Morex
Morex ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid von BASF, das speziell für den professionellen Getreideanbau in Deutschland entwickelt wurde. Mit dem modernen Wirkstoff Fluxapyroxad bietet dieses Pflanzenschutzmittel einen hervorragenden Schutz gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Schaderreger in Kulturen wie Weizen, Gerste und Roggen. Die flüssige Formulierung zeichnet sich durch eine schnelle Wirkstoffaufnahme und eine exzellente Verteilung in der Kultur aus, was eine langanhaltende Schutzwirkung garantiert.
Das Anwendungsspektrum umfasst kritische Pilzkrankheiten wie Septoria-Blattdürre, Netzflecken, Zwergrost, Braunrost sowie die Halmbruchkrankheit. Zudem unterstützt Morex die Minderung nichtparasitärer Blattflecken, was zur Vitalität und Ertragssicherung deiner Bestände beiträgt. Durch seine kurativen und protektiven Eigenschaften ist das Mittel ein verlässlicher Baustein in der Pflanzenschutzstrategie moderner Ackerbaubetriebe.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Morex enthaltene Wirkstoff Fluxapyroxad gehört zur chemischen Klasse der Carboxamide (SDHI) und ist in die FRAC-Gruppe 7 eingestuft. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Hemmung des Enzyms Succinat-Dehydrogenase (Komplex II) in der mitochondrialen Atmungskette der Pilzzellen. Durch diese Blockade wird der Elektronentransport unterbrochen, was die ATP-Synthese und somit die gesamte Energieversorgung des Schaderregers zum Erliegen bringt. Dies führt zu einem schnellen Wachstumsstopp der Keimschläuche und Appressorien, wodurch das Eindringen des Pilzes in das Pflanzengewebe effektiv verhindert wird. Dank der ausgeprägten systemischen Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff nach der Anwendung kontinuierlich in den neu zuwachsenden Pflanzenteilen (akropetale Systemik), was einen langanhaltenden Schutz der gesamten Kultur gewährleistet.
Resistenzmanagement
Um die Wirksamkeit von Fluxapyroxad langfristig zu sichern und der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, solltest du Morex stets im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements einsetzen. Da SDHI-Fungizide ein inhärentes Risiko für Resistenzselektion aufweisen (insbesondere bei Erregern wie Septoria tritici oder Ramularia collo-cygni), ist eine strikte Wirkstoffrotation unerlässlich. Kombiniere Morex in der Spritzfolge oder als Tankmischung mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen, die einen unterschiedlichen Wirkungsmechanismus besitzen, wie beispielsweise Azolen (FRAC-Gruppe 3) oder Kontaktwirkstoffen. Begrenze zudem die Anzahl der Anwendungen pro Saison auf das registrierte Maximum und vermeide rein kurative Behandlungen bei bereits starkem Befallsdruck.
Mischbarkeit & Tankmischung
Morex weist eine hervorragende physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln, Wachstumsreglern und Blattdüngern auf. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe (Kübeltest) durchführen, um die physikalische Stabilität der Brühe zu überprüfen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme pH-Werte des Spritzwassers. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter schwierigen Witterungsbedingungen die Benetzung und Wirkstoffaufnahme optimieren. Befülle den Tank zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser, starte das Rührwerk und gib Morex als eine der ersten Komponenten hinzu.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Morex ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, während der Anmischung und Anwendung obligatorisch. Um Nichtzielorganismen und die Umwelt zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Flächen und Gewässer strikt zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist, um das Risiko für bestäubende Insekten zu minimieren.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Roggen | Rhynchosporium secalis | 25–61 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 25–69 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 29–32 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Minderung nichtparasitärer Blattflecken | 32–61 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni) | 25–61 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Rhynchosporium secalis | 25–61 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 25–61 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Zwergrost (Puccinia hordei) | 25–61 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 25–61 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 25–61 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 29–32 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 25–69 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Morex gegen Halmbruchkrankheit?
Für eine effektive Bekämpfung der Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) solltest du die Behandlung frühzeitig im Frühjahr ansetzen, idealerweise zu Beginn des Schossens (BBCH-Stadien 30 bis 32). Zu diesem Zeitpunkt kann der Wirkstoff die Basis der Halme optimal schützen, bevor der Pilz tief in das Gewebe eindringt.
Kann ich Morex auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr anwenden?
Ja, Morex zeigt auch bei kühleren Frühjahrstemperaturen eine gute und zuverlässige Wirkung. Wichtig ist jedoch, dass die Kultur aktiv wächst, damit der systemische Wirkstoff Fluxapyroxad optimal aufgenommen und in der Kultur verteilt werden kann. Vermeide Anwendungen bei Frost oder wenn Frost unmittelbar bevorsteht.
Wie wirkt sich Morex auf die Vitalität der Kultur aus (Greening-Effekt)?
Neben der direkten Pilzbekämpfung bewirkt der Wirkstoff Fluxapyroxad physiologische Effekte in der Kultur. Er fördert die Effizienz der Photosynthese und optimiert den Wasserhaushalt. Dies führt zu einem ausgeprägten "Greening-Effekt", wodurch deine Kulturen stressresistenter gegen Trockenheit und Hitze werden und die Kornfüllungsphase verlängert wird.
Warum ist die Minderung nichtparasitärer Blattflecken bei Gerste so wichtig und wie hilft Morex dabei?
Nichtparasitäre Blattflecken (PLS) entstehen durch physiologischen Stress, z. B. durch starke UV-Strahlung. Sie schwächen die Kultur und mindern die Assimilationsfläche. Morex stärkt die physiologische Widerstandskraft der Gerste, reduziert diesen oxidativen Stress und sorgt so für gesündere, vitalere Bestände mit stabileren Erträgen.
Wie integriere ich Morex am besten in meine Spritzfolge zur Vermeidung von Resistenzen bei Ramularia?
Da Ramularia collo-cygni ein hohes Risiko für Resistenzen gegen SDHI-Fungizide aufweist, darf Morex in Gerste nicht solo eingesetzt werden. Du solltest Morex immer in Kombination mit einem starken Partner aus einer anderen Wirkstoffklasse (z. B. einem Triazol oder einem Kontaktwirkstoff) ausbringen und pro Saison maximal eine Behandlung mit Wirkstoffen aus der FRAC-Gruppe 7 durchführen.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kulturen?
Du kannst in unserem Hub gezielt nach deiner Kultur (z. B. Weizen oder Gerste) filtern und dir alle in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel anzeigen lassen. Nutze die Filteroptionen für Schaderreger, um gezielt Produkte gegen spezifische Krankheiten wie Septoria oder Netzflecken zu vergleichen und deine Behandlungsstrategie optimal zu planen.