Orondis Evo
Orondis Evo ist ein hochmodernes, flüssiges Pflanzenschutzmittel (Formulierungstyp: Suspensionskonzentrat) von Syngenta, das speziell für den professionellen Einsatz im Gemüse- und Hopfenbau entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe bietet es einen herausragenden Schutz gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Falsche Mehltaupilze und Rostkrankheiten. Es hat sich als Standardlösung etabliert, um die Ertragsleistung und die optische Qualität der Kulturen zu sichern.
Das Spektrum erstreckt sich über wichtige Kulturen wie Lauch (Porree), Salate und Hopfen. Hier bekämpft das Mittel zuverlässig Erreger wie Phytophthora porri, Porreerost, echten Rost sowie die Falschen Mehltaupilze (Bremia lactucae und Pseudoperonospora humuli). Dank seiner systemischen und translaminaren Eigenschaften schützt Orondis Evo auch den Neuzuwachs und bietet eine hervorragende Dauerwirkung selbst unter hohem Infektionsdruck.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herausragende Wirkung von Orondis Evo basiert auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Oxathiapiprolin gehört zur FRAC-Gruppe 49 (Oxysterol-Bindungsprotein-Inhibitoren, OSBPI). Es greift hochspezifisch in den Lipidstoffwechsel der Oomyceten ein, indem es das Oxysterol-Bindungsprotein blockiert. Dies führt zu einer schnellen Hemmung der Sporenkeimung, der Zoosporenfreisetzung und des Myzelwachstums, wodurch der Infektionszyklus extrem früh und effektiv unterbrochen wird. Azoxystrobin, ein Wirkstoff aus der Gruppe der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, QoI), ergänzt diese Wirkung perfekt. Es hemmt den Elektronentransport in der Atmungskette der Mitochondrien am Komplex III (Cytochrom bc1). Dadurch wird die Energieversorgung (ATP-Synthese) der Pilzzellen unterbunden. Azoxystrobin wirkt protektiv, kurativ und translaminar, was zu einer breiten Absicherung gegen Ascomyceten, Basidiomyceten und Oomyceten führt.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber den Wirkstoffen Oxathiapiprolin und Azoxystrobin zu minimieren, solltest du Orondis Evo stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Dies bedeutet, dass du die maximale Anzahl an Anwendungen pro Saison strikt einhältst und das Produkt im Wechsel mit Fungiziden aus anderen FRAC-Wirkstoffklassen (wie z. B. Carboxamiden oder multisite-aktiven Wirkstoffen) anwendest. Ein vorbeugender Einsatz bei beginnendem Infektionsrisiko ist zudem wirksamer und mindert den Selektionsdruck auf die Erregerpopulationen deutlich.
Mischbarkeit & Tankmischung
Orondis Evo zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern aus. Bei geplanten Tankmischungen empfiehlt es sich jedoch, vorab eine kleine Mischprobe auf physikalische Kompatibilität durchzuführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme pH-Werte der Spritzbrühe. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber in Absprache mit der Fachberatung bei extrem wachshaltigen Blattoberflächen (wie z. B. bei Lauch) zur Optimierung der Benetzung erwogen werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Orondis Evo ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen sind die spezifischen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und der Einsatz abdriftmindernder Technik strikt einzuhalten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungstext vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern das Mittel generell nicht in blühende Kulturen oder auf von Bienen beflogene Unkräuter ausbringen; verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der aktive Bienenflug beendet ist.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Porree | Phytophthora porri, Porreerost (Puccinia porri), Rost (Puccinia allii) | 11–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Salate | Falscher Mehltau (Bremia lactucae) | 11–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Salate | Falscher Mehltau (Bremia lactucae) | 41–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Salate | Falscher Mehltau (Bremia lactucae) | 11–41 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Hopfen | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora humuli) | 21–89 | 0.47 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Salate | Falscher Mehltau (Bremia lactucae) | 11–49 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für deine erste Behandlung mit Orondis Evo?
Du solltest die Behandlung idealerweise vorbeugend (präventiv) vor den ersten sichtbaren Symptomen durchführen, sobald die Warndienste Infektionsbedingungen melden. Dies ist meist ab dem frühen Blattentwicklungsstadium (ab BBCH 11) der Fall. Ein frühzeitiger Schutz verhindert effektiv, dass sich der Schaderreger im Gewebe etabliert.
Wie verhält sich Orondis Evo bei Niederschlägen kurz nach der Anwendung?
Dank der schnellen Wirkstoffaufnahme in die Wachsschicht und das Pflanzengewebe ist Orondis Evo bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen des Spritzbelags (meist nach 1 bis 2 Stunden) hervorragend regenfest. Einsetzender Regen beeinträchtigt die Schutzwirkung danach praktisch nicht mehr.
Kannst du Orondis Evo auch in jungen Salat-Kulturen einsetzen?
Ja, das Pflanzenschutzmittel ist für Salate (Lactuca-Arten) zugelassen. Gerade in der sensiblen Phase nach dem Anpflanzen schützt die systemische Wirkung von Oxathiapiprolin den raschen Neuzuwachs vor Falschem Mehltau (Bremia lactucae). Achte dabei stets auf die Einhaltung der kulturbezogenen Wartezeit vor der Ernte.
Warum enthält Orondis Evo zwei verschiedene Wirkstoffe?
Die Kombination aus Azoxystrobin und Oxathiapiprolin vereint zwei völlig unterschiedliche Wirkmechanismen (FRAC 11 und FRAC 49). Dies sorgt nicht nur für ein breiteres Wirkungsspektrum – wie die gleichzeitige Erfassung von Rostpilzen und Oomyceten in Lauch –, sondern ist auch ein essenzieller Baustein deines Antiresistenzmanagements.
Was musst du bei der Anwendung im Hopfenbau besonders beachten?
Im Hopfenbau steht die Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Pseudoperonospora humuli) im Vordergrund. Da Hopfen extrem schnell wächst, profitierst du hier besonders von der systemischen Verteilung des Mittels. Achte darauf, die Applikationstechnik so einzustellen, dass auch die oberen Laubwände und die Blattunterseiten gleichmäßig benetzt werden.
Wie findest du heraus, welche genaue Aufwandmenge für deine Kultur aktuell zugelassen ist?
Die zugelassenen Aufwandmengen variieren je nach Kultur und BBCH-Stadium zwischen 0,47 und 1,0 l/ha. Du kannst die exakten, für deine spezifische Kultur registrierten Aufwandmengen und die dazugehörigen Wartezeiten direkt oben in den strukturierten Datenblöcken auf unserer Plattform agronomy.farmable.tech einsehen.