemeine Quecke—2.25 LITER_PER_HECTARE60T
FuttererbseGemeine Quecke—2.25 LITER_PER_HECTARE60T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung von einjährigen Ungräsern mit Panarex?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf, wenn die einjährigen Ungräser aktiv wachsen und sich im 2-Blatt- bis Bestockungsstadium befinden. In dieser Phase ist die Wirkstoffaufnahme über die Blattfläche am effizientesten, was zu einer schnellen und sicheren Abtötung führt.

Wie bekämpfe ich die Gemeine Quecke erfolgreich mit diesem Pflanzenschutzmittel?

Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Gemeinen Quecke solltest du warten, bis diese genügend Blattmasse gebildet hat (ca. 15–20 cm Wuchshöhe), damit ausreichend Wirkstoff aufgenommen und in die unterirdischen Rhizome transportiert werden kann. Verwende hierbei die höhere zugelassene Aufwandmenge von bis zu 2,25 l/ha.

Was muss ich bezüglich der Wartezeit bis zur Ernte beachten?

Für Panarex gilt eine strikte Wartezeit von 60 Tagen zwischen der letzten Anwendung und der Ernte der behandelten Kulturen (wie Kartoffeln oder Rüben). Plane deine Applikation daher rechtzeitig ein, um diesen gesetzlichen Zeitraum sicher einzuhalten.

Kann ich Panarex auch auf Nichtkulturland anwenden?

Ja, Panarex ist auch für Anwendungen auf dem Nichtkulturland (NNNZZ) zugelassen. Beachte jedoch, dass hierfür strenge rechtliche Vorgaben gelten und die Anwendung in der Regel genehmigungspflichtig ist, sofern es sich um Flächen handelt, die nicht landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden.

Welchen Einfluss hat das Wetter auf die Wirkung von Panarex?

Für eine optimale Wirkung sind wüchsige Wetterbedingungen mit milden Temperaturen und ausreichender Luftfeuchtigkeit ideal, da die Schadgräser dann einen aktiven Stoffwechsel aufweisen. Vermeide Behandlungen bei extremer Trockenheit, Frost oder wenn die Ungräser unter Stress stehen, da dies die Wirkstoffaufnahme und den Transport in der Pflanze stark verlangsamt.