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Sonstige · ASCENZA AGRO S.A.

OBELISK

BVL Zul.-Nr. 00A607-60

OBELISK ist ein leistungsstarkes, systemisches Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern in wichtigen Wintergetreidekulturen wie Winterweichweizen, Winterroggen und Wintertriticale. Als wasserdispergierbares Granulat formuliert, lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren und rückstandsfrei im Spritztank auflösen. Es bietet eine zuverlässige und flexible Lösung für die Unkrautkontrolle im Frühjahr.

Das Wirkungsspektrum umfasst neben schwer bekämpfbaren Ungräsern auch eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender zweikeimblättriger Schaderreger. Besonders hervorzuheben ist die starke Wirkung gegen Problemunkräuter wie die Echte Kamille, den Klatsch-Mohn, den Persischen Ehrenpreis sowie den Weißen Gänsefuß. Durch die Kombination zweier hochaktiver Wirkstoffe mit einem modernen Safener wird eine exzellente Kulturverträglichkeit bei gleichzeitig maximaler Herbizidleistung erreicht.

Wirkstoffe

Iodosulfuron
6 g/kg · Wirkstoff
Mefenpyr
90 g/kg · Safener
Mesosulfuron
30 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die in OBELISK enthaltenen Wirkstoffe Iodosulfuron und Mesosulfuron gehören zur chemischen Klasse der Sulfonylharnstoffe und sind im HRAC-System der Gruppe 2 (ehemals Gruppe B) zugeordnet. Sie wirken als Acetolactat-Synthase-Inhibitoren (ALS-Inhibitoren). Durch die Blockierung dieses Schlüsselenzyms wird die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in den Unkräutern unterbunden. Dies führt zu einem sofortigen Wachstumsstopp der Schaderreger, gefolgt von typischen Chlorosen und dem Absterben des Gewebes innerhalb weniger Wochen. Um die Kultur vor phytotoxischen Schäden zu schützen, enthält die Formulierung den Safener Mefenpyr. Dieser beschleunigt selektiv den Abbau der Herbizidwirkstoffe in den Getreidekulturen durch die Aktivierung pflanzeneigener Entgiftungsenzyme (wie Cytochrom-P450-Monooxygenasen und Glutathion-S-Transferasen). In den Zielunkräutern findet dieser beschleunigte Abbau nicht statt, sodass die volle herbizide Wirkung dort uneingeschränkt erhalten bleibt.

Resistenzmanagement

Zur Vermeidung von Resistenzbildungen, insbesondere bei weit verbreiteten Ungräsern wie Windhalm oder Ackerfuchsschwanz, solltest du OBELISK stets im Rahmen eines integrierten Wirkstoffwechsels einsetzen. Vermeide den ausschließlichen, wiederholten Einsatz von ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2) auf derselben Fläche. Kombiniere oder rotiere die Anwendung mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen, um den Selektionsdruck zu minimieren und die langfristige Wirksamkeit der Sulfonylharnstoffe auf deinem Betrieb zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

OBELISK ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) mischbar. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die physikalische Verträglichkeit vorab in einem kleinen Gefäß prüfen und die Komponenten nacheinander vollständig im Wasser auflösen. Die Zugabe eines geeigneten Additivs kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme über das Blattwerk, insbesondere unter trockenen Witterungsbedingungen, signifikant verbessern. Vermeide Mischungen mit stark sauren Komponenten, um eine optimale Stabilität der Wirkstoffe im Spritztank zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit OBELISK ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung bei der Tankbefüllung und Ausbringung obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind; verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Achte zudem penibel darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen zu vermeiden, um aquatische Organismen und die umliegende Flora und Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterroggenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.4 KILOGRAM_PER_HECTARE—
WinterweichweizenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.4 KILOGRAM_PER_HECTARE—
WintertriticaleEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.4 KILOGRAM_PER_HECTARE—
WinterweichweizenPersischer Ehrenpreis, Echte Kamille, Klatsch-Mohn21–320.3 KILOGRAM_PER_HECTARE—
WinterweichweizenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
WinterroggenPersischer Ehrenpreis, Echte Kamille, Klatsch-Mohn21–320.3 KILOGRAM_PER_HECTARE—
WintertriticaleEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.5 KILOGRAM_PER_HECTARE—
WintertriticalePersischer Ehrenpreis, Echte Kamille, Klatsch-Mohn21–320.3 KILOGRAM_PER_HECTARE—
WinterroggenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.5 KILOGRAM_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für deine Anwendung von OBELISK im Frühjahr?

