Alle Mittel
Sonstige · ISK Biosciences Europe N.V.

Okubi

BVL Zul.-Nr. 028113-60

Okubi ist ein hochwirksames, modernes Fungizid, das speziell für den professionellen Weinbau zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe bietet dieses Pflanzenschutzmittel sowohl einen hervorragenden vorbeugenden Schutz als auch eine systemische Verteilung in der Kultur. Es ist als flüssige Formulierung konzipiert, die sich leicht dosieren und applizieren lässt, und sichert die Erträge sowie die Traubenqualität auch unter hohem Infektionsdruck.

Dank der synergistischen Wirkung der beiden aktiven Komponenten schützt das Produkt nicht nur die bereits behandelten Pflanzenteile, sondern auch den Neuzuwachs während der kritischen Wachstumsphasen der Rebe. Dies macht es zu einem verlässlichen Baustein im modernen Pflanzenschutzprogramm von Weinbaubetrieben, die auf eine nachhaltige und effektive Krankheitskontrolle setzen.

Wirkstoffe

Cyazofamid
25 g/L · Wirkstoff
Dinatriumphosphonat
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirkung von Okubi basiert auf zwei unterschiedlichen biochemischen Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Cyazofamid gehört zur FRAC-Gruppe 21 (QiI-Fungizide) und greift gezielt in die Atmungskette der Schadpilze ein. Er verzögert das Schließen der Protonenkanäle am Komplex III (Cytochrom bc1) auf der Innenseite der Mitochondrienmembran, was zu einem raschen Stopp der Energieproduktion des Erregers führt. Dadurch werden die Sporenkeimung und das Myzelwachstum von Plasmopara viticola effektiv unterbunden. Ergänzt wird dieser Kontaktwirkstoff durch Dinatriumphosphonat (FRAC-Gruppe P07). Dieser systemische Wirkstoff regt die pflanzeneigenen Abwehrmechanismen der Weinrebe an und sorgt gleichzeitig für eine direkte Hemmung des Pilzwachstums. Durch die schnelle Aufnahme und den Transport in der Kultur wird ein langanhaltender Schutz von innen heraus aufgebaut, der auch neu zuwachsende Blätter und Gescheine erfasst.

Resistenzmanagement

Um die Wirksamkeit dieses Pflanzenschutzmittels langfristig zu sichern, ist ein konsequentes Antiresistenzmanagement unerlässlich. Da Cyazofamid einen spezifischen Einort-Wirkmechanismus besitzt, besteht ein inhärentes Risiko für Resistenzentwicklungen beim Falschen Mehltau. Die Kombination mit dem systemischen Dinatriumphosphonat mindert dieses Risiko bereits deutlich. Dennoch solltest du Okubi im Wechsel mit Fungiziden aus anderen FRAC-Gruppen einsetzen, die über keine Kreuzresistenz verfügen. Begrenze die Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den behördlichen Vorgaben und vermeide den Einsatz bei bereits stark etabliertem Befall.

Mischbarkeit & Tankmischung

Okubi zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Weinbaufungiziden, Insektiziden und Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extrem saures oder stark alkalisches Wasser in der Spritzbrühe. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung und Haftung auf der Laubwand optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während der Anmischung und Applikation stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (Schutzanzug, Schutzhandschehe und Augenschutz). Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer und Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik strikt zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)15–854 LITER_PER_HECTARE21T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Okubi gegen Falschen Mehltau?

Der optimale Einsatzzeitpunkt liegt vorbeugend (protektiv) vor den ersten Infektionsbedingungen, typischerweise ab dem Fünfblattstadium (BBCH 15) bis hin zur beginnenden Reife (BBCH 85). Nutze Prognosemodelle für den Falschen Mehltau, um den genauen Behandlungsstart bei feucht-warmer Witterung festzulegen.

Wie wirkt sich die systemische Komponente von Okubi auf den Neuzuwachs aus?

Dank des enthaltenen Dinatriumphosphonats wird der Wirkstoff systemisch in der Kultur verteilt. Dies bedeutet, dass auch nach der Applikation neu gebildete Blätter und Triebe einen gewissen Schutz gegen den Schaderreger aufbauen, da die pflanzeneigene Abwehr im gesamten Saftstrom stimuliert wird.

Kann ich Okubi auch bei bereits sichtbaren Symptomen von Plasmopara viticola einsetzen?

Nein, das Produkt ist primär als protektives (vorbeugendes) Pflanzenschutzmittel konzipiert. Bei bereits starkem, sichtbarem Befall (Ölflecken oder weißer Sporenrasen) solltest du kurativ wirkende Spezialpräparate einsetzen, um den Befall zu stoppen, bevor du wieder zu einem vorbeugenden Schutzprogramm zurückkehrst.

Warum ist die Kombination aus Cyazofamid und Dinatriumphosphonat so vorteilhaft für das Resistenzmanagement?

Cyazofamid greift als QiI-Fungizid an einer sehr spezifischen Stelle der Atmungskette an, was ein gewisses Resistenzrisiko birgt. Dinatriumphosphonat hingegen wirkt multisite-ähnlich über die Aktivierung der pflanzlichen Selbstverteidigung. Diese Kombination erschwert es dem Schaderreger erheblich, Resistenzen zu entwickeln.

Was muss ich bei der Applikationstechnik beachten, um die beste Wirkung zu erzielen?

Eine lückenlose und gleichmäßige Benetzung der gesamten Laubwand sowie der Gescheine und Trauben ist entscheidend. Verwende gut eingestellte Gebläsespritzen und passe die Wassermenge an das jeweilige Laubwandvolumen (BBCH-Stadium) an, um Abschwemmungen und Abdrift zu minimieren.