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Sonstige · SUMITOMO CHEMICAL

Nozomi

BVL Zul.-Nr. 024895-00

Nozomi von SUMITOMO CHEMICAL ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel, das vor allem für seine hervorragende Bodenwirkung gegen ein breites Spektrum von zweikeimblättrigen Unkräutern und einigen Ungräsern geschätzt wird. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG) mit dem bewährten Wirkstoff Flumioxazin (500 g/kg), bietet das Produkt eine langanhaltende Depotwirkung im Boden. Es bildet einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche, der auflaufende Schaderreger zuverlässig erfasst.

Durch seine spezifische Formulierung eignet sich Nozomi ideal für den Einsatz in verschiedenen Spezialkulturen sowie im Bereich von Nichtkulturland und forstlichen Kulturen, wo eine dauerhafte Unkrautfreiheit angestrebt wird. Die langanhaltende Barrierewirkung verhindert über Wochen hinweg den Keimungs- und Auflaufprozess unerwünschter Beikräuter, was den mechanischen Pflegeaufwand in den Kulturen erheblich reduziert.

Wirkstoffe

Flumioxazin
500 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Nozomi enthaltene Wirkstoff Flumioxazin gehört zur HRAC-Gruppe 14 (früher Gruppe E) und wirkt als Inhibitor der Protoporphyrinogen-Oxidase (PPO). Dieses Schlüsselenzym ist für die Chlorophyllsynthese in den Pflanzenzellen unerlässlich. Durch die Blockade der PPO kommt es zu einer unkontrollierten Akkumulation von Protoporphyrin IX in der Zelle. Unter dem Einfluss von Sonnenlicht reagiert dieses mit Sauerstoff und bildet hochreaktive Singulett-Sauerstoff-Radikale. Diese freien Radikale zerstören die Lipidmembranen der Pflanzenzellen irreversibel, was zu einer schnellen Zelllyse, dem Austrocknen des Gewebes und schließlich zum Absterben der auflaufenden Unkräuter führt. Da der Wirkstoff vor allem über die Sprossachse keimender Unkräuter beim Durchstoßen des Herbizidfilms aufgenommen wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für die Aktivierung und optimale Verteilung des Wirkstofffilms entscheidend.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Ziel-Schaderregern zu minimieren, solltest du Nozomi stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Da Flumioxazin als PPO-Inhibitor (HRAC-Gruppe 14) einen spezifischen Wirkungsmechanismus besitzt, empfiehlt sich der jährliche Wechsel oder die Kombination mit Herbiziden aus anderen HRAC-Klassen. Vermeide die ausschließliche, wiederholte Anwendung von PPO-Inhibitoren auf derselben Fläche und achte darauf, überlebende Unkräuter konsequent mechanisch oder mit anderen Wirkstoffklassen zu bekämpfen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Nozomi zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit vielen gängigen Boden- und Blatherbiziden sowie flüssigen Düngemitteln. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du das Granulat immer als erste Komponente im fast vollständig mit Wasser gefüllten Spritztank unter ständigem Rühren vollständig auflösen, bevor du weitere Partnerprodukte hinzufügst. Die Zugabe von geeigneten Netzmitteln oder Additiven kann die Haftung und Aufnahme bei bereits aufgelaufenen Unkräutern verbessern, sollte jedoch vorab auf Kulturverträglichkeit geprüft werden. Achte auf eine gleichmäßige Benetzung und vermeide Abdrift auf benachbarte, empfindliche Kulturen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Nozomi ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robustem Schuhwerk und Schutzhandschuhen, obligatorisch, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsbescheid ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern dennoch auf eine Anwendung direkt in blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten und die Applikation vorzugsweise in die späten Abendstunden verlegen. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen wie Regenwürmer zu schonen, sind die allgemeinen Abdriftminderungsmaßnahmen einzuhalten und ein direkter Eintrag in Oberflächengewässer strikt zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
—Allgemein—0 GRAM_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wie wirkt Nozomi am besten auf den Boden und welche Bedingungen sind dafür nötig?

Für eine optimale Wirkung benötigt Nozomi einen feinkrümeligen, gut abgesetzten und feuchten Boden. Die Feuchtigkeit sorgt dafür, dass sich der Wirkstoff Flumioxazin gleichmäßig auf der Bodenoberfläche verteilt und einen stabilen Film bildet, den auflaufende Unkräuter beim Keimen passieren müssen.

Kann ich Nozomi auch anwenden, wenn die Unkräuter bereits aufgelaufen sind?

Ja, Nozomi besitzt neben der starken Bodenwirkung auch eine gewisse Kontaktwirkung auf sehr junge, bereits aufgelaufene Unkräuter. Allerdings ist die Hauptwirkung bodenaktiv; für eine sichere Bekämpfung größerer Unkräuter solltest du einen geeigneten Mischungspartner mit reiner Blattwirkung hinzuziehen.

Was musst du beim Ansetzen der Spritzbrühe mit Nozomi beachten?

Da Nozomi als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert ist, solltest du es immer als erste Komponente in den zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllten Tank geben. Lass das Rührwerk laufen, bis sich das Granulat vollständig aufgelöst hat, bevor du andere Mischungspartner oder Additive hinzufügst.

Warum ist Licht für die Wirkung von Nozomi so entscheidend?

Der Wirkstoff Flumioxazin blockiert ein Enzym in der Chlorophyllsynthese, was zur Anhäufung von empfindlichen Molekülen führt. Erst unter dem Einfluss von Sonnenlicht bilden sich daraus aggressive Sauerstoffradikale, die die Zellmembranen der Unkräuter zerstören. Ohne Licht bleibt der typische 'Verbrennungseffekt' aus.

Wie integrierst du Nozomi am besten in dein Resistenzmanagement?

Da Nozomi zur HRAC-Gruppe 14 gehört, solltest du es im Wechsel mit Herbiziden einsetzen, die einen anderen Wirkungsmechanismus aufweisen (z. B. HRAC-Gruppe 15 oder 3). Vermeide es, PPO-Inhibitoren mehrmals hintereinander auf derselben Fläche ohne Wirkstoffwechsel anzuwenden, um Selektionseffekte zu verhindern.

Wie verhält sich Nozomi bei Starkregen nach der Anwendung?

Starkregen kurz nach der Applikation kann den Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche stören oder den Wirkstoff in tiefere Bodenschichten abschwemmen. Dies kann einerseits die Unkrautwirkung mindern und andererseits das Risiko von vorübergehenden Kulturschäden erhöhen, wenn der Wirkstoff in die Wurzelzone empfindlicher Kulturen gelangt.