Der beste Behandlungszeitraum liegt im zeitigen Frühjahr, sobald das vegetative Wachstum der Unkräuter wieder einsetzt. Achte darauf, dass sich deine Kulturen (Winterweichweizen, Winterroggen oder Wintertriticale) im BBCH-Stadium 21 bis 32 befinden und die Schaderreger aktiv wachsen, da die systemische Aufnahme über das Blattwerk bei wüchsigem Wetter am effektivsten ist.

Wie wirkt sich Frost nach der Behandlung auf die Verträglichkeit und Wirkung aus?

Du solltest OBELISK nicht anwenden, wenn unmittelbar nach der Spritzung Nachtfröste oder extreme Temperaturschwankungen angekündigt sind. Zwar schützt der enthaltene Safener Mefenpyr deine Kultur, doch bei Kältestress ist der pflanzeneigene Stoffwechsel verlangsamt, was vorübergehend zu leichten Kulturaufhellungen führen kann. Zudem lässt die Herbizidwirkung bei Frost nach, da die Unkräuter die Wirkstoffe nicht aktiv transportieren.

Kannst du OBELISK auch in Sommergetreidekulturen einsetzen?

Nein, dieses Pflanzenschutzmittel ist ausschließlich für den Einsatz in den registrierten Wintergetreidekulturen (Winterweichweizen, Winterroggen und Wintertriticale) zugelassen. Eine Anwendung in Sommergerste oder Sommerweizen kann aufgrund mangelnder Verträglichkeit zu schweren Schäden an deinen Kulturen führen.

Was musst du bei der Nachbauplanung beachten, wenn du OBELISK eingesetzt hast?

Da die Wirkstoffe im Boden biologisch abgebaut werden, ist der Nachbau von Wintergetreide im normalen Fruchtfolgeturnus völlig unbedenklich. Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch der Kultur kommen, empfiehlt es sich, den Boden vor einer Neuansaat tief zu pflügen, um eventuelle Wirkstoffrückstände zu verdünnen. Beachte bei empfindlichen Folgekulturen wie Raps oder Zwischenfrüchten im Herbst stets die herstellerspezifischen Wartezeiten und Bodenbearbeitungshinweise.

Warum ist der Zusatz eines Additivs bei dieser Behandlung ratsam?

Da die herbiziden Wirkstoffe hauptsächlich über das Blatt aufgenommen werden, hilft ein geeignetes Additiv (Netzmittel) dabei, die schützende Wachsschicht der Unkrautblätter zu überwinden. Besonders bei trockener Witterung oder bei Schaderregern mit stark behaarten Blättern sorgt das Additiv für eine gleichmäßige Benetzung und beschleunigt das Eindringen der Wirkstoffe, was deine Bekämpfungsergebnisse deutlich absichert.

Wie verhältst du dich, wenn kurz nach der Spritzung Regen einsetzt?

Für eine optimale Wirkung benötigt OBELISK eine regenfreie Zeit von mindestens zwei bis drei Stunden nach der Applikation. Setzt der Regen früher ein, besteht das Risiko, dass die Wirkstoffe von den Blättern abgewaschen werden, bevor sie ausreichend in das Gewebe der Schaderreger eindringen konnten, was die Herbizidleistung spürbar mindert.