MON 79991-SG
MON 79991-SG ist ein hochkonzentriertes, wasserlösliches Granulat (SG) zur systemischen Bekämpfung von einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie zur Sikkation und Beseitigung von Ausfallkulturen. Als modernes Pflanzenschutzmittel auf Glyphosat-Basis bietet es eine flexible und gründliche Unkrautkontrolle im Ackerbau, Weinbau und auf Nichtkulturland.
Durch die Formulierung als wasserlösliches Granulat lässt sich das Produkt staubfrei dosieren und löst sich schnell und rückstandsfrei im Spritztank auf. Es zeichnet sich durch eine schnelle Wirkstoffaufnahme über die grünen Pflanzenteile aus und wird anschließend systemisch in der gesamten Kultur transportiert, bis weit in die Wurzeln und Rhizome ausdauernder Unkräuter.
Das breite Wirkungsspektrum erfasst sowohl einjährige als auch tiefwurzelnde, mehrjährige Schaderreger. Dies macht MON 79991-SG zu einem unverzichtbaren Baustein für die Stoppelbehandlung, die Kulturvorbereitung vor der Saat sowie für gezielte Anwendungen im Nachauflauf oder zur Ernteerleichterung unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (ehemals G). Er blockiert gezielt das Enzym 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS) im Shikimatweg der Pflanzen. Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der aromatischen Aminosäuren Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan, die für das Pflanzenwachstum und den Proteinstoffwechsel unerlässlich sind. Da dieser Stoffwechselweg nur in Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen vorkommt, weist der Wirkstoff eine hohe Selektivität gegenüber tierischen Organismen auf. Nach der Aufnahme über die Blätter verteilt sich der Wirkstoff systemisch über das Phloem in der gesamten Pflanze, einschließlich der unterirdischen Überdauerungsorgane. Erste Symptome wie Chlorosen und Welke zeigen sich nach einigen Tagen, gefolgt vom vollständigen Absterben des Schaderregers.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von resistenten Unkrautbiotypen nachhaltig vorzubeugen, solltest du MON 79991-SG stets in ein integriertes Unkrautmanagement einbinden. Dies umfasst den Wechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Wirkstoffklassen sowie mechanische Maßnahmen wie die gezielte Bodenbearbeitung. Vermeide wiederholte, alleinige Anwendungen auf derselben Fläche und achte darauf, stets die volle registrierte Aufwandmenge zu nutzen, um die Selektion teilresistenter Individuen zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
MON 79991-SG ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln mischbar. Bei der Verwendung von sehr hartem Wasser empfiehlt sich der Zusatz von Ammoniumsulfat (AMS) oder einem geeigneten Wasseraufbereiter, um eine Inaktivierung des Wirkstoffs durch Calcium- oder Magnesiumionen zu verhindern. Achte darauf, die Spritzbrühe direkt nach dem Ansetzen auszubringen und vermeide Standzeiten über Nacht. Vor jeder Tankmischung solltest du eine physische Mischbarkeitsprobe im kleinen Maßstab durchführen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzbrille, zu tragen. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, konsequent vermeiden und Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden durchführen. Um den Eintrag in Oberflächengewässer zu minimieren, sind Abdriften zu vermeiden und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen strikt einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Ackerbaukulturen | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter, Ausfallkulturen | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 42T |
| Lein | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 85–99 | 2 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
| Gemüsekulturen | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 330 LITER_PER_1000_LITER_WATER | — |
| Ackerbohne | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 85–99 | 2 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Nichtkulturland ohne Holzgewächse | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 330 LITER_PER_1000_LITER_WATER | — |
| Rasen | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 330 LITER_PER_1000_LITER_WATER | — |
| Gemüsekulturen | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Steinobst | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 42T |
| Johannisbeerartiges Beerenobst | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 42T |
| Stilllegungsflächen | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 330 LITER_PER_1000_LITER_WATER | — |
| Wiesen, Weiden | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Lupine-Arten | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 85–99 | 2 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Ackerbaukulturen | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Brassica-Arten (Ackerbaukulturen) | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter, Sikkation | 85–99 | 2 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Ackerbaukulturen | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 330 LITER_PER_1000_LITER_WATER | — |
| Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen) | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 89–99 | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Ackerbaukulturen | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 0–3 | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Futtererbse | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | 85–99 | 2 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Weinrebe | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 30T |
| Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen) | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter, Sikkation | 89–99 | 2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Senf-Arten | Einkeimblättrige Unkräuter, Zweikeimblättrige Unkräuter, Sikkation | 85–99 | 2 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung mit MON 79991-SG auf der Stoppel?
Der optimale Zeitpunkt ist, wenn die Unkräuter und Ausfallkulturen nach der Ernte wieder genügend neue, grüne Blattmasse gebildet haben (meist bei einer Wuchshöhe von 10–15 cm). Nur so kann genügend Wirkstoff aufgenommen und in die Wurzeln transportiert werden.
Wie beeinflusst die Wasserhärte die Wirksamkeit dieses Pflanzenschutzmittels?
Sehr hartes Wasser enthält viele Calcium- und Magnesiumionen, die sich an das Glyphosat-Molekül binden und dessen Aufnahme blockieren können. Du kannst dem entgegenwirken, indem du dem Spritzwasser vor der Zugabe des Herbizids Ammoniumsulfat (AMS) beischmischst.
Was musst du bei der Anwendung zur Sikkation beachten?
Eine Sikkation darf nur zur Ernteerleichterung in lagernden oder ungleichmäßig abreifenden Beständen durchgeführt werden, wenn der Drusch sonst unmöglich wäre. Achte penibel auf die vorgeschriebene Wartezeit vor der Ernte und wende das Mittel nur in den zugelassenen Kulturen an.
Wie schnell ist MON 79991-SG regenfest?
In der Regel ist der Wirkstoff nach etwa 4 bis 6 Stunden so weit in das Blattgewebe eingedrungen, dass nachfolgender Regen die Wirkung nicht mehr beeinträchtigt. Bei kühler oder extrem trockener Witterung kann sich diese Spanne etwas verlängern.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte für meine Kultur?
Du kannst im Hub einfach nach deiner spezifischen Kultur oder dem Schaderreger filtern. Dort werden dir alle in Deutschland (BVL) registrierten Pflanzenschutzmittel übersichtlich mit ihren Anwendungsbestimmungen und Wirkstoffen angezeigt.
Kann ich das Produkt auch bei Frost anwenden?
Nein, für eine optimale systemische Wirkung müssen die Zielpflanzen aktiv assimilieren und im Wachstum sein. Bei Frost oder starker Trockenheit ist der Stoffwechsel der Unkräuter verlangsamt, was die Wirkstoffaufnahme und den Transport in die Wurzeln stark einschränkt.