ORONDIS Forte
ORONDIS Forte von Syngenta ist ein hochwirksames, modernes Pflanzenschutzmittel, das speziell für den Weinbau zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung kombiniert dieses Fungizid zwei innovative Wirkstoffe, die sich in ihrer systemischen und translaminaren Wirkung hervorragend ergänzen. Es setzt neue Maßstäbe im vorbeugenden Schutz von Laubwand, Gescheinen und jungen Trauben.
Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen bietet das Präparat einen extrem zuverlässigen Schutz in Phasen des schnellen Zuwachses. Es schützt nicht nur die direkt behandelten Pflanzenteile, sondern verteilt sich auch translaminar und lokal-systemisch im Neuzuwachs. Dies macht ORONDIS Forte zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen, qualitätsorientierten Weinbau, um Ertrag und Traubenqualität selbst unter hohem Infektionsdruck abzusichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herausragende Wirkung von ORONDIS Forte basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel von Oxathiapiprolin und Amisulbrom. Oxathiapiprolin gehört zur FRAC-Gruppe 49 und greift an einer völlig neuen Zielstruktur im Erreger an: Es inhibiert das Oxysterol-Bindungsprotein (OSBP) in den Zellen des Pilzes. Dies stört den intrazellulären Lipidtransport und führt zu einer schnellen Unterbrechung der Zellmembran-Synthese, was die Sporenkeimung und das Myzelwachstum des Falschen Mehltaus hocheffektiv blockiert. Amisulbrom ergänzt diese Wirkung als Vertreter der FRAC-Gruppe 21 (QiI-Inhibitoren). Es blockiert die mitochondriale Atmungskette des Schaderregers am Komplex III (Cytochrom bc1) auf der Innenseite der Membran. Durch diese duale Blockade an unterschiedlichen biochemischen Angriffspunkten wird die Energieproduktion des Pilzes lahmgelegt und gleichzeitig das Risiko von Wirkungsverlusten minimiert.
Resistenzmanagement
Um die langfristige Wirksamkeit dieser hochmodernen Wirkstoffklassen zu sichern, ist ein konsequentes Antiresistenzmanagement unerlässlich. Du solltest ORONDIS Forte strikt vorbeugend einsetzen und die maximale Anzahl an Anwendungen pro Saison nicht überschreiten. Integriere das Produkt in eine Spritzfolge, bei der du konsequent zwischen Wirkstoffen mit unterschiedlichen FRAC-Klassifizierungen (wie z. B. Kontaktfungiziden oder anderen systemischen Klassen) abwechselst, um den Selektionsdruck auf Plasmopara viticola so gering wie möglich zu halten.
Mischbarkeit & Tankmischung
ORONDIS Forte zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit vielen gängigen Weinbaufungiziden, Insektiziden und Blattdüngern aus. Bei geplanten Tankmischungen empfiehlt es sich jedoch, vorab eine kleine Probemischung (Kübeltest) durchzuführen, um die physikalische Stabilität zu überprüfen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung der gesamten Laubwand, besonders bei dichtem Laubdach, und vermeide Mischungen unter extremen Witterungsbedingungen wie starker Hitze oder intensiver Sonneneinstrahlung.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen strikt einzuhalten. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, gilt die goldene Praxisregel: Behandle deine Kulturen zum Schutz von bestäubenden Insekten und Wildbienen vorzugsweise in den späten Abendstunden, wenn kein Bienenflug mehr stattfindet, und vermeide die direkte Abdrift auf blühende Beikräuter in den Fahrgassen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | 13–83 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 28T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von ORONDIS Forte im Weinbau?
Der beste Einsatzzeitpunkt liegt in den Phasen des intensivsten Wachstums vor und während der Blüte (ab BBCH-Stadium 13 bis BBCH-Stadium 83). Da das Mittel stark vorbeugend wirkt, solltest du die Behandlung unbedingt vor den ersten Infektionsbedingungen (Warmregenperioden) einplanen, um die Gescheine und den schnellen Neuzuwachs optimal zu schützen.
Wie oft darf ich ORONDIS Forte innerhalb einer Saison maximal anwenden?
Um die Entstehung von Resistenzen zu verhindern, ist die Anzahl der Behandlungen pro Saison streng limitiert. Du solltest das Produkt maximal zweimal pro Jahr einsetzen und dabei auf einen ausreichenden Abstand oder den Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen achten.
Kann ich ORONDIS Forte auch bei feuchtem Wetter oder kurz vor Regen spritzen?
Das Produkt verfügt über eine hervorragende Regenfestigkeit, da die Wirkstoffe schnell in die Wachsschicht der Blätter und Beeren eindringen. Dennoch sollte der Spritzbelag vor dem nächsten Regenereignis vollständig angetrocknet sein (meist reichen 1 bis 2 Stunden), um eine optimale Verteilung und Haftung zu gewährleisten.
Warum ist die Kombination aus Oxathiapiprolin und Amisulbrom so schlagkräftig?
Diese Kombination vereint zwei völlig unterschiedliche Wirkmechanismen (FRAC 49 und FRAC 21). Während Oxathiapiprolin den Lipidtransport blockiert, stoppt Amisulbrom die Energieerzeugung in den Mitochondrien des Pilzes. Das schützt deine Reben nicht nur extrem zuverlässig vor dem Falschen Mehltau, sondern beugt auch aktiv einer Resistenzbildung vor.
Wie verhalte ich mich bezüglich der Wartezeit vor der Ernte?
Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit für ORONDIS Forte im Weinbau beträgt 28 Tage. Plane deine letzte Behandlung daher präzise ein, sodass dieser Zeitraum bis zur geplanten Traubenlese sicher eingehalten wird, um Rückstände im Lesegut zu vermeiden.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte für meine Kulturen?
Du kannst in unserer Produktdatenbank gezielt nach der Kultur 'Weinrebe' (VITVI) filtern und den Schaderreger 'Falscher Mehltau' auswählen. So erhältst du eine Übersicht aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Wirkstoffe und Anwendungsbestimmungen für eine optimale Spritzfolge.