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Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

MILORD

BVL Zul.-Nr. 025625-63

MILORD ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid, das speziell für den breiten Schutz von Getreidekulturen wie Weichweizen, Gerste und Roggen entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier bewährter Wirkstoffe bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl vorbeugende (protektive) als auch heilende (kurative) Eigenschaften gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten. Die flüssige Formulierung garantiert eine hervorragende Benetzung der Blattoberfläche und sorgt dafür, dass die Wirkstoffe schnell in das Pflanzengewebe eindringen.

Das Produkt zeichnet sich durch eine ausgeprägte Dauerwirkung und eine schnelle Regenfestigkeit aus. Es schützt die Kultur von den frühen Schossstadien bis hin zur späten Ährenbehandlung zuverlässig vor Ertrags- und Qualitätsverlusten. Dank seiner flexiblen Anwendungsmöglichkeiten ist MILORD ein wichtiger Baustein in modernen Pflanzenschutzstrategien zur Sicherung stabiler Erträge.

Wirkstoffe

Prothioconazol
160 g/L · Wirkstoff
Spiroxamine
300 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirksamkeit von MILORD basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel seiner beiden aktiven Wirkstoffe, die an unterschiedlichen Stellen in die Biosynthese der Pilzzelle eingreifen. Prothioconazol gehört zur Klasse der Triazolinthione (FRAC-Gruppe 3) und blockiert als Demethylierungs-Inhibitor (DMI) die C14-Demethylase. Dies stört den Aufbau der pilzlichen Zellmembran empfindlich und stoppt das Wachstum des Myzels. Spiroxamin, ein Vertreter der Spiroketalamine (FRAC-Gruppe 5), greift ebenfalls in die Sterolbiosynthese ein, blockiert jedoch die Enzyme Delta-14-Reduktase und Delta-8->Delta-7-Isomerase. Diese duale Blockade innerhalb desselben Stoffwechselwegs führt zu einer extrem schnellen Wirkstoffaufnahme und einer hervorragenden Initialwirkung, die besonders bei kühlen Frühjahrstemperaturen ihre volle Stärke ausspielt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen aktiv vorzubeugen, nutzt MILORD bereits die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen (FRAC-Gruppe 3 und 5). Dennoch solltest du das Pflanzenschutzmittel stets im Wechsel mit Fungiziden einsetzen, die andere Wirkmechanismen aufweisen, wie beispielsweise SDHI (FRAC-Gruppe 7) oder Strobilurine (FRAC-Gruppe 11). Halte dich strikt an die empfohlenen Aufwandmengen von 1,25 l/ha und vermeide Unterdosierungen, um selektiven Druck auf die Schaderreger zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

MILORD ist im Allgemeinen sehr gut mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wassermenge von mindestens 200 bis 400 l/ha, um eine gleichmäßige Verteilung zu gewährleisten, und vermeide Mischungen bei extremer Hitze oder Frostgefahr.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit MILORD ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz) unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern Anwendungen nicht in blühende Kulturen oder auf von Bienen beflogene Unkräuter ausbringen; verlege die Behandlung vorzugsweise in die Abendstunden. Vermeide jegliche Abdrift auf angrenzende Gewässer und Saumstrukturen, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeizenFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE—
GersteZwergrost (Puccinia hordei)30–611.25 LITER_PER_HECTARE—
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.25 LITER_PER_HECTARE—
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–611.25 LITER_PER_HECTARE—
RoggenRhynchosporium secalis30–611.25 LITER_PER_HECTARE—
GersteRhynchosporium secalis30–611.25 LITER_PER_HECTARE—
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–691.25 LITER_PER_HECTARE—
WeizenSeptoria nodorum30–611.25 LITER_PER_HECTARE—
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.25 LITER_PER_HECTARE—
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.25 LITER_PER_HECTARE—
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–611.25 LITER_PER_HECTARE—
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)30–691.25 LITER_PER_HECTARE—
GersteMinderung nichtparasitärer Blattflecken37–611.25 LITER_PER_HECTARE—
GersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE—
WeizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE—
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–611.25 LITER_PER_HECTARE—
RoggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.25 LITER_PER_HECTARE—
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–611.25 LITER_PER_HECTARE—

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Halmbruchkrankheit mit MILORD?

Für eine optimale Wirkung gegen die Halmbruchkrankheit solltest du die Behandlung im frühen Frühjahr zu Beginn des Schossens in den BBCH-Stadien 30 bis 32 durchführen. Zu diesem Zeitpunkt dringen die Wirkstoffe effektiv in die Halmbasis ein, bevor der Schaderreger das Gewebe tiefer schädigen kann.

Wie beeinflusst die Temperatur die Wirkung von MILORD bei der Anwendung?

Dank des enthaltenen Wirkstoffs Spiroxamin zeigt MILORD auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen ab etwa 5 °C eine hervorragende und schnelle Initialwirkung. Du musst im zeitigen Frühjahr also nicht auf wärmere Tage warten, um einen effektiven Schutz gegen Mehltau oder frühe Blattflecken aufzubauen.

Kannst du MILORD zur gezielten Bekämpfung von Ährenfusarium einsetzen?

Ja, MILORD eignet sich hervorragend zur Minderung von Fusarium-Arten in der Ähre. Um den besten Schutz zu erzielen, solltest du die Anwendung gezielt während der Blüte (BBCH 61 bis 65) einplanen, idealerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach einem Niederschlagsereignis, das die Infektion begünstigt.

Warum enthält MILORD zwei verschiedene Wirkstoffe aus unterschiedlichen FRAC-Gruppen?

Die Kombination aus Prothioconazol (FRAC-Gruppe 3) und Spiroxamin (FRAC-Gruppe 5) greift den Sterolhaushalt der Pilze an zwei unterschiedlichen Stellen an. Dies verstärkt nicht nur die biologische Wirkung, sondern beugt auch aktiv einer Resistenzbildung vor, da der Schaderreger gleichzeitig zwei verschiedene Wirkmechanismen überwinden müsste.

Was musst du bei der Wassermenge und der Düsenauswahl für eine optimale Benetzung beachten?

Verwende eine Wassermenge von 200 bis 400 l/ha und setze auf injektorbestückte, abdriftmindernde Düsen. Eine feine bis mittlere Tropfenstruktur sorgt dafür, dass alle Blattebenen der Kultur gleichmäßig benetzt werden, was besonders bei dichten Beständen für die systemische Verteilung entscheidend ist.

Wie verhältst du dich, wenn kurz nach der Anwendung Regen droht?

MILORD zeichnet sich durch eine sehr schnelle Wirkstoffaufnahme aus. Sobald der Spritzbelag auf den Blättern der Kultur vollständig angetrocknet ist – was unter normalen Bedingungen etwa 1 bis 2 Stunden dauert –, ist das Mittel regenfest, und du musst keine Einbußen bei der Wirksamkeit befürchten.