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Sonstige · Nufarm Deutschland GmbH

Nufosate

BVL Zul.-Nr. 006281-61

Nufosate von Nufarm Deutschland GmbH ist ein hochkonzentriertes, systemisches Herbizid zur zuverlässigen Regulierung eines breiten Spektrums von Schaderregern im Acker-, Wein- und Obstbau sowie auf Grünland und im Forst. Als flüssiges Formulierungskonzentrat mit dem bewährten Wirkstoff Glyphosat (485,6 g/l) zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme über die grünen Pflanzenteile und eine anschließende systemische Verteilung in den behandelten Unkräutern aus.

Das Wirkungsspektrum umfasst sowohl ein- und zweikeimblättrige Unkräuter als auch hartnäckige, tiefwurzelnde Problemunkräuter wie die Gemeine Quecke und verschiedene Ampfer-Arten. Selbst schwer bekämpfbare Holzgewächse und Adlerfarn im Forstbereich werden durch die systemische Tiefenwirkung bis in die Wurzel- und Rhizomspitzen nachhaltig erfasst. Dies macht Nufosate zu einem unverzichtbaren Baustein für die Stoppelbehandlung, die Kulturvorbereitung und die gezielte Pflege im Wein- und Obstbau.

Wirkstoffe

Glyphosat
485.6 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Nufosate enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9. Er wirkt als spezifischer Inhibitor des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS). Dieses Enzym ist eine Schlüsselkomponente des Shikimatwegs, der ausschließlich in Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen vorkommt und für die Biosynthese der essenziellen aromatischen Aminosäuren Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan verantwortlich ist. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die Blätter aufgenommen und systemisch sowohl im Phloem als auch im Xylem transportiert. Er verlagert sich aktiv in die metabolischen Zentren der Pflanze, insbesondere in die wachsenden Meristeme, Wurzeln, Knollen und Rhizome. Durch die Blockade der Aminosäuresynthese bricht der Proteinstoffwechsel der behandelten Schaderreger zusammen, was zu einem vollständigen Wachstumsstopp und dem allmählichen Absterben der gesamten Pflanze führt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von herbizidresistenten Biotypen bei ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern vorzubeugen, solltest du Nufosate stets in ein integriertes Unkrautmanagement (IWM) einbinden. Dies umfasst den gezielten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen sowie pflanzenbauliche und mechanische Maßnahmen wie eine angepasste Bodenbearbeitung und eine abwechslungsreiche Fruchtfolge. Vermeide die wiederholte, alleinige Anwendung von Glyphosat auf derselben Fläche und achte darauf, überlebende Unkräuter konsequent mechanisch oder mit anderen Wirkstoffen zu beseitigen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Nufosate ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Düngemitteln mischbar. Bei der Herstellung von Tankmischungen empfiehlt es sich jedoch, stets vorab eine physikalische Mischprobe durchzuführen. Da die Wasserqualität die Wirksamkeit von Glyphosat beeinflussen kann, ist bei sehr hartem Wasser der Zusatz eines geeigneten Wasserkonditionierers (wie Ammoniumsulfat) ratsam, um eine Inaktivierung des Wirkstoffs durch Calcium- oder Magnesiumionen zu verhindern. Achte darauf, die Spritzbrühe nach dem Ansetzen zügig auszubringen und nicht über längere Zeit stehenzulassen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Nufosate ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, unerlässlich. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sollten Abdriftschutzmaßnahmen strikt eingehalten und direkte Einträge in Oberflächengewässer vermieden werden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell nicht in blühende Bestände legen oder zu Zeiten durchführen, in denen Bienen aktiv auf den Flächen fliegen; weiche vorzugsweise auf die Abendstunden aus.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
NadelholzHolzgewächse, Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—3 LITER_PER_HECTARE—
WintergersteEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter89–995 LITER_PER_HECTARE7T
MaisEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—3 LITER_PER_HECTARE—
Wege und Plätze mit HolzgewächsenEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—330 LITER_PER_1000_LITER_WATER—
NadelholzAdlerfarn—5 LITER_PER_HECTARE—
ZuckerrübeEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—3 LITER_PER_HECTARE—
WeizenEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter89–995 LITER_PER_HECTARE7T
RoggenEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter89–995 LITER_PER_HECTARE7T
LaubholzAdlerfarn—5 LITER_PER_HECTARE—
KernobstEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—5 LITER_PER_HECTARE42T
StilllegungsflächenEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—5 LITER_PER_HECTARE—
SteinobstEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—5 LITER_PER_HECTARE42T
AckerbaukulturenEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—5 LITER_PER_HECTARE—
HaferEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter89–995 LITER_PER_HECTARE7T
WeinrebeEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—5 LITER_PER_HECTARE30T
Wiesen, WeidenGemeine Quecke, Ampfer-Arten—4 LITER_PER_HECTARE—
GersteEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter89–995 LITER_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Nufosate auf der Stoppel?

Der beste Zeitpunkt ist, wenn die Unkräuter und insbesondere die Gemeine Quecke wieder genügend neue, aufnahmefähige Blattmasse gebildet haben (meist bei einer Wuchshöhe von 10–15 cm). Nur so kann ausreichend Wirkstoff aufgenommen und in die Wurzeln transportiert werden.

Wie beeinflusst Regen kurz nach der Anwendung die Wirkung von Nufosate?

Da der Wirkstoff systemisch über das Blatt aufgenommen werden muss, benötigt er eine gewisse Einwirkzeit. Setzt innerhalb von weniger als 4 bis 6 Stunden nach der Applikation Regen ein, kann dies den Wirkstoff abwaschen und die herbizide Wirkung deutlich mindern.

Warum ist die Wasserhärte bei der Ausbringung von Nufosate von Bedeutung?

Glyphosat-Moleküle können sich im Spritzfass mit Calcium- und Magnesiumionen aus hartem Wasser verbinden. Diese Komplexe können von den Blättern der Schaderreger schlechter aufgenommen werden, was die Wirkung abschwächt. Ein Wasserkonditionierer schafft hier Abhilfe.

Kann ich Nufosate auch bei niedrigen Temperaturen im Spätherbst anwenden?

Ja, eine Anwendung ist grundsätzlich möglich, solange die Schaderreger noch aktiv assimilieren und kein starker Frost herrscht. Bei kühlen Temperaturen läuft der Stoffwechsel der Pflanzen jedoch langsamer ab, weshalb es länger dauern kann, bis die sichtbaren Symptome des Absterbens eintreten.

Wie verhält sich Nufosate im Boden und wann kann ich die Folgekultur einsäen?

Der Wirkstoff wird bei Bodenkontakt extrem schnell und stark an Bodenpartikel adsorbiert, wodurch er biologisch inaktiviert wird. Ein Nachbau ist daher in der Regel rasch möglich, du solltest jedoch bei der Bekämpfung von ausdauernden Unkräutern warten, bis der Wirkstoff vollständig in die Wurzeln transportiert wurde (meist einige Tage nach der Behandlung).

Wie erkennst du, ob die Schaderreger erfolgreich durch Nufosate bekämpft wurden?

Erste Symptome zeigen sich durch eine schleichende Gelbfärbung (Chlorose) der jüngsten Blätter und Triebe, gefolgt von einer Welke und schließlichen Rot- bis Braunfärbung (Nekrose) der gesamten Pflanze. Dieser Prozess kann je nach Witterung und Wirkstoffaufnahme zwischen 7 und 21 Tagen dauern.