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Sonstige · Clayton Plant Protection Ltd.

Ozark

BVL Zul.-Nr. 00A894-60

Ozark ist ein hochwirksames, breit wirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung einer Vielzahl wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten. Mit dem bewährten Wirkstoff Azoxystrobin (250 g/l), formuliert als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC), bietet das Produkt eine hervorragende Verteilung auf der Blattoberfläche und eine schnelle Regenfestigkeit. Es ist in Deutschland unter der BVL-Zulassungsnummer 00A894-60 registriert und für den Einsatz in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen wie Getreide, Kartoffeln, Gemüse und Erdbeeren zugelassen.

Das Produkt zeichnet sich durch seine vorbeugenden (protektiven) und kurativen Eigenschaften aus. Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff translaminar in das Blattgewebe ein und wird akropetal, also mit dem Saftstrom nach oben, in der Kultur verteilt. Dadurch werden auch neu zuwachsende Pflanzenteile zuverlässig vor dem Eindringen von Schaderregern geschützt. Ozark erfasst ein breites Spektrum an Schadpilzen, darunter Rostpilze, Mehltau, Alternaria-Arten und Blattflecken.

Neben der reinen Fungizidwirkung induziert Ozark in vielen Kulturen positive physiologische Effekte, die oft als „Greening-Effekt“ bezeichnet werden. Die behandelten Kulturen behalten länger ihre grüne Blattfläche, nutzen den Stickstoff effizienter und zeigen eine gesteigerte Toleranz gegenüber abiotischem Stress wie Trockenheit. Dies unterstützt die Ertragsbildung und sichert die Qualität der Ernteprodukte.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Ozark enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Gruppe der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, auch bekannt als QoI-Inhibitoren). Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der mitochondrialen Atmung in den Zellen der Schadpilze. Azoxystrobin bindet spezifisch an die Qo-Schnittstelle des Cytochrom-b-c1-Komplexes und blockiert dadurch den Elektronentransport. Dies führt zu einem sofortigen Zusammenbruch der ATP-Synthese, wodurch dem Pilz die lebensnotwendige Energie entzogen wird. Dieser Mechanismus wirkt besonders stark auf die Sporenkeimung sowie auf die frühen Entwicklungsstadien der Pilze, bevor diese in das Pflanzengewebe eindringen können. Da der Prozess der Energieerzeugung unterbunden wird, sterben die Keimschläuche der Schaderreger rasch ab. Für eine optimale Wirkung ist daher eine vorbeugende Anwendung vor dem eigentlichen Infektionsgeschehen entscheidend.

Resistenzmanagement

Da Azoxystrobin einen spezifischen, monoseitigen Wirkungsmechanismus besitzt, besteht bei Schaderregern ein hohes Risiko für die Entwicklung von Resistenzen. Um die langfristige Wirksamkeit von Ozark zu sichern, musst du ein konsequentes Resistenzmanagement betreiben. Verwende das Produkt daher immer im Wechsel oder in Tankmischung mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen, die einen unterschiedlichen Mechanismus aufweisen (z. B. Triazole oder SDHIs). Halte dich strikt an die maximal empfohlene Anzahl von Anwendungen pro Saison und vermeide den Einsatz reduzierter Aufwandmengen, um den Selektionsdruck auf die Erregerpopulationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Ozark ist im Allgemeinen gut verträglich und lässt sich mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln, wie Insektiziden, Herbiziden und flüssigen Blattdüngern, mischen. Dennoch solltest du vor jeder geplanten Tankmischung eine physikalische Mischbarkeitsprobe (Kübeltest) in einer kleinen Menge Wasser durchführen. Vermeide Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder organosilikonhaltigen Netzmitteln unter extremen Witterungsbedingungen, um das Risiko von Blattverbrennungen (Phytotoxizität) zu minimieren. Achte stets auf eine ausreichende Wassermenge, um eine lückenlose Benetzung der Kultur zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Ozark ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen, Schutzanzug und festem Schuhwerk, unerlässlich. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datensatz angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern allgemeine Vorsichtsmaßnahmen treffen: Vermeide Anwendungen direkt in blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind, und verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Um aquatische Organismen und Nichtzielorganismen zu schonen, ist eine abdriftmindernde Düsentechnik zu verwenden und ein direkter Eintrag in Oberflächengewässer strikt zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MöhreMöhrenschwärze (Alternaria dauci), Echter Mehltau (Erysiphe heraclei)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)30–591 LITER_PER_HECTARE—
BlumenkohlAlternaria brassicae, Mycosphaerella brassicicola, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
SchalotteFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–481 LITER_PER_HECTARE14T
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis), Blatt- und Spelzenbräune (Septoria nodorum)30–611 LITER_PER_HECTARE—
EndivienFalscher Mehltau (Bremia lactucae)14–491 LITER_PER_HECTARE14T
Dicke BohneUromyces sp.17–721 LITER_PER_HECTARE14T
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)55–891 LITER_PER_HECTARE3T
SalateFalscher Mehltau (Bremia lactucae)14–491 LITER_PER_HECTARE14T
WeizenSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis)31–321 LITER_PER_HECTARE—
GersteSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis)31–321 LITER_PER_HECTARE—
PorreePhytophthora porri, Purpurfleckenkrankheit (Alternaria porri)16–481 LITER_PER_HECTARE21T
GersteRhynchosporium secalis30–591 LITER_PER_HECTARE—
KartoffelDürrfleckenkrankheit (Alternaria solani)51–850.5 LITER_PER_HECTARE7T
StaudenkohlAlternaria brassicae, Mycosphaerella brassicicola, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
EndivienFalscher Mehltau (Bremia lactucae)14–491 LITER_PER_HECTARE14T
SpargelLaubkrankheit (Stemphylium botryosum), Spargelrost (Puccinia asparagi)41–891 LITER_PER_HECTARE—
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE—
KnoblauchFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–481 LITER_PER_HECTARE14T
KartoffelColletotrichum coccodes—3 LITER_PER_HECTARE—
SalateFalscher Mehltau (Bremia lactucae)14–491 LITER_PER_HECTARE14T
WeizenCladosporium-Arten, Alternaria Arten (Alternaria sp.)59–691 LITER_PER_HECTARE—
RoggenBlattdürre (Rhynchosporium secalis)30–691 LITER_PER_HECTARE—
ErbseFalscher Mehltau (Peronospora viciae), Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)17–721 LITER_PER_HECTARE14T
GersteZwergrost (Puccinia hordei)30–591 LITER_PER_HECTARE—
BrokkoliAlternaria brassicae, Mycosphaerella brassicicola, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
GrünkohlAlternaria brassicae, Mycosphaerella brassicicola, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
RapsSclerotinia sclerotiorum, Alternaria Arten (Alternaria sp.)60–691 LITER_PER_HECTARE21T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Alternaria brassicae, Mycosphaerella brassicicola, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)55–891 LITER_PER_HECTARE3T
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–591 LITER_PER_HECTARE—
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE—
PorreePorreerost (Puccinia porri)16–481 LITER_PER_HECTARE21T
RoggenSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis)31–321 LITER_PER_HECTARE—
RosenkohlAlternaria brassicae, Mycosphaerella brassicicola, Kohlschwärze (Alternaria brassicicola)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
FuttererbseFalscher Mehltau (Peronospora viciae), Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)17–721 LITER_PER_HECTARE35T
KartoffelRhizoctonia solani—3 LITER_PER_HECTARE—
AckerbohneUromyces sp.60–691 LITER_PER_HECTARE35T
SpeisezwiebelFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–481 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wie wirkt sich der physiologische „Greening-Effekt“ von Ozark auf deine Kulturen aus?

Neben der direkten Bekämpfung von Schaderregern verzögert der Wirkstoff Azoxystrobin den natürlichen Abbau von Chlorophyll in den Blättern. Deine Kulturen bleiben dadurch länger grün und aktiv, was die Photosyntheseleistung verlängert. Zudem wird die Effizienz der Stickstoffnutzung verbessert und die Kultur zeigt sich widerstandsfähiger gegenüber Trockenstress.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung mit Ozark?

Da Ozark primär protektiv (vorbeugend) wirkt, solltest du die Behandlung durchführen, bevor die ersten Symptome der Schaderreger auf den Blättern sichtbar werden. Nutze Prognosemodelle oder achte auf erste Infektionsbedingungen in deiner Region, um den optimalen Schutz zu gewährleisten.

Kannst du Ozark auch bei hohen Temperaturen im Sommer spritzen?

Es wird empfohlen, die Anwendung in den kühleren Morgen- oder Abendstunden durchzuführen. Bei starker Sonneneinstrahlung und Temperaturen über 25 °C verdunstet die Spritzbrühe zu schnell auf den Blättern, was die Wirkstoffaufnahme verschlechtert und das Risiko von Blattverbrennungen (Phytotoxizität) erhöht.

Wie verhält sich Ozark bei Regen kurz nach der Applikation?

Sobald der Spritzbelag auf den Blättern vollständig angetrocknet ist – was unter normalen Bedingungen etwa 1 bis 2 Stunden dauert –, ist Ozark hochgradig regenfest. Der Wirkstoff lagert sich in der Wachsschicht der Blätter an und ist somit vor dem Abwaschen geschützt.

Warum ist der Wirkstoffwechsel bei der Anwendung von Ozark so wichtig?

Azoxystrobin gehört zur FRAC-Gruppe 11 (Strobilurine), bei der ein hohes Risiko für die Entstehung von Resistenzen besteht. Wenn du Ozark wiederholt ohne Wirkstoffwechsel einsetzt, können Schadpilze schnell unempfindlich werden. Wechsle daher immer mit Fungiziden ab, die eine andere Wirkungsweise haben.

Wie findest du auf unserer Plattform weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für deine Kultur?

Du kannst in unserem Hub ganz einfach nach deiner spezifischen Kultur oder dem Schaderreger filtern. Die Plattform zeigt dir sofort alle in Deutschland zugelassenen Produkte inklusive ihrer Aufwandmengen, Wartezeiten und Anwendungsbestimmungen im direkten Vergleich an.