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Sonstige · Life Scientific Limited

ORIA

BVL Zul.-Nr. 00B087-61

ORIA ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel von Life Scientific Limited, das speziell für den Schutz von Getreidekulturen gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten entwickelt wurde. Mit dem bewährten Wirkstoff Pyraclostrobin (200 g/l) bietet dieses flüssige Formulierungskonzept einen hervorragenden Schutz für Weichweizen, Gerste, Roggen und Hafer. Es zeichnet sich durch eine schnelle Anfangswirkung und eine langanhaltende Dauerwirkung aus.

Das Anwendungsspektrum umfasst die wichtigsten Rostpilze wie Braunrost, Gelbrost, Zwergrost und Haferkronenrost sowie bedeutende Blatt- und Fleckenkrankheiten wie Rhynchosporium secalis und die Netzfleckenkrankheit. Durch die systemischen Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff optimal in der Kultur und schützt auch den Neuzuwachs zuverlässig vor einer Infektion.

Dank der modernen Formulierung haftet das Pflanzenschutzmittel hervorragend auf der Blattoberfläche und dringt rasch in das Pflanzengewebe ein. Dies sorgt für eine hohe Regenfestigkeit kurz nach der Anwendung und sichert die Ertragsleistung deiner Kulturen auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen.

Wirkstoffe

Pyraclostrobin
200 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in ORIA enthaltene Wirkstoff Pyraclostrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine und ist in die FRAC-Gruppe 11 (QoI-Inhibitoren) eingestuft. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der mitochondrialen Atmung der Pilzzellen. Pyraclostrobin blockiert den Elektronentransport am Cytochrom-bc1-Komplex (Komplex III), wodurch die ATP-Synthese zum Erliegen kommt. Ohne diese lebensnotwendige Energiequelle wird das Wachstum der Schaderreger sofort gestoppt. Neben der direkt fungiziden Wirkung besitzt Pyraclostrobin ausgeprägte physiologische Effekte auf die Kultur (sogenannte "Greening-Effekte"). Es fördert die Stickstoffassimilation, reduziert die Ethylenbildung unter Stressbedingungen und verbessert die Photosyntheseleistung. Dies führt zu einer gesteigerten Vitalität der Kulturen und einer besseren Toleranz gegenüber abiotischem Stress wie Trockenheit oder Hitze.

Resistenzmanagement

Da Pyraclostrobin als QoI-Inhibitor (FRAC-Gruppe 11) ein hohes inhärentes Risiko für die Resistenzentwicklung aufweist, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Du solltest ORIA daher stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen einsetzen, die einen unterschiedlichen Wirkungsmechanismus besitzen – wie beispielsweise Triazole (FRAC 3) oder SDHI-Inhibitoren (FRAC 7). Vermeide Solobehandlungen bei hohem Befallsdruck und halte dich strikt an die empfohlenen Aufwandmengen sowie die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison, um die Wirksamkeit dieses Wirkstoffs langfristig zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

ORIA zeigt eine hervorragende Mischbarkeit mit den meisten gängigen Fungiziden, Insektiziden und Wachstumsreglern im Getreideanbau. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets auf eine ausreichende Wasserqualität achten und die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen ausbringen. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann jedoch unter extrem trockenen Bedingungen die Benetzung und Wirkstoffaufnahme optimieren. Führe vor großflächigen Anwendungen im Zweifel immer eine Mischungsprobe im kleinen Maßstab durch.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit ORIA ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorliegt, solltest du zum Schutz von Bestäubern und nützlichen Insekten auf Anwendungen in blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Saumstrukturen strikt zu vermeiden, um aquatische Organismen und die lokale Biodiversität zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeichweizenBraunrost (Puccinia recondita)25–711.25 LITER_PER_HECTARE—
WeichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)25–711.25 LITER_PER_HECTARE—
GersteGelbrost (Puccinia striiformis)25–591.25 LITER_PER_HECTARE—
RoggenRhynchosporium secalis25–711.25 LITER_PER_HECTARE—
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–591.25 LITER_PER_HECTARE—
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–591.25 LITER_PER_HECTARE—
GersteRhynchosporium secalis25–591.25 LITER_PER_HECTARE—
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–711.25 LITER_PER_HECTARE—
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)25–591.25 LITER_PER_HECTARE—
RoggenGelbrost (Puccinia striiformis)25–711.25 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit ORIA im Getreide?

Der optimale Behandlungszeitraum liegt zwischen dem Ende der Bestockung (BBCH 25) und dem Beginn der Blüte (BBCH 71). Achte auf die ersten Infektionsanzeichen oder nutze Prognosemodelle, um die Behandlung protektiv kurz vor oder direkt zu Befallsbeginn durchzuführen, da hier die beste Wirkung erzielt wird.

Wie wirkt sich der "Greening-Effekt" von ORIA praktisch auf meine Kulturen aus?

Durch die physiologische Wirkung von Pyraclostrobin bleibt das behandelte Blattgewebe länger grün und aktiv. Dies verlängert die Phase der Photosynthese und Kornfüllung, was sich besonders in Stressphasen (z. B. bei Trockenheit) positiv auf das Tausendkorngewicht und die Gesamtqualität deiner Ernte auswirken kann.

Kann ich ORIA mit Wachstumsreglern in einer Überfahrt kombinieren?

Ja, ORIA ist im Allgemeinen gut mit gängigen Wachstumsreglern mischbar. Achte bei solchen Tankmischungen darauf, die Mischreihenfolge einzuhalten (zuerst feste Formulierungen, dann flüssige wie ORIA) und die Spritzung nicht bei extremer Hitze oder starker Sonneneinstrahlung durchzuführen, um Stress für die Kulturen zu vermeiden.

Warum ist der Wirkstoffwechsel bei der Nutzung von ORIA so wichtig?

Der Wirkstoff Pyraclostrobin gehört zur FRAC-Gruppe 11. Pilze können relativ schnell Resistenzen gegen diese Wirkstoffklasse entwickeln, wenn sie wiederholt allein eingesetzt wird. Durch den Wechsel oder die Kombination mit anderen Wirkmechanismen (z. B. Triazolen oder SDHIs) verhinderst du, dass überlebende Pilzstämme selektiert werden und sich ausbreiten.

Wie verhalte ich mich bezüglich des Bienenschutzes, wenn keine feste B-Klassifizierung angegeben ist?

Auch ohne explizite Einstufung gebietet der gute fachliche Pflanzenschutz den Schutz von Bestäubern. Spritze ORIA daher am besten in den späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist, und vermeide es, blühende Unkräuter im Unterbestand mitzubehandeln.

Wie finde ich im Agronomy-Hub weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kulturen?

Du kannst im Hub ganz einfach nach deiner spezifischen Kultur (z. B. Weichweizen oder Gerste) filtern und gezielt nach den Schaderregern suchen, die du bekämpfen möchtest. Dort werden dir alle aktuell registrierten Produkte inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen übersichtlich angezeigt.