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Sonstige · GLOBACHEM NV

NARITA

BVL Zul.-Nr. 008025-00

NARITA ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur gezielten Bekämpfung von Alternaria-Arten (Dürrfleckenkrankheit) in Kartoffeln (SOLTU). Als flüssiges Emulsionskonzentrat formuliert, bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Wirkstoffverteilung auf der Blattoberfläche und dringt rasch in das Pflanzengewebe ein. Dadurch ist es schnell regenfest und schützt die Kultur auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen zuverlässig.

Im modernen Kartoffelanbau hat sich NARITA als fester Baustein im Fungizidprogramm etabliert. Da die Dürrfleckenkrankheit, verursacht durch Alternaria solani und Alternaria alternata, vor allem in wärmeren Sommern und bei alternden Beständen zu erheblichen Ertrags- und Qualitätsverlusten führen kann, sichert der rechtzeitige Einsatz dieses Mittels die Vitalität des Blattapparates bis in die späte Wachstumsphase.

Durch die systemischen Eigenschaften von Difenoconazol wird nicht nur der bereits vorhandene Pilzbefall gestoppt (kurative Wirkung), sondern auch der Neuzuwachs vor einer Infektion geschützt (protektive Wirkung). Dies macht NARITA zu einem flexiblen Werkzeug für ein vorausschauendes Bestandsmanagement.

Wirkstoffe

Difenoconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in NARITA enthaltene Wirkstoff Difenoconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole und ist im FRAC-Code unter der Gruppe 3 (Sterol-Biosynthese-Inhibitoren / Demethylierungs-Inhibitoren, DMI) klassifiziert. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase, eines Schlüsselenzyms bei der Biosynthese von Ergosterol. Ergosterol ist ein unverzichtbarer Baustein für den Aufbau und die Funktion der pilzlichen Zellmembranen. Ohne funktionierendes Ergosterol verliert die Zellmembran des Schaderregers ihre Stabilität und Selektivität, was zum Auslaufen von Zellbestandteilen und letztlich zum Absterben des Pilzmycels führt. Da Difenoconazol akropetal – also mit dem Saftstrom nach oben – in der Kultur transportiert wird, verteilt sich der Wirkstoff optimal in den behandelten Blättern und schützt auch Bereiche, die bei der Spritzung nicht direkt getroffen wurden.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei Alternaria-Arten wirksam vorzubeugen, solltest du NARITA stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen einsetzen. Da Difenoconazol der FRAC-Gruppe 3 angehört, empfiehlt sich die Kombination oder der Blockwechsel mit Wirkstoffen aus den Gruppen der SDHI (FRAC-Gruppe 7) oder Strobilurine (FRAC-Gruppe 11) sowie der Einsatz von Kontaktfungiziden mit Multi-Site-Wirkung. Halte dich strikt an die empfohlenen Aufwandmengen und beschränke die Anzahl der Anwendungen pro Saison auf das notwendige Maß, um den Selektionsdruck auf den Schaderreger zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

NARITA zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Kartoffelfungiziden (z. B. gegen Krautfäule) sowie Flüssigdüngern und Insektiziden aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe (Kübeltest) durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung des Bestandes. Die Zugabe von geeigneten Netzmitteln kann die Haftung und das Eindringverhalten des Wirkstoffs insbesondere bei dicken Wachsschichten der Kartoffelblätter optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit NARITA ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz bei der Handhabung des Konzentrats) unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der Umwelt sind Abdriftminderungsauflagen und Abstandsregelungen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und nützlichen Insekten Anwendungen generell nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind. Behandlungen in den späten Abendstunden minimieren das Risiko für Nichtzielorganismen erheblich.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelAlternaria Arten (Alternaria sp.)65–990.5 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit NARITA gegen Alternaria?

Der optimale Behandlungsstart liegt meist ab dem Ende der Blüte (BBCH 65), wenn die unteren Blätter der Kartoffelkultur physiologisch altern und die Anfälligkeit für Alternaria solani steigt. Achte auf erste typische braune Flecken mit konzentrischen Ringen und nutze Prognosemodelle, um Infektionswellen bei warm-feuchter Witterung rechtzeitig abzufangen.

Kann ich NARITA zusammen mit Krautfäule-Fungiziden ausbringen?

Ja, eine Tankmischung mit Produkten gegen Phytophthora infestans (Krautfäule) ist in der Praxis sehr üblich und spart Überfahrten. Da Alternaria oft zeitgleich mit Krautfäule auftritt, schützt diese Kombination deine Kartoffelkultur umfassend vor beiden Hauptschadpilzen.

Wie verhält sich NARITA bei Regen kurz nach der Anwendung?

Dank der schnellen systemischen Aufnahme von Difenoconazol ist NARITA bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen des Spritzbelags regenfest. In der Regel reichen ein bis zwei regenfreie Stunden aus, damit der Wirkstoff sicher in das Blattgewebe eindringt und seine volle Schutzwirkung entfaltet.

Warum ist das BBCH-Stadium für den Einsatz von NARITA so wichtig?

Die Zulassung von NARITA umfasst den Bereich von BBCH 65 (Vollblüte) bis BBCH 99 (Erntegut). Ein zu früher Einsatz vor BBCH 65 ist meist wirtschaftlich und biologisch nicht sinnvoll, da Alternaria-Erreger vor allem geschwächtes, älteres Gewebe besiedeln, das sich erst ab der Blütephase bildet.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Alternaria in Kartoffeln?

Du kannst in unserer Datenbank gezielt nach der Kultur "Kartoffel" (SOLTU) und dem Schaderreger "Alternaria" filtern. Dort werden dir alle aktuell in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Wirkstoffe, Aufwandmengen und Anwendungsbestimmungen übersichtlich angezeigt.

Welche Rolle spielt die Wasserhärte bei der Zubereitung der Spritzbrühe mit NARITA?

Difenoconazol ist gegenüber mäßig hartem Wasser relativ unempfindlich. Bei extrem hartem Wasser kann jedoch die Stabilität der Emulsion beeinträchtigt werden; in solchen Fällen empfiehlt sich der Zusatz eines geeigneten pH-Puffers oder Wasserkonditionierers, um eine optimale Wirkstoffverteilung zu garantieren.