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Sonstige · BASF Agricultural Solutions Deutschland

Miralon

BVL Zul.-Nr. 00A968-00

Miralon ist ein leistungsstarkes, breit wirksames Fungizid von BASF, das speziell für den professionellen Getreideanbau entwickelt wurde. Als moderne flüssige Formulierung kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei hochwirksame Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten in Kulturen wie Weizen, Gerste und Roggen effektiv zu kontrollieren. Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen bietet das Produkt einen hervorragenden Schutz vor Ertrags- und Qualitätsverlusten.

Das Anwendungsspektrum umfasst die wichtigsten Blatt- und Ährenkrankheiten, darunter Septoria-Arten, Roste (wie Gelb-, Braun- und Zwergrost), Netzflecken sowie die schwer zu bekämpfende Ramularia-Sprenkelkrankheit. Dank seiner ausgeprägten systemischen Eigenschaften verteilt sich das Mittel optimal in der Kultur und schützt sowohl bereits infizierte Pflanzenteile als auch den Neuzuwachs langanhaltend vor einer Neuinfektion.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
75 g/L · Wirkstoff
Fluxapyroxad
50 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirkung von Miralon beruht auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier biochemischer Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur Gruppe der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, Qo-Inhibitoren). Er blockiert den Elektronentransport in den Mitochondrien der Pilzzellen am Cytochrom-bc1-Komplex, was die Zellatmung der Schaderreger unterbindet und zum Absterben der Sporen sowie des Myzels führt. Azoxystrobin zeichnet sich zudem durch einen positiven Greening-Effekt aus, der die Vitalität der Kultur unterstützt. Ergänzt wird dies durch Fluxapyroxad, einen hochaktiven Wirkstoff aus der Gruppe der Carboxamide (SDHI, FRAC-Gruppe 7). Fluxapyroxad hemmt das Enzym Succinat-Dehydrogenase (Komplex II) in der mitochondrialen Atmungskette der Pilze. Dadurch wird die Energieversorgung der Schaderreger extrem schnell und nachhaltig unterbrochen. Die Kombination beider Wirkstoffe sorgt für eine exzellente präventive und kurative Wirkung, da verschiedene Stadien der Pilzentwicklung blockiert werden.

Resistenzmanagement

Um die langfristige Wirksamkeit der beiden enthaltenen Wirkstoffklassen (SDHI und Strobilurine) zu sichern, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Da beide Wirkstoffe spezifische Einwirkungsorte im Stoffwechsel der Schaderreger besitzen, besteht bei wiederholter Anwendung ein inhärentes Risiko für die Selektion resistenter Pilzstämme. Du solltest Miralon daher strikt im Rahmen einer Spritzfolge einsetzen und mit Fungiziden abwechseln, die über andere Wirkmechanismen verfügen – wie beispielsweise Triazole (FRAC-Gruppe 3). Vermeide Solo-Anwendungen dieser Wirkstoffklassen über die gesamte Saison hinweg und halte dich an die empfohlenen maximalen Anwendungshäufigkeiten pro Kultur und Jahr.

Mischbarkeit & Tankmischung

Miralon zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit den meisten gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Blattdüngern. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme pH-Werte der Spritzbrühe. Die Zugabe von Additiven oder Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter extrem trockenen Bedingungen die Benetzung und Wirkstoffaufnahme auf der Wachsschicht der Blätter optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während der Handhabung und Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik und die Einhaltung angemessener Abstände konsequent zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GersteZwergrost (Puccinia hordei)30–612 LITER_PER_HECTARE35T
GersteRhynchosporium secalis30–612 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–612 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)30–692 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenRhynchosporium secalis30–612 LITER_PER_HECTARE35T
GersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)30–612 LITER_PER_HECTARE35T
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–612 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–612 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–612 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–692 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–612 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wie reagiert Miralon auf Niederschläge kurz nach der Anwendung?

Dank der schnellen Wirkstoffaufnahme und der ausgeprägten systemischen Eigenschaften ist das Pflanzenschutzmittel bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen regenfest. In der Regel reicht eine regenfreie Zeit von ein bis zwei Stunden aus, damit die Wirkstoffe ausreichend in die Wachsschicht der Kultur eindringen können.

Kann ich Miralon auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen einsetzen?

Ja, die Wirkstoffe in Miralon sind weitgehend temperaturunabhängig und entfalten ihre Wirkung bereits bei niedrigen Temperaturen ab etwa 5 bis 8 °C, sobald die Kultur wieder aktiv wächst. Dies ermöglicht dir einen flexiblen Einsatz bereits in frühen BBCH-Stadien zur Absicherung des Fuß- und Blattbereichs.

Warum ist die Kombination aus SDHI und Strobilurin in Miralon so vorteilhaft?

Diese Kombination bietet dir einen doppelten Schutz: Während das Strobilurin (Azoxystrobin) vor allem die Sporenkeimung auf der Blattoberfläche verhindert und einen vitalisierenden Greening-Effekt bewirkt, dringt das SDHI (Fluxapyroxad) tief in das Gewebe ein, stoppt das Myzelwachstum und schützt den Neuzuwachs systemisch von innen heraus.

Wie kann ich das Risiko von Resistenzen bei der Bekämpfung von Septoria tritici minimieren?

Septoria tritici besitzt ein hohes Risiko für Resistenzbildungen. Du solltest Miralon daher bevorzugt präventiv einsetzen, bevor ein starker Befallsdruck herrscht, und in einer geplanten Spritzfolge unbedingt mit einem Azol-Fungizid oder einem Kontaktwirkstoff kombinieren bzw. abwechseln.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Terminierung der Behandlung?

Die Behandlung sollte sich nach dem aktuellen Infektionsdruck und dem Entwicklungsstadium deiner Kultur richten. Ein Einsatz im Bereich der BBCH-Stadien 32 bis 39 schützt die ertragsrelevanten oberen Laubblätter, während eine spätere Anwendung bis BBCH 69 vor allem die Ähre und das Fahnenblatt vor Spätinfektionen absichert.

Wie finde ich im Agronomy-Hub weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen spezifische Schaderreger?

Du kannst im Hub gezielt nach der jeweiligen Kultur und dem Schaderreger filtern. Dort werden dir alle in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel übersichtlich mit ihren Anwendungsbestimmungen, Wirkstoffen und Aufwandmengen angezeigt, sodass du deine Spritzfolge optimal planen kannst.