Alle Mittel
Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Pacifica Plus

BVL Zul.-Nr. 028610-60

Pacifica Plus ist ein leistungsstarkes, systemisches Herbizid in Form eines wasserdispergierbaren Granulats (WG), das speziell für den Einsatz im Winterweichweizen (TRZAW) entwickelt wurde. Als moderner Standard im Frühjahr bietet es eine breite und zuverlässige Wirkung gegen wirtschaftlich bedeutende Schadgräser und zweikeimblättrige Unkräuter.

Die Formulierung kombiniert drei bewährte sulfonylharnstoffbasierte Wirkstoffe mit einem hocheffizienten Safener. Dadurch wird eine hervorragende Kulturverträglichkeit bei gleichzeitig maximaler Herbizidleistung erzielt. Das Pflanzenschutzmittel erfasst sowohl schwer bekämpfbare Gräser wie den Acker-Fuchsschwanz und das Einjährige Rispengras als auch ein breites Spektrum einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter in einem einzigen Arbeitsgang.

Durch die flexible Anwendung im Frühjahr unterstützt Pacifica Plus dich dabei, deine Bestände unkrautfrei zu halten und das Ertragspotenzial deines Winterweizens voll auszuschöpfen. Es ist ein unverzichtbarer Baustein im modernen, integrierten Ackerbau.

Wirkstoffe

Amidosulfuron
53 g/kg · Wirkstoff
Iodosulfuron
10 g/kg · Wirkstoff
Mefenpyr
90 g/kg · Safener
Mesosulfuron
31.324 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herbizide Wirkung von Pacifica Plus basiert auf der Kombination der drei Wirkstoffe Amidosulfuron, Iodosulfuron und Mesosulfuron, die alle zur HRAC-Gruppe 2 (ALS-Inhibitoren) gehören. Diese Wirkstoffe blockieren das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS) in den Schadpflanzen. Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin. Nach der Aufnahme über das Blatt und teilweise über die Wurzel wird der Wirkstoff systemisch in der Pflanze transportiert, was zu einem schnellen Wachstumsstopp der Schaderreger führt. Um die Kulturverträglichkeit im Winterweichweizen zu gewährleisten, enthält Pacifica Plus den Safener Mefenpyr. Dieser Safener beschleunigt selektiv den Abbau der herbiziden Wirkstoffe in der Kultur, während die Schadgräser und Unkräuter, die diesen Entgiftungsmechanismus nicht besitzen, effektiv abgetötet werden. Erste Symptome wie Gelbfärbung und Nekrosen zeigen sich meist nach wenigen Tagen, gefolgt vom vollständigen Absterben der Unkräuter.

Resistenzmanagement

Da alle drei aktiven Wirkstoffe in Pacifica Plus der HRAC-Gruppe 2 angehören, ist ein konsequentes Resistenzmanagement zwingend erforderlich. Um der Entstehung von resistenten Biotypen – insbesondere beim Acker-Fuchsschwanz – vorzubeugen, solltest du dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer weiten Fruchtfolge einsetzen. Kombiniere oder rotiere die Anwendung unbedingt mit Herbiziden, die über andere Wirkungsmechanismen verfügen (wie z. B. Wirkstoffe aus den HRAC-Gruppen 3, 12 oder 15). Zudem empfiehlt es sich, mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung zu integrieren und den Besatz auf deinen Flächen kontinuierlich zu überwachen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Pacifica Plus ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Wachstumsregulatoren mischbar. Um die Benetzung und Wirkstoffaufnahme über die Wachsschicht der Blätter zu optimieren, wird die Zugabe eines zugelassenen Adjuvans empfohlen. Achte bei Tankmischungen stets auf die richtige Reihenfolge beim Befüllen der Spritze: Löse Pacifica Plus immer zuerst vollständig im wassergefüllten Tank auf, bevor du weitere Mischungspartner oder Zusatzstoffe hinzugibst. Vermeide Mischungen bei extremen Wetterbedingungen wie Frost oder starker Hitze, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Pacifica Plus ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die spezifischen Abstandsauflagen und driftmindernde Technik strikt zu berücksichtigen. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten und die Behandlung bevorzugt in den Abendstunden durchführen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenEinjähriges Rispengras, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Fuchsschwanz13–32500 GRAM_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für deine Anwendung von Pacifica Plus im Frühjahr?

Der beste Behandlungszeitraum liegt im Frühjahr zwischen den BBCH-Stadien 13 (3-Blatt-Stadium) und 32 (Knotenstadium) des Winterweichweizens. Für eine maximale Wirkung gegen Schadgräser wie den Acker-Fuchsschwanz solltest du applizieren, wenn sich die Unkräuter im aktiven Wachstum befinden und die Temperaturen tagsüber konstant über 5 °C liegen.

Warum ist der enthaltene Safener Mefenpyr so wichtig für deinen Winterweizen?

Mefenpyr sorgt dafür, dass dein Winterweichweizen die herbiziden Wirkstoffe schnell und schadlos abbauen kann. Dadurch wird die Kultur geschont, während die unerwünschten Schadgräser und Unkräuter, die den Safener nicht nutzen können, voll von der herbiziden Wirkung getroffen werden. Dies garantiert eine hohe Kulturverträglichkeit selbst bei wechselhaften Frühjahrstemperaturen.

Kannst du Pacifica Plus auch bei Nachtfrostgefahr spritzen?

Nein, du solltest die Anwendung vermeiden, wenn unmittelbar nach der Spritzung starker Nachtfrost droht oder die Kultur durch extreme Temperaturschwankungen gestresst ist. Gestresste Kulturpflanzen können den Safener-Mechanismus nicht optimal aktivieren, was zu vorübergehenden Aufhellungen oder Wachstumsverzögerungen führen kann.

Wie verhältst du dich, wenn nach der Anwendung Regen angekündigt ist?

Achte darauf, dass nach deiner Applikation von Pacifica Plus eine regenfreie Zeit von mindestens zwei Stunden eingehalten wird. Diese Zeit benötigen die systemischen Wirkstoffe, um vollständig in das Blattgewebe der Schadpflanzen einzudringen. Ein vorzeitiger Regen wäscht das Pflanzenschutzmittel ab und mindert die Wirkung erheblich.

Wie kannst du eine Wirkstoffresistenz beim Acker-Fuchsschwanz am besten verhindern?

Da Pacifica Plus auf ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2) setzt, solltest du dieses Mittel nicht in jedem Jahr auf derselben Fläche verwenden. Wechsle die Wirkstoffklassen ab und nutze im Herbst oder in der Fruchtfolge Herbizide mit anderen Wirkmechanismen (z. B. Bodenherbizide). Auch pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine spätere Aussaat des Winterweizens helfen, den Druck durch Acker-Fuchsschwanz zu senken.

Welche Rolle spielen Wasserhärte und Wassermenge bei deiner Ausbringung?

Für eine optimale Benetzung und Verteilung des wasserdispergierbaren Granulats solltest du eine Wassermenge von 200 bis 400 l/ha wählen. Bei sehr hartem Wasser kann die Zugabe eines geeigneten pH-Puffers oder Ammoniumsulfats die Stabilität und Aufnahme der Wirkstoffe verbessern. Achte darauf, dass die Spritzbrühe nach dem Ansetzen zügig ausgebracht wird.