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Sonstige · Agria SA

NASA (Glyphosate 360 g/l SL)

BVL Zul.-Nr. 00B076-00

NASA (Glyphosate 360 g/l SL) ist ein bewährtes, nicht-selektives Breitbandherbizid zur Bekämpfung von ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie holzigen Gewächsen und hartnäckigen Problemunkräutern. Als wasserlösliches Konzentrat (SL) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Handhabung und schnelle Aufnahme aus. Es wird im Ackerbau, Weinbau sowie auf forstlichen Flächen und im Nichtkulturland eingesetzt, um unerwünschten Aufwuchs effizient zu regulieren.

Das Mittel eignet sich besonders für die Vorsaatbehandlung, die Stoppelbearbeitung oder zur gezielten Einzelpflanzenbehandlung (z. B. bei Schosserrüben oder tiefwurzelnden Unkräutern wie der Acker-Kratzdistel und Ampfer-Arten). Durch seine systemische Wirkung erfasst es nicht nur die oberirdischen Pflanzenteile, sondern wird bis in die Wurzelspitzen und Rhizome transportiert, was einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg sichert.

Wirkstoffe

Glyphosat
486 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (Hemmer der EPSP-Synthase). Nach der Aufnahme über die grünen Pflanzenteile wird der Wirkstoff systemisch im Phloem der Pflanze transportiert und verteilt sich so in der gesamten Kultur oder dem Schaderreger, einschließlich der unterirdischen Speicherorgane wie Wurzeln, Knollen und Rhizome. Auf biochemischer Ebene blockiert Glyphosat das Enzym 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS) im Shikimatweg. Dies führt dazu, dass die Pflanze keine essenziellen aromatischen Aminosäuren (wie Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan) mehr synthetisieren kann. In der Folge bricht der Proteinstoffwechsel zusammen, das Wachstum stoppt sofort, und die betroffenen Schaderreger sterben innerhalb weniger Tage bis Wochen vollständig ab.

Resistenzmanagement

Um das Risiko von Resistenzbildungen bei Unkräutern zu minimieren, solltest du NASA stets in ein integriertes Unkrautmanagement einbinden. Verlasse dich nicht ausschließlich auf Wirkstoffe der HRAC-Gruppe 9, sondern wechsle die Wirkmechanismen durch den Einsatz von Boden- und Blattherbiziden anderer Klassen ab. Zudem unterstützen mechanische Maßnahmen wie eine gezielte Stoppelbearbeitung, der Anbau von Zwischenfrüchten und eine weite Fruchtfolge die langfristige Wirksamkeit dieses Pflanzenschutzmittels.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Planung von Tankmischungen ist auf die physikalische und chemische Kompatibilität der Partner zu achten. Da Glyphosat empfindlich auf hartes Wasser reagiert (Calcium- und Magnesiumionen können den Wirkstoff binden und die Wirkung abschwächen), kann der Zusatz von Ammoniumsulfat zur Konditionierung des Spritzwassers die Wirksamkeit spürbar verbessern. Vermeide Mischungen mit stark alkalischen Komponenten oder Kontakt-Herbiziden, die das Blattgewebe zu schnell zerstören und dadurch den systemischen Transport von Glyphosat behindern könnten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzbrille, zu tragen. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in den Abendstunden durchführen. Achte streng darauf, dass kein Abdrift auf benachbarte Gewässer oder sensible Nichtzielflächen gelangt, um aquatische Organismen und die umliegende Flora zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
AckerbaukulturenEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter0–33 LITER_PER_HECTARE—
LaubholzHolzgewächse, Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—4 LITER_PER_HECTARE—
WeinrebeEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—4 LITER_PER_HECTARE35T
ZuckerrübeSchosserrüben, Acker-Kratzdistel—330 LITER_PER_1000_LITER_WATER60T
KernobstEinkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—4 LITER_PER_HECTARE42T
NadelholzHolzgewächse, Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—3 LITER_PER_HECTARE—
Wiesen, WeidenAcker-Kratzdistel, Ampfer-Arten—330 LITER_PER_1000_LITER_WATER14T
NadelholzHolzgewächse, Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—4 LITER_PER_HECTARE—
LaubholzHolzgewächse, Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter—3 LITER_PER_HECTARE—
FutterrübeSchosserrüben, Acker-Kratzdistel—330 LITER_PER_1000_LITER_WATER60T

Häufige Fragen

Wie beeinflusst das Wetter die Wirkung von NASA nach der Anwendung?

Für eine optimale Wirkung benötigt das Pflanzenschutzmittel aktives Wachstumswetter mit milden Temperaturen und ausreichender Luftfeuchtigkeit. Nach der Anwendung sollte es für mindestens 4 bis 6 Stunden trocken bleiben, damit der Wirkstoff vollständig von den Blättern aufgenommen werden kann. Extrem trockene Bedingungen oder Frost verzögern den Transport in die Wurzeln.

Warum ist die Wasserqualität bei der Ausbringung von Glyphosat so wichtig?

Sehr hartes Wasser enthält viele Calcium- und Magnesium-Ionen, die sich an das Glyphosat-Molekül binden und dessen Aufnahme blockieren können. Wenn du hartes Brunnen- oder Leitungswasser nutzt, empfiehlt es sich, vor der Zugabe des Herbizids einen Wasserenthärter oder Ammoniumsulfat in den Spritztank zu geben.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um hartnäckige Wurzelunkräuter wie Disteln oder Ampfer zu behandeln?

Behandle diese Schaderreger am besten, wenn sie eine ausreichend große Blattfläche entwickelt haben, aber noch vor der Blüte stehen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftstrom der Pflanze stark nach unten in die Wurzeln gerichtet, was den Transport des systemischen Wirkstoffs in die Überdauerungsorgane maximiert.

Kann ich NASA direkt vor der Aussaat einer neuen Kultur anwenden?

Ja, eine Vorsaatbehandlung ist möglich, da Glyphosat im Boden schnell inaktiviert und abgebaut wird. Du solltest jedoch warten, bis die behandelten Unkräuter den Wirkstoff vollständig aufgenommen haben (meist 2 bis 3 Tage bei einjährigen Unkräutern, länger bei ausdauernden Arten), bevor du mit der Bodenbearbeitung oder Aussaat beginnst.

Wie erkennst du, ob die Behandlung erfolgreich war?

Erste Symptome zeigen sich meist nach 7 bis 10 Tagen durch eine Gelbfärbung (Chlorose) der jüngsten Blätter, gefolgt von einer Welke und dem vollständigen Absterben (Nekrose) der gesamten Pflanze. Bei kühler Witterung kann dieser Prozess auch bis zu drei Wochen dauern